„Gedanken zur (menschlichen) Natur“ heißt das übergreifende Motto

Sunderner "Kulturmärz 2019" lockt mit Kunst, Musik und Lesung

Die Vorstandsmitglieder der Kulturrings Sundern, Jürgen terBraak (li.) und Ferdi Tillmann zeigen zwei Gemälde des Malers Paul-Hermann Schoedder. Foto: Ute Bosen

Sundern. In Sundern steht der „Kulturmärz“ in den Startlöchern. Der „Kulturring“ hat sich zu seiner mittlerweile schon traditionellem Veranstaltungsreihe im Monat März wieder einiges einfallen lassen. „Wir streben immer ein gemeinsames Oberthema, die regionalen Anbindung von Thema oder Künstlern und eine hochwertigen Qualitität an“, versicherte Vorstandsmitglied Jürgen terBraak. „Gedanken zur (menschlichen) Natur“ heißt das übergreifende Motto in diesem Jahr, das der Kulturring von den verschiedenen Genres beleuchten lässt.

Den Auftakt macht eine Ausstellung in der „Akademie für Kunst und Kultur“ im Berghaus in Stockum. Am Sonntag, 3. März, findet um 11 Uhr findet die Vernissage zu „Paul-Hermann Schoedder - Landschaftsbilder eines umstrittenen Malers“ statt. 1887 wurde Schoedder in Iserlohn geboren. Er wohnte ab 1930 bis zu seinem Tod im Jahr 1971 in Hüttebrüchen bei Allendorf. Studiert hat der Sauerländer an der Kunstakademie in München. Dort beendete der Maler sein Studium nach dem ersten Weltkrieg als Meisterschüler. Er war Lehrer an der Kunstgewerblichen Schule in Dortmund, leitete 1935 die Große Westfälische Kunstausstellung im Dortmunder Haus der Kunst und arbeitete nach dem Krieg von 1949 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1952 wieder als Studienrat an der Werkkunstschule Dortmund. 

„Er hat vom Portrait über das Stillleben bis zum Akt alles gemalt“, erklärte Werner Neuhaus. Der Historiker hat sich im Vorfeld mit der Vergangenheit des Künstlers, der sich während der Zeit des Nationalsozialismus mit Portraits und großen Leinwandbildern der Zeit anpasste, auseinandergesetzt. „Auf seinem Entnazifizierungsschein wurde Schoedder als Mitläufer in der Kategorie fünf eingestuft wurde,“ wusste Neuhaus, der sich das Dokument, im Zuge der geplanten Ausstellung, zukommen ließ. „Im Berghaus werden ausschließlich Landschaftsbilder von ihm zu sehen sein. Seine, während der NS-Zeit entstandenen Portraits stellen wir nicht aus“, versicherte Neuhaus, der zur Ausstellungseröffnung mehr aus dem Leben des umstrittenen Malers preisgeben wird. „Wir haben uns das gut überlegt, ob wir diese Ausstellung machen wollen, erklärte Jürgen terBraak und Ferdi Tillmann ergänzte: „Wir wollten keine Berührungsängste haben.“ Zur Ausstellung der Landschaftsbilder von Paul-Hermann Schoedder werden auch Skulpturen seiner Tochter, einer Schülerin von Johannes Dröge, zu sehen sein. 

„Persönliche und anrührende Chronik“ 

Cellistin Cornelia Briese umrahmt das Lesekonzert.

Als „Gegenpol“ bezeichnete terBraak die zweite Veranstaltung des Kulturmärzes. Ebenfalls im Berghaus in Stockum findet am Samstag, 9. März, um 19 Uhr ein „Lesekonzert“ statt. Die Berliner Schauspielerin Cornelia Schönwald liest Auszüge aus den Erinnerungen der jüdischen Cellistin Anita Lasker-Wallfisch vor. „Eine sehr persönliche und anrührende Chronik einer jungen Frau die das KZ Ausschwitz überlebte. Es lässt uns die Leidensfähigkeit und Abgründe der menschlichen Natur überdenken“, meinen dazu die Mitglieder des Kulturrings. Begleitet wird die Lesung durch passende Musikstücke, dargeboten von der Cellistin Cornelia Briese. Von sich aus sei die Schauspielerin, Hörbuch und Synchronsprecherin Cornelia Schönwald auf den Kulturring zugekommen und habe Interesse gezeigt. „Ein Zeichen für unsere hochwertigen Veranstaltungen“, freute sich terBraak. 

„Veronika der Lenz ist da“ 

Weiter geht es am Freitag, 15. März, um 19 Uhr. Dann heißt es im Sunderlandhotel „Veronika der Lenz ist da“. Im Zeichen des Frühlings steht das Konzert der Sopranistin Yvonne Prentki und dem Pianisten Benedikt terBraak. Lieder von der Romantik bis in die Moderne, die das Erwachen der Natur im Frühling in den Mittelpunkt stellen, werden zu hören sein. Da natürlich auch das Fröhlich sein zur Natur des Menschen gehört, hat der Kulturring die Aufführungen des Chors „Barditus“ in das Programm vom „Kulturrmärz“ aufgenommen. Der Chor, unter der Leitung von Wolfgang Bitter, hat sich mit der bekannten und beliebten „Muppet-Show“ auseinandergesetzt. Am Samstag, 30. und Sonntag, 31. März finden jeweils um 17 Uhr die musikalischen Aufführungen statt. Außergewöhnlicher Veranstaltungsort ist das Haus der Wohnkultur an der Mescheder Straße in Sundern. 

Diese eigene Veranstaltung des Chores „Barditus“ kostet 15 Euro. Alle anderen Aufführungen des „Kulturmärzes“ sind wie immer kostenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare