„Etwas Greifbares entwickeln“

Arbeitskreise sollen Ideen für Innenstadt erarbeiten

+
Über Visionen für die Sunderner Innenstadt sprachen Einzelhändler und Eigentümer zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtmarketing eG, Antonius Becker.

Sundern. Auf Einladung der Stadtmarketing Sundern eG fanden sich am Mittwochabend rund 20 betroffene Einzelhändler und Eigentümer der Sunderner Fußgängerzone in der Stadtgalerie ein, um gemeinsam mit neuen Ideen dem derzeitigen „Stillstand“ bei der Innenstadtentwicklung entgegen zu wirken.

Diese sollen in künftigen Arbeitskreisen konkretisiert und dem Rat als klare Forderungen vorgelegt werden.

„Die Fußgängerzone in Sundern gibt es seit rund 30 Jahren. Seitdem hat sich nichts geändert. Bei den Planungen wurde stets nur im Großen gedacht. Da sich die Parteien im Rat lediglich auf den minimalsten Nenner einigen konnten, sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf, zusammen zu kommen und endlich etwas Greifbares zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Belebung der Innenstadt zu entwickeln. Und zwar alle an einem Strang und völlig unpolitisch“, begründete Antonius Becker, Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtmarketings, das Vorpreschen der eG.

Leerstände, fehlende Attraktivität, wenig gastronomische Vielfalt, wenig Lebendigkeit – trotz Kundenparkplätzen en masse in unmittelbarer Nähe: Seit vielen Jahren ist es um Sunderns Herzen, ähnlich wie bei Fußgängerzonen in anderen Städten dieser Größe, offenkundig schlecht bestellt. Ein Dilemma. So sieht Becker drei wichtige Hotspots, die umgehend in Angriff genommen werden müssten.

Franz-Josef-Tigges-Platz

 Zum einen sei es die Zukunft des Franz-Josef-Tigges-Platzes. Ein Investor plant auf dieser Fläche einen Neubau für ein großes Ladengeschäft. Dieses Vorhaben hätte für einen politischen Schwelbrand gesorgt, bei dem eine Entscheidung noch völlig offen sei. „Wir sollten den Platz mit so viel Potential unbedingt erhalten, attraktiver gestalten und mehr für öffentliche Veranstaltungen nutzen“, so die Meinung des Vorsitzenden Antonius Becker. Dieser schlossen sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde fast ausnahmslos an.

Levi-Klein-Platz 

Als zweiten Hotspot sieht Becker den Levi-Klein-Platz. Auch hier sei kein Handeln mit der Brechstange vonnöten. „Die farbigen Fassaden, der Brunnen, die Nähe zur Röhr. Der Platz ist doch schön.“ Schon mit „kleineren“ Maßnahmen könne hier viel erreicht werden. So hielten einige die Schaffung einer kleinen Oase mittels direktem Zugang zur Röhr für sinnvoll. Auch über eine „buntere“ Fassadengestaltung weiterer angrenzender Gebäude solle man noch einmal nachdenken. So könne man sich in Form eines Fassaden-Wettbewerbs unter Umständen 70 Prozent Förderung sichern. Das beinhalte dann nicht nur einen farbigen Neuanstrich, sondern eine komplette Sanierung. Mit dem Ziel, ein harmonischeres Gesamtbild zu schaffen.

Mündung der Linnepe 

Als dritten Hotspot, „schönste Ecke“ und gleichzeitig größte Vision sieht Becker die komplette Umgestaltung der Fläche an der Mündung der Linnepe in die Röhr im Bereich zwischen der Polizei und der Alten Kornbrennerei: „Hier sehe ich das größte Potential, um ein parkähnliches Areal mit hoher Aufenthaltsqualität direkt am Wasser schaffen zu können.“

Und noch weitere Vorschläge machten die Runde. So könne man sich eine Verkleinerung der Fußgängerzone durchaus realistisch vorstellen, indem man den Verkehr im nördlichen Bereich bis hin zur Pfarrkirche wieder öffnet und einspurig über den Lockweg ableitet. Verkehrsführung, Parkplatzsituation, Eigentumsverhältnisse und Berücksichtigung des Radverkehrs: Wichtig sei, möglichst viele mit in die Pläne einzubinden, runde Tische zu bilden und in Konsens zu gehen, gemeinsam und von politischen Zwängen befreit.

Weitgehende Einigkeit herrschte jedenfalls, dass im Gesamten eine Verdichtung angestrebt werden müsse: „Am Jahresende werden neun Geschäftslokale leer stehen. Wir sollten auf keinen Fall noch mehr auf Wachstum setzen und die Verkaufsfläche vergrößern. Vor allem brauchen wir mehr Gastronomie sowie Wohnraum. Es wird Zeit, dass schnellstmöglich etwas passiert. Jetzt hoffen wir vom Stadtmarketing, dass sich viele Betroffene uns anschließen und mit ihren Ideen einbringen werden“, appellierte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare