Einiges noch ausbaufähig 

Sunderns City liegt bei Befragung unter dem Durchschnitt

Wirtschaftsförderin Julia Wagener, Thomas Frye (IHK Arnsberg) und Julia Koger (Stadtmarketing Sundern) präsentierten die Ergebnisse der Vergleichsuntersuchung „Vitale Innenstädte 2018“ für die Sunderner City. Foto: Ute Bosen

Sundern. Wie wird eine Innenstadt von deren Besuchern empfunden, was sind deren Einkaufsgewohnheiten und was ihre Wünsche und Anforderungen? Dahingehend hat das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln zum dritten Mal, zusammen mit den IHKs und den Kommunen, bundesweit Befragungen durchgeführt für die Vergleichsuntersuchung „Vitale Innenstädte 2018“. Sundern hat zum ersten Mal daran teilgenommen.

Thomas Freye, Geschäftsbereichsleiter der IHK Arnsberg, stellte das Ergebnis am Montagmittag im Sunderner Rathaus vor. Mit einer „Drei minus“ benoteten die Innenstadtbesucher Sunderns City.

An zwei sonnigen Spätsommertagen Ende September wurde die Befragung mit Hilfe des Gymnasiums Sundern durchgeführt. Nach dem Prinzip von Schulnoten bewerteten 150 Passanten Sunderns Attraktivität, das Ambiente sowie das Einzelhandel- und Gastronomieangebot. Die Note 3,5 spiegelt dabei den Gesamtdurchschnitt wider.

So gaben die Befragten dem Einzelhandelsangebot in der Stadt eine 3,1. Gestaffelt in die verschiedenen Geschäftsbereiche schnitt mit der Note 2,6 das Angebot von Uhren und Schmuck am besten ab. Eine wesentlich schlechtere Zensur gab es für den Sektor Schuhe mit der Benotung von 3,7. Wohnen, Einrichten, Deko bekam die Note 3,6 und der für eine Innenstadt so wichtige Sektor Bekleidung schnitt mit der Note 3,4 ebenfalls schlecht ab. Die Ladenöffnungszeiten bekamen die Note 2,9.

"Fraglich, ob Bewertungen objektiv richtig sind"

Das Gastronomiegewerbe wurde in seinen einzelnen Sparten ganz unterschiedlich bewertet. So bekamen das Angebot der Cafés und Eisdielen eine 2,2, Restaurants hingegen nur eine 3,8.

Die Lebendigkeit Sunderns mit ihrer Anzahl an Veranstaltungen bekam die Note 3,6. Zufrieden zeigten sich die Innenstadtbesucher von dessen Erreichbarkeit. Die Benotung für die Anfahrt mit dem Pkw war eine 2,2, mit dem Rad eine 2,4. Das öffentliche Verkehrsnetz lag allerdings nur bei einer 3,2, die Parkmöglichkeiten erhielten eine 2,5.

Dem Dienstleitungssektor, unter den Friseure, Reinigung und Änderungsschneiderei fallen, wurde eine 2,6 bescheinigt.

Anhand einer Vergleichskurve machte Thomas Freye deutlich: Sundern lag im Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung in fast allen Bereichen unter dem Durchschnitt. „Ob alle Bewertungen objektiv richtig sind, ist fraglich“, stellte Thomas Freye jedoch fest. Das Parkverhalten jedes Einzelnen spiele zum Beispiel bei dessen Bewertung eine Rolle, das Angebot von Einrichtungsgegenständen oder Deko werde kurz außerhalb der Innenstadt eigentlich erfüllt und bei den Ladenöffnungszeiten, müsse geschaut werden, ob sich das Öffnen über die Mittagszeit für die Geschäfte überhaupt lohne, also der Kunde das Angebot auch annehme.

Beim Gastronomieangebot wünschten sich die Besucher vor allem mehr moderne Restaurants, wie eines der Kette „Vapiano“ oder einen Burger-Laden. In Sunderns Außenbereichen, wie am Sorpesee, seien diese Art Restaurants zu finden, so Thomas Freye. Moderne Gastronomie, ebenso wie schöne Außenbereiche von Cafés und Restaurants seien aber auch wichtige Frequenzbringer und könnten eventuell von Privatgastronomen in Sunderns Innenstadt angeboten werden.

In Sundern Nischen besetzen

Das fehlende Kino, das in Sundern wie in vielen vergleichbaren Orten, bemängelt wurde, sei wohl eher unrealisierbar, ebenso wie die von vielen Befragten vermissten Sehenswürdigkeiten. Das in der Innenstadt vermisste Freizeitangebot befinde sich ebenfalls reichlich am Sorpesee.

„Diese Umfragewerte sind für uns eine gute Planungsgrundlage“, erklärte die Vertreterin der Geschäftsleitung von Sunderns Stadtmarketing-Genossenschaft, Julia Koger. Verstärkt werde sich die Stadtmarketing e.G. darum kümmern, was genau gewünscht würde, um dann das Veranstaltungskonzept zu bearbeiten. Das Stadtmarketing möchte nun zusammen mit dem stationären Einzelhandel an konkreten Maßnahmen erarbeiten.

 Sunderns Wirtschaftsförderin Julia Wegener sieht eine gute Strategie darin, in Sundern künftig Nischen zu besetzen. Erlebbarkeit des Gewässers könne dabei eine ausschlaggebende Rolle spielen.

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