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Der Teilabbau der Sunderner Lukaskirche ist gestartet

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Von: Jana Sudhoff

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Die ersten Lücken tun sich auf: Der Heimatbund Sundern lässt wichtige Teile der Lukaskirche für eine spätere Rekonstruktion an anderer Stelle abbauen. © Ute Bosen

Sundern. Die ersten Handwerker sind am Werk: Doch wird die evangelische Lukaskirche, die am 16. Juni entwidmet wurde, in diesen Tagen noch nicht abgerissen. Bevor die Bagger final anrollen, hat der Heimatbund Sundern die Gelegenheit, Teile für eine spätere Rekonstruktion der Bartning-Notkirche abzubauen. Presbyterium und Heimatbund haben einen Kompromiss gefunden.

Der Sunderner Heimatbund hatte sich in den vergangenen Wochen dafür stark gemacht, den Abriss zu verhindern, um die Lukaskirche an anderer Stelle wieder aufzubauen, weil man dem Kirchenbau von Otto Bartning eine herausragende Bedeutung in architektur-, kultur- und kirchengeschichtlicher Hinsicht beimisst. 

Die ganze Kirche abzubauen, sei nicht zu realisieren gewesen, erklärte Pastor Martin Vogt. In mehreren Sondersitzungen hatte man jedoch viele Gespräche geführt und am Montag war es spruchreif: Der Komplex mit Gemeindehaus wird zwar zugunsten eines Neubaus abgerissen. Aber der Heimatbund baut sämtliche Fenster und Türen sowie so viele Dachbinder wie möglich ab, führte Martin Vogt aus. „Das ist eine Lösung, mit der beide Seiten gut leben können. Als Presbyterium sind wir froh, dass sich das in dieser Form realisieren lässt“, so der Seelsorger.

Kosten durch Sponsoren gedeckt

„Froh und glücklich“ zeigte sich auch der Vorsitzende des Heimatbundes Sundern, Dr. Friedrich Schulte-Kramer, dass man ein gutes Einvernehmen erreicht habe und dass es für die Kirche eine Zukunft gebe. Unter der Federführung des Heimatbundes –mit freundlicher Unterstützung des Presbyteriums – ist der Teilabbau der Kirche gestartet. 

Teile der Inneneinrichtung und die wesentlichen Konstruktionselemente sollen später helfen, die Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg für protestantische Flüchtlinge gebaut worden war, an anderer Stelle zu rekonstruieren und den Charakter zu erhalten. „Das Mauerwerk können wir nicht sichern“, sagt Schulte-Kramer. Aber man habe die originalen Baupläne vorliegen, um dies später zu rekonstruieren. Ideen für eine Nachnutzung gebe es viele. „Aber das ist erst der nächste Schritt“, so der Heimatbund-Vorsitzende. Jetzt gelte es erst einmal genügend Teile zu sichern und einzulagern. 

Die Kosten dafür könne der Heimatbund nicht tragen, sie seien aber durch Sponsoren komplett gedeckt. Eine Firma aus Sundern habe sich derweil bereiterklärt, die Kirchenteile einzulagern, bis ein endgültiger Standort gefunden ist. Um Fördergelder für den Wiederaufbau nach fachlichen Kriterien bewerben kann sich der Heimatbund, wenn die Idee zur ehrenamtlichen Nachnutzung der Kirche – beispielsweise als Kultur- oder Begegnungsstätte – konkret wird. „Vorschläge sind weiter erwünscht“, sagt Dr. Friedrich Schulte-Kramer.

Wer Ideen für eine Nachnutzung der Kirche oder einen neuen Standort hat, kann sich gerne an Dr. Friedrich Schulte-Kramer vom Heimatbund wenden: f.schulte-kramer@t-online.de

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