Bürger sollen gehört werden

Sunderner Ausschuss diskutiert lange über Klinikerweiterung und Seehof-Pläne

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Über Ideen und Pläne für die ehemalige Fläche des „Seehofs“ in Langscheid diskutierte der Ausschuss lange und ausführlich.

Sundern – Angesichts der geplanten frühzeitigen Bürgerbeteiligung für die großen Bauvorhaben im Ortsteil Langscheid hat sich der Fachausschuss Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur (SUI) in seiner Sitzung am Dienstag für mehr Spielraum für Diskussionen über die Vorhaben entschieden. Konkret sollen für die geplante Erweiterung der Neurologischen Klinik wie für die Neubebauung des ehemaligen Seehofs Pläne und Absichten von Investoren offen mit den Bürgern diskutiert werden können. Zahlreiche Bürger aus Langscheid verfolgten die Sitzung.

„Wir sollten den Bebauungsplan vor der frühzeitigen Bürgerbeteiligung nicht so festzurren“, riet Fachbereichsleiter Lars Ohlig im Ausschuss zur Diskussion über den Bebauungsplan „Klinik Langscheid“. 

In der von der Verwaltung vorgelegten Vorlage war bereits der räumliche Geltungsbereich des bestehenden Bebauungsplans geändert worden. Ein dort bislang festgesetztes Wohngebiet wurde aus dem Geltungsbereich genommen und das Plangebiet auf 1,5 Hektar Fläche neu eingegrenzt. Es findet seine Grenzen jetzt neu im Norden an der Straße „Im Hesselieth“, im Osten durch die Wohnbebauung, im Süden durch die Straße „Nachtigallenhain“ sowie im Westen durch die „Lindenstraße“. Im Flächennutzungsplan ist die Fläche als „Sondergebiet-Klinikgebiet“ dargestellt. 

"Wir müssen ja mal irgendwann in die Gänge kommen"

Fachbereichsleiter Ohlig erklärte, dass im Bebauungsplan bereits alle Anregungen nach den Vorstellungen der Planer berücksichtigt worden seien. Mit Blick auf das enge Baufenster sollten diese Aspekte zusammen mit Argumenten von Bürgern und Behörden in die vorgezogene Beteiligung mit eingebracht werden. In der Diskussion macht Jürgen ter Braak für die SPD klar, dass sie eine Öffnung des Verfahrens begrüßen würde. Für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sprach sich Hans Klein (WISU) aus. Damit solle sich der Bauherr bereits frühzeitig festlegen. In diese Idee stimmte auch der Ortsvorsteher von Langscheid, Michael Pellmann, mit ein. „Wir müssen ja mal irgendwann in die Gänge kommen“, so Pellmann. 

Fachbereichsleiter Ohlig riet, die Bürger nach dem geltenden Recht schon frühzeitig über Ziele und Zwecke der Planung zu informieren. Die bereits im Ausschuss geführte Diskussion gehe schon viel zu tief. Gegen einen Freibrief für Investoren sprach sich Marcus Schauerte (CDU) aus. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss in der Abstimmung dann für den Vorschlag einiger Mitglieder, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. 

Pläne für "Sorpesee Living" vorgestellt

Interessiert hörte der Ausschuss dann von den Vorschlägen für die teilweise Neubebauung der Fläche des ehemaligen „Seehofs“ in Langscheid. Werner Scheiwe stellte im Ausschuss für den Investor die Idee unter dem Titel „Sorpesee Living“ vor. Demnach soll das Gebiet direkt an der Straße „Zum Sorpedamm“ neben einer Wohnbebauung zur Langscheider Straße auch acht bis zwölf Ferienwohnungen sowie eine „Event Location“ in der ehemaligen „Seehof“-Villa beherbergen. Eine zudem dort neu geplante Gastronomie solle im Stile des vorhandenen „Treibguts“ errichtet werden. Offene Fragen hinsichtlich Größe und Höhe sollen mit der Verwaltung erarbeitet und mit den Bürgern diskutiert werden. 

In mehreren Stimmen aus dem Ausschuss wurde der aktuell schlechte Zustand der Fläche bemängelt. So wurde von Jürgen ter Braak angeregt, schon vor dem Baubeginn die Fläche in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Inhaltlich gab es zu den präsentierten Vorschlägen einige Fragen der Ausschussmitglieder, die wissen wollten, ob Miet- oder Eigentumswohnungen geplant seien und die Ferienwohnungen ohne Dauer-Wohnen angeboten werden könnten. 

Verwaltung prüft Neuausweisung von Wohnbauflächen

Siegried Huff (Linke) forderte, an der Stelle ein anderes Gesicht von Langscheid zu zeigen. Er widersprach dem Bau von Wohnungen an der Stelle. In Langscheid gebe es keine Wohnungsnot, die Wohnbebauung würde nur ein „Todesstoß für den Tourismus in Langscheid“ bedeuten. Dieser Einschätzung widersprach Ortsvorsteher Pellmann. In Langscheid gebe es sehr wohl Bedarf für Wohnen, immer wieder höre er von Anfragen Interessierter, die vor allem die von Arzt, Supermarkt und Schule geprägte gute Infrastruktur in Langscheid schätzten. Positiv sei auf der Ortsringsitzung schon darüber gesprochen worden, dass die alte Villa in dem Plan erhalten bleibe. Sorge mache ihm die räumlich Nähe zur Seebühne und der durch Veranstaltungen entstehende Lärm. „Wir brauchen für eine Bürgerversammlung konkrete Vorstellungen und wollen dem Investor aber auch ein klares Signal geben“, so Pellmann. Und das müsse lauten, dass man sich das so vorstellen könne. 

Alfred Heidbrink (FDP) sprach sich dafür aus, der Verwaltung bei der in der Vorlage aufgeführten Vorgehensweise das Vertrauen zu schenken. Mit zu vielen Bedenken schon bei der Vorstellung des Vorhabens sollten interessierte Investoren nicht sofort verprellt werden. Nach rund einstündiger Beratung nur zu diesem Thema folgte der Ausschuss der Beschlussvorlage der Verwaltung mehrheitlich. Demnach prüft sie jetzt die Neuausweisung von Wohnbauflächen und wird die Verfahrensschritte zur Umsetzung der Planungen prüfen.

Bürgerversammlung: Zum Thema „Bebauung auf dem Parkplatz des Bildungszentrums Sorpesee“ an der Brunnenstraße in Langscheid wird es am Montag, 11. November, um 18.30 Uhr eine Bürgerversammlung im Haus des Gastes geben. Dazu sind alles interessierten Bürger eingeladen.

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