Letzte Hürde genommen

Sundern stellt endgültig "Fairtrade"-Antrag – Neue zentrale Kita in Planung

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Im Beisein der lokalen Steuerungsgruppe unterzeichnete Bürgermeister Ralph Brodel den Antrag zur Zertifizierung Sunderns zu einer „Fairtrade-Stadt“.

Sundern. Die Kriterien sind erfüllt, die Unterstützung durch den Rat der Stadt Sundern beschlossen: Schon in wenigen Wochen kann die Röhrstadt nun das wertvolle Zertifikat „Fairtrade-Stadt“ erhalten. Bürgermeister Ralph Brodel unterschrieb im Rahmen der monatlichen Pressekonferenz der Stadtverwaltung Mittwoch den Antrag der ehrenamtlich engagierten Steuerungsgruppe, die Stadt Sundern in die Liste der „Fairtrade-Towns“ aufzunehmen. Weitere wichtige Themen der Konferenz waren die stabil positiven Arbeitsmarktzahlen sowie die Planung von zusätzlichen Kindergarten-Plätzen.

„Mit jedem Schluck fair gehandelten Kaffees oder Kauf eines Fairtrade-Produktes leistet man einen wichtigen Beitrag, den Menschen dort ein halbwegs menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Stadt Sundern hat das verstanden“, brachte der Bürgermeister die hohe Bedeutung der Unterschrift für diesen Antrag zur Aufnahme in die Liste der Städte mit Fairtrade-Zertifizierung zum Ausdruck. Eine simple sowie auch klare Botschaft, die offensichtlich großen Zuspruch in der Stadt Sundern erhält: Die Ehrenamtlichen der Steuerungsgruppe, die sich aus dem „Eine-Welt-Laden“ als Ursprung gebildet hatte, haben es innerhalb von nur wenigen Wochen geschafft, mehr als 20 Sunderner Geschäfte, acht Gastronomiebetriebe sowie auch zwei Schulen, vier Vereine, zwei Kirchengemeinden und weitere Unternehmen für das Projekt zu begeistern und mit ins Boot zu holen. Diese haben sich dazu bereit erklärt, mindestens zwei Produkte mit dem Fairtrade-Siegel – ob nun Wolle, Pflanzen, Schmuck, Zucker oder Kaffee – in ihr Angebot aufzunehmen und somit den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern. Das ist neben dem Ratsbeschluss das wichtigste von insgesamt fünf Kriterien, die realisiert werden müssen (Kurier berichtete). Arbeitslosigkeit weiter niedrig Somit sieht die Gruppe die Anforderungen für die Zertifizierung mehr als erfüllt: „Das spricht für Sundern“, betonte Uta Koch, eine der engagierten Mitglieder der Steuerungsgruppe, „jetzt kann der Antrag auf den Weg gebracht werden. Wir gehen davon aus, dass sich die Stadt Sundern in etwa acht bis zehn Wochen, pünktlich zu den deutschlandweiten ‘Fairen Wochen’ im September ‘Fairtrade-Stadt’ nennen darf.“ Koch betonte zugleich, dass sich auch noch weitere interessierte Unternehmen und Betriebe gerne an dem Projekt beteiligen können: „Da ist noch ganz viel, was bewegt werden kann.“ Eine weitere gute Nachricht kommt aus dem Bereich der Beschäftigungsentwicklung in der Stadt. So ist die Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent (Stand Mai 2017) weiterhin auf erfreulich niedrigem Niveau und somit deutlich unter dem Durchschnitt in Kreis, Land und Bund. Eine positive Entwicklung gibt es auch bei den Anmeldezahlen für die 16 Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet. Ab August werden fast 900 Kinder in den Kitas betreut, zusätzlich werden über 60 Kinder in der Kindertagespflege Betreuung erhalten. Daher hat der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 12. Juni beschlossen, die Zahl der Kindergartenplätze zu erhöhen. Aufgrund des gestiegenen Bedarfs soll – möglichst bis zum Beginn des Kita-Jahres 2018/19 – im Zentrum der Stadt eine zusätzliche Einrichtung geschaffen werden: „Wir sind im Gespräch mit verschiedenen Trägern und prüfen die finanzielle Machbarkeit. Der Bedarf ist da, wünschenswert ist eine zentrale Lage sowie erweiterte Öffnungszeiten“, so Brodel. Dass die Stadt Sundern seit Oktober 2015 nicht nur einen neuen Bürgermeister hat, sondern auch 78 ausländische, seit vielen Jahren hier lebende Menschen eingebürgert wurden, sei Anlass, „dem mit einer Feierstunde gebührend Rechnung zu tragen“. Die Feier, zu der die neuen Bürger persönlich eingeladen wurden, werde am Freitag, 7. Juli, um 15 Uhr im Ratssaal stattfinden: „Dieser erfreuliche Aspekt ist Grund zum Feiern und für die Neubürger zudem die Möglichkeit, sich noch mehr mit ihrer Stadt zu identifizieren.“ Stadtplaner Lars Ohlig wies auf die Ratssitzung am 13. Juli hin. Hier soll unter anderem eine Kurzfassung beschlossen werden, in der die Maßnahmen zur geplanten Renaturierung der Röhr im Zentrum sowie der Umgestaltung der Fußgängerzone vorgestellt werden. Auch werden das leidenschaftlich debattierte Thema Windkraftplanung sowie das Voranbringen der Breitbandversorgung im Stadtgebiet wichtige Themen der Sitzung sein.

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