„Auf besten gemeinsamen Nenner kommen“

Sunderns Umweltschutzbeauftragter über aktuelle Themen und Herausforderungen

Rodungen Borkenkäfer Wald Sorpesee Sundern
+
Die Rodungen durch die Borkenkäferkalamität – wie hier am Sorpesee – und die Wiederaufforstung sind auch für die Stadt Sundern wichtige Themen.

Im Mai des vergangenen Jahres ist der erst 26-jährige Daniel Fellmer in die Fußstapfen von Dieter Leser, als Umwelt- und Gewässerschutzbeauftragter der Stadt Sundern, getreten. Der SauerlandKurier hat mit ihm über Aufgaben, aktuelle Projekte, Herausforderungen und Ziele gesprochen.

Sundern - Daniel Fellmer, leidenschaftlichen Naturfreund und Landschaftsökologen, befindet sich derzeit im Studium zum Master im Studiengang Geographie und sieht sich selbst als Bindeglied zwischen dem Bürger und der Verwaltung.

Herr Fellmer, wie sind Sie inzwischen in Ihrem neuen Amt angekommen?
Herr Leser hat mich in den ersten vier Wochen bei der Einarbeitung sehr gut unterstützt. Aufgrund des riesigen Aufgabenspektrums wäre eine längere Phase allerdings wünschenswert gewesen. Ich fühle mich hier im Rathaus inzwischen sehr wohl. Mit dem neuen Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke befinde ich mich in einem guten Austausch. Er ist ein sehr offener Mensch. Man merkt seinen großen Willen, etwas für die Stadt Sundern zu erreichen. Besonders auch in Verbindung zum Umwelt- und Naturschutz.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?
Ob Stadtgrünentwicklung, Artenschutz oder Naturschutz: In erster Linie bringe ich mich mit meinem Wissen ein, um bei Planungsprojekten, nach umfangreichen Analysen in Fragen der Umweltverträglichkeit, beratend tätig zu sein. Der Natur- und Gewässerschutz darf nicht untergeordnet sein. Die Erhaltung und Entwicklung von Natur und Landschaft gehören zu den wichtigsten Aufgaben einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Immerhin hat die Stadt Sundern eine Fläche von etwa 194 Quadratkilometern, 16 Stadtteile und knapp 30.000 Einwohner.

Daniel Fellmer ist Umweltschutzbeauftragter bei der Stadt Sundern.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen?
Obwohl Sundern als waldreich zu bezeichnen sowie von einer landwirtschaftlichen Nutzung geprägt ist und darüber hinaus einen naherholungsorientierten Charakter aufweist, ist die Stadt gleichzeitig auch ein bedeutender Industriestandort. Da muss man auf den besten gemeinsamen Nenner kommen. Jemand mit einem anderen Fachschwerpunkt etwa würde einiges anders sehen. Daher ist eine gute, querschnittsorientierte Zusammenarbeit mit vielen internen Fachbereichen, insbesondere mit den Technischen Diensten und dem Stadtförster, sowie auch außerhalb, mit den Landschaftsbehörden besonders wichtig.

Was sind die wichtigsten, aktuellen Projekte?
In Illingheim soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Neuschaffung von Flächen für unsere starke Industrie ist ein wichtiger Faktor für eine gesunde Weiterentwicklung der Stadt. Aber auch hier gilt, den Eingriff in die Natur so weit wie möglich zu begrenzen. Eine Riesenherausforderung ist derzeit, die verheerenden Schäden und wirtschaftlichen Auswirkungen des Baumsterbens bestmöglich in den Griff zu bekommen. Eine Rodung und eine Wiederaufforstung macht man nicht so eben nebenbei. Hier ist die schnelle Förderung durch Land und Bund auch für private Waldbesitzer dringendst erforderlich. Und dann wäre natürlich noch das heiße Eisen Thema Ferienpark Amecke: Hier 350 Häuser zu bauen, wäre ökologisch gesehen für den Bereich katastrophal. Obwohl der touristische Bereich in Sundern von großer Bedeutung ist.

Was ist Ihnen ein besonderes Anliegen bei Ihrer Tätigkeit?
Besonders wichtig für mich ist es, dass wir Entscheidungen nicht einfach so heraushauen. Zunächst muss man auch die betroffenen Bürger anhören, mit ihnen in einen engen Konsens gehen und eine Kompromissbereitschaft anstreben. Ausreichend informieren und ihnen die Situation aus fachlicher Sicht darstellen. Auch, wenn beispielsweise Probleme in der unmittelbaren Umgebung auftauchen, die die Verkehrssicherung betreffen. Dafür stehe ich gerne als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare