Nährboden geschaffen

Zweites Kulturforum – Ideen der Kulturszene können wachsen

Ihre Hoffnungen wurden beim ersten Kulturforum in Sundern erfüllt (von links): Ideengeber Ralph Brodel (Bürgermeister), Irmgard Harmann-Schütz (Sprecherin „Runder Tisch Kultur“ und Kulturinteressierte), die Moderatoren Mark Stelter und Sven Schneider (Sumo) sowie Uta Koch (Kulturbüro der Stadt Sundern). Foto: Jana Sudhoff

Sundern. „Das war ein erster schöner Aufschlag“, sagte Sven Schneider bei der Nachlese zum ersten Kulturforum Sundern. Er hatte zusammen mit seinem Kollegen Mark Stelter die Moderation des Abends übernommen, zu dem 28 Akteure aus Sunderns Kulturszene gekommen waren. Überrascht waren die Veranstalter nicht nur vom guten Zulauf.

„Hochspannend war auch, dass die Teilnehmer aus allen Kultursparten kamen“, sagte Uta Koch vom Kulturbüro der Stadt Sundern. „Und ganz spannend war die Altersspanne zwischen 20 und 80 Jahren.“ Und die anfängliche Unsicherheit ob des neuen Formats – statt Zuhören waren die Teilnehmer selbst gefragt und durchliefen in Gruppen drei Arbeitsdurchläufe – sei im Laufe des Abends Interesse und Begeisterung gewichen.

Überrascht seien die Teilnehmer selbst auch gewesen – über das bereits vorhandene Kulturangebot in Sundern. „Ein riesen Angebot, aber das sieht man von außen nicht“, fasst Uta Koch die Meinungen der Teilnehmer zusammen, die gerne durch ein Netzwerk eine breitere Außenwirkung für ihr breites und vielfältiges Angebot erreichen möchten. Vor allem eine größere Anerkennung durch die Politik wurde gewünscht. „Was alle suchen, ist eine zentrale Struktur sowie eine entsprechende Infrastruktur. Das geht von einer Homepage bis zu Räumlichkeiten, die zur Verfügung gestellt werden“, erklärte Uta Koch.

„Es ist deutlich geworden, dass es Handlungsbedarf gibt. Hier sind wir gefordert, neutral und koordinierend eine übergeordnete Plattform zu schaffen“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel, Ideengeber für das erste Kulturforum Sundern. „Wir hatten vorher die Sorge, dass wir vielleicht dem einen oder anderen auf die Füße treten und das hätte man nachvollziehen können. Und dann war es ganz anders gekommen“, freute sich der Bürgermeister über die Vielzahl an Rückmeldungen und die Klarheit der Aussagen.

„Behutsam, aber beständig“

„Es macht deutlich, dass die Idee, die wir hatten, scheinbar die richtige ist“, bilanzierte Brodel, der versprach an dem Thema weiterzuarbeiten. „Es musste jemand anstoßen, aber wir nehmen uns zurück. Unser Ziel ist es daher, das sehr behutsam, aber beständig weiterzuentwickeln.“

„Es ist auch der richtige Zeitpunkt für ein Kulturforum gewesen“, ergänzte Uta Koch vor dem Hintergrund, dass viele Vereine derzeit vor den gleichen Herausforderungen – Mitgliederschwund, Überalterung, Digitalisierung – stehen und sich neue Denkweisen und Entwicklungen in den Vereinen abzeichnen. Auch ein Diskussionsprozess über Kulturpolitik sei nach dem Wegbrechen der Stadtgalerie momentan in vollem Gange, ergänzte Irmgard Harmann-Schütz, Kulturinteressierte und Sprecherin des „Runden Tisches Kultur“. Eine gute Gelegenheit, „die Kulturszene in Sundern mitzunehmen und neu aufzustellen“.

Und thematisch sehr fokussiert gearbeitet hatte man bereits beim Kulturforum, wo man nicht nur Herausforderungen und Schwierigkeiten, sondern auch Wünsche und Ideen erarbeitete. „Die Teilnehmer haben sich ernst genommen gefühlt in ihrer Rolle, ihre Bedarfe mitzugestalten“, spiegelte Uta Koch wider. „Wenn man so eine Stimmung hat, dann muss es einfach weitergehen“, so Uta Koch. „Das ist eine Energie, die nicht einfach im Raum stehen bleiben darf.“ Ein zweites Kulturforum soll bereits im Frühjahr stattfinden – wieder mit Begleitung von Moderatoren. „Wir geben Nährboden ab und da muss jetzt was wachsen“, verdeutlichte Ralph Brodel die Rolle der Stadt bei dem Prozess.

 Vereinsverantwortliche, die sich für die Dokumentation zum ersten Kulturforum interessieren, können sich bei Uta Koch im Kulturbüro unter ☎ 0 29 33/8 12 09 melden.

 

Die meistgenannten Prioritäten

  • generationsübergreifendes Konzept
  • Kultur wie Kunst & Musik mischen
  • vernetzte und moderne Formate für Museen, Bibliotheken und Ausstellungen
  • einen „Kulturort“ mit unterschiedlichen Angeboten schaffen/städtische Räume für Musik, Kunst und Proberäumer
  • Veranstaltungen bündeln und in verbesserter Form in einem Veranstaltungskalender (digital und print) darstellen
  • Informationsplattform (für Förderungen) beziehungsweise Ansprechpartner für Finanzierung, Hilfen, Fördergelder
  • Fundus für Veranstaltungsequipment
  • hauptamtliches Personal
  • gut aufgestelltes Stadtmarketing
  • zentrale Stelle für Kommunikation
  • Wertschätzung regionaler Künstler fördern

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