Lösung unter Zeitdruck gesucht 

Abriss verhindern: Heimatbund möchte Lukaskirche wieder aufbauen

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Die Lukaskirche in Sundern wurde als „Notkirche“ von Otto Bartning konzipiert. Der Sunderner Heimatbund möchte sie an anderer Stelle wieder aufbauen

Sundern. Der Termin für die Entwidmung der Lukaskirche in Sundern rückt immer näher. Am 16. Juni wollen die Gemeindemitglieder dort ihren letzten Gottesdienst feiern. Für Sommer ist der Neubau des Gotteshauses samt Gemeindezentrum geplant. Zeitnah nach der Entwidmung soll die Lukaskirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg für protestantische Flüchtlinge gebaut wurde, abgerissen werden. Den Abriss versucht der Sunderner Heimatbund – unter Zeitdruck – noch abzuwenden.

„Wir versuchen eine Lösung zu finden, die Kirche an anderer Stelle wieder aufzubauen“, sagt der Vorsitzende des Heimatbundes Sundern, Dr. Friedrich Schulte-Kramer. Dafür ist der Heimatbund allerdings auf die Ideen der Bürger angewiesen. 

Hintergrund der Initiative: Der Sunderner Kirchenbau habe eine herausragende Bedeutung gleich in mehrfacher Hinsicht: architektur-, kultur- und kirchengeschichtlich. Daher hat sich auch die Otto-Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK) aus Berlin eingeschaltet, die den Heimatbund mit einer Resolution unterstützt. Die zwischen 1946 und 1953 deutschlandweit errichteten „Notkirchen“ von Otto Bartning bilden ein einzigartiges Flächen- beziehungsweise Ensembledenkmal, begründet die Arbeitsgemeinschaft ihr Engagement. Seit einigen Jahren gebe es eine mit 7.580 Unterstützungsunterschriften gestartete Initiative zur Anerkennung der Bartning-Notkirchen als Unesco-Weltkulturerbe. 

Geld und Räumlichkeiten zur Lagerung gesucht 

Der Heimatbund sieht die einzige Chance zur Erhaltung der Kirche darin, Möglichkeiten für eine Nachnutzung zu finden – beispielsweise als Kultur- oder Begegnungsstätte. „Wir haben schon eine ganze Reihe von Ideen aus der Bevölkerung“, so Dr. Schulte-Kramer. Doch die jetzt dringlichste Herausforderung: Räumlichkeiten für die Zwischenlagerung des Holzständer-Bauwerkes bis zum 16. Juni zu finden. Damit steht und fällt die Initiative zur Rettung des Bauwerks. Auch hier sei man auf Vorschläge aus der Bevölkerung angewiesen (Ideen an: f.schulte-kramer@t-online.de). 

Wie hoch die Kosten für einen Abbau sind und welchen Anforderungen die Räumlichkeiten gerecht werden müssen, will der Heimatbund-Vorsitzende mit der OBAK klären, die solche Prozesse schon begleitet hätte. Für den Wiederaufbau nach fachlichen Kriterien für eine ehrenamtliche Nachnutzung könne man sich um Fördergelder bewerben, der Abbau sei nicht förderfähig. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, gibt Dr. Schulte-Kramer nicht auf, Räumlichkeiten und Spender zu finden.

Presbyterium begrüßt das Projekt

 „Anfang Februar trat der Heimatbund mit dem Vorschlag an uns heran“, so Pastor Martin Vogt. „Das Presbyterium hat klar gesagt, dass es, wenn es zeitlich noch klappt und unsere Pläne nicht durcheinander bringt, das Projekt begrüßt.“ Auch der Architekt habe das Unterfangen als realisierbar eingeschätzt und man habe dem Heimatbund den Grundriss zur Verfügung gestellt.  Bisher habe man jedoch noch keine konkreten Angaben für eine Nachnutzung vorliegen  Das Presbyterium hatte sich, wie berichtet, für einen Neubau der Lukaskirche entschieden, weil man sich nach der Schließung der Markuskirche in Langscheid vergrößern möchte. Technisch sei der Ausbau der Kirche zwar möglich gewesen, diese Alternative könne jedoch mit den Erweiterungsmöglichkeiten eines Neubaus nicht mithalten.

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