Musik, Malerei und Literatur

Sunderner Kulturmärz beginnt am kommenden Samstag

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Ferdi Tillmann, Friedel Schültke, Jürgen ter Braak und Werner Neuhaus (v. l.) stellten das diesjährige Kulturmärz-Programm im Hof-Café in Sundern vor.

Sundern. Der Kulturmärz steht in den Startlöchern. Mit einem abwechslungsreichen Programm blickt der Kulturring Sundern in diesem Jahr zum großen Teil auf Zeiten, die von Krieg und Revolution geprägt waren: Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Das Lebensgefühl dieser Zeit kam damals auch in der Musik zum Ausdruck, erklärte der Kulturring-Vorsitzende Werner Neuhaus.

Ein Jazzkonzert ist daher der erste Termin im Kulturmärz. Am kommenden Samstag, 3. März, geht es los. „Das Leben geht weiter“ heißt das Programm, in dem das „Gatsby-Quartett“ – bestehend aus Benedikt ter Braak am Klavier und drei Sängerinnen – im Hof-Cafe in der Röhre Jazzmusik der 1920er- bis 1940er-Jahre präsentiert. „Jazz ist Lebensfreude. Die Musik war die Antwort auf den Ersten Weltkrieg, die Revolution und die Wirtschaftskrise“, so Werner Neuhaus. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, das Hof-Café bittet aber um Anmeldung unter ☎02933/909580. 

Im Berghaus – Akademie für Kunst und Kultur in Stockum finden die drei nächsten Veranstaltungen der Kulturmärz-Reihe statt. Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ haben sich zwei Kunstkurse des Städtischen Gymnasiums Sundern unter der Leitung ihrer Lehrerin Marie-Luise Bergmann mit dem Thema „Krieg und Frieden“ auseinandergesetzt. Im Berghaus stellen die Jugendlichen ihre Werke aus. Dabei stand ihnen frei, welcher Mittel sie sich bedienen. Gemeint war hier nicht zwingend der Krieg zwischen oder innerhalb von Staaten, sondern auch Krieg im eigenen Kopf oder in zwischenmenschlichen Beziehungen, die künstlerisch umgesetzt wurden, verriet Werner Neuhaus. Die Vernissage zur Ausstellung findet am Sonntag, 18. März, um 11 Uhr im Berghaus statt. Der Eintritt ist frei. 

"Komödie mit ernsten Untertönen" 

Die zweite Veranstaltung im Berghaus ist ein Konzert der Berliner Band „Artemis and the small Gods“. Im Stil der 1970er-Jahre erwartet die Besucher an diesem Abend „Indie-Folk mit Seele“. „Ein bisschen wie die Friedensbewegung der 70er-Jahre“, bemerkte Kulturring-Schriftführer Jürgen ter Braak. Das Konzert findet am Freitag, 23. März um 20 Uhr im Berghaus statt. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 8 Euro. 

„Glaube, Sitte, Heimat“ heißt die dritte Veranstaltung in der Stockumer Akademie für Kunst und Kultur. Der Ehrenvorsitzende des Kulturrings, Friedel Schültke, hat den Kontakt zu Theaterschauspieler Thomas Kramer hergestellt. Zusammen mit der Sängerin Cindy Weinhold bietet Kramer in einer „konspirative Kneipenkonferenz“ Gesang und Texte, die das Thema Heimat in den Mittelpunkt stellen. „Diese Veranstaltung trägt den Charakter ‘Komödie mit ernsten Untertönen’“, meinte Werner Neuhaus. Thomas Kramer ist gebürtiger Grevensteiner. Sein Schauspielstudium absolvierte er am Mozarteum in Salzburg. Zurzeit ist er festes Mitglied am deutschen Nationaltheater in Weimar. „Glaube, Sitte, Heimat“ findet an zwei Abenden in passender Atmosphäre in der alten Gaststube im Berghaus statt – am Samstag und Sonntag, 24. und 25. März, jeweils um 20 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf beim Stadtmarketing 10 Euro und an der Abendkasse 12 Euro. 

Beendet wird der Kulturmärz am Donnerstag, 29. März, mit einem Lesekonzert im Sunderland Hotel. Benedikt ter Braak wird Werke aus der Revolutions- und Weimarer Zeit am Flügel spielen. Werner Neuhaus liest dazu Passagen aus Tagebüchern und Briefen von drei ganz unterschiedlichen Sauerländer Zeitzeugen vor. Dabei handelt es sich um den Gefreiten Quintert aus Eslohe, der fürchterlich auf Adlige, Kriegstreiber und Pfarrer schimpft, wie Werner Neuhaus verriet, um den Geistlichen Lorenz Pieper, einem frühen NSDAP-Mitglied, und um den Mescheder Priester Ferdinand Wagener, der im Ersten Weltkrieg als Seelsorger im Kriegsgefangenenlager in Meschede tätig war. Das Lesekonzert findet um 19-30 Uhr statt, der Eintritt ist frei.

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