Stadtwerke über Stadtgrenzen?

Sundern denkt über Zusammenarbeit mit Arnsberg und Soest nach

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Aktuell zählt nur der Bereich Wasser zum Geschäftsfeld der Stadtwerke Sundern.

Sundern. „Die Stadtwerke Sundern nutzen ihre Möglichkeiten aktuell nicht“, sagte André Dreißen, Geschäftsführer der Stadtwerke Soest in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Gemeinsam mit Karlheinz Weißer, Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg, informierte Dreißen über die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Ob diese zukünftig auch auf Sundern ausgeweitet wird, soll nun in Ausschüssen und Rat diskutiert und entschieden werden.

Die Stadtwerke aus Arnsberg und Soest haben nach Angaben ihrer Geschäftsführer im Jahr 2014 eine interkommunale GmbH gegründet, um gemeinsam Strom und Gas zu vertreiben. Angesichts der Geschäftszahlen sprach Karlheinz Weißer von einem „einmaligen Erfolgsmodell“. Die Zahl der Vertragsabschlüsse sei von März 2015 bis Juni 2017 von 206 auf 7167 gestiegen. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen einen Umsatz von 17 Millionen generiert. „Bei der Zahl der Kunden und der Kilowattstunden liegen wir voll im Plan, finanziell liegen wir sogar darüber“, berichtete Weißer. Mit einigen großen Firmen und dem Hochsauerlandkreis gebe es auch bereits einige namhafte Kunden. 

Nun wolle man mit den eigenen Erfahrungen auch „Sundern unterstützen“ – sofern dies gewünscht werde. Die örtlichen Stadtwerke sind derzeit nur für die Wasserver- und Abwasserentsorgung in der Röhrstadt zuständig und könnten in Zukunft ihre Geschäftsfelder auf den Vertrieb von Strom und Gas ausweiten. Laut André Dreißen sei auch die eigene Stromerzeugung denkbar. Dem arg gebeutelten Stadtsäckel stellte der Geschäftsführer der Stadtwerke Soest eine satte Entlastung in Aussicht: Sundern könne pro Jahr mehr als 500.000 Euro einsparen, wenn die Stadtwerke künftig das Strom- und Gasnetz betreiben würden. 

"Gemeinsam kann man mehr schaffen" 

Der Prozess liefe im Fall eines politischen Beschlusses folgendermaßen ab: Die Stadt Sundern würde eine eigene Energieversorgungs-GmbH gründen, an der sich die Stadtwerke Arnsberg und Sundern als Teilhaber beteiligen würden. „Wir sind der Ansicht, dass man gemeinsam mehr schaffen kann“, erläuterte André Dreißen. „Am Ende müssen aber alle Seiten das Gefühl haben, dass es sich lohnt“, ergänzte Karlheinz Weißer. 

Die beiden Stadtweke-Geschäftsführer machten auch deutlich, was in ihren Augen nun passieren würde, sobald der aktuelle Versorger RWE von den Plänen erfährt. Dieser versuche mit Argumenten wie „Das kann keiner so gut wie wir“ oder auch Geld die Stadt Sundern von einer weiteren Zusammenarbeit zu überzeugen. Der Rat habe dann laut André Dreißen zwei Optionen: „Bloß keinen Stress haben und das schnelle Geld der RWE nehmen oder die Kommune mit einer neuen Gesellschaft besser aufstellen. Dafür müsste aber einiges getan werden.“ 

Bürgermeister Ralph Brodel kündigte an, zu dieser Thematik auch einen RWE-Vertreter anhören zu wollen. „Alles ist möglich, es ist nur eine Frage des Preises und der Rahmenbedingungen“, meinte das Stadtoberhaupt. Die anschließenden Fragen der Ratsmitglieder beispielsweise zu Kosten, Arbeitsbedingungen und möglichen Gewinnen sollen detailliert in den kommenden Monaten geklärt werden.

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