Startschuss für Tigges-Platz gefallen

Gestaltungsbeirat begleitet weitere Planungen 

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Die Frage, wie breit der Zugang zum Tigges-Platz von der Fußgängerzone werden soll, wird den Gestaltungsbeirat und die Ausschussmitglieder noch beschäftigen.

Sundern – Eine Grundsatzentscheidung zur Gestaltung des Franz-Josef-Tigges-Platzes fällten die Sunderner Politiker am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur (SUI). Die Ausschussmitglieder gaben grünes Licht für das geplante Wohn- und Geschäftshaus. Dabei soll dieKonzeption der Projektentwickler BAP/MDP sowie des Büros Zakowski weiterverfolgt werden – so der mehrheitliche Beschluss (elf Ja-Stimmen, eine Enthaltung). Die Konzeption des Ratsmitglieds Bernd Schwens erhielt zwei Stimmen.

Die weitere Konkretisierung wird zunächst Thema im Gestaltungsbeirat sein, der die Objektplanungen begleiten soll. Die Ausschussmitglieder sprachen sich mehrheitlich, bei nur einer Enthaltung, für das Gremium aus, das eine beratende Funktion und keine Entscheidungskompetenzen hat. Der Beirat soll indes nur mit dem Projekt Tigges-Platz betraut werden und nicht mit der Entwicklung der kompletten Innenstadt. Gleichwohl empfahl Klaus Tolle (parteilos), den Gestaltungsbeirat als Pilotprojekt zu sehen, um „einfach mal auszuprobieren, macht das Sinn oder nicht?“ Die Fraktionen sollen bis zum 15. Januar Mitglieder benennen – nicht nur aus dem politischen Raum, sondern auch Fachleute aus der Bürgerschaft, damit sich die Politik nicht selbst berät, wie Bernd Schwens vorher gewarnt hatte.

Diskussion zur Durchgangsvergrößerung 

Gesprächsstoff hat das Gremium nicht nur mit der architektonischen Ausgestaltung. Wie sich in der Sitzung zeigte, besteht überdies auch Diskussionsbedarf darüber, wie breit der Zugang von der Fußgängerzone zum Tigges-Platz werden soll. Die beiden vorgestellten Varianten des Investors und des Architekten – entweder eine Breite von 6,50 Metern oder 9,23 Metern – gingen Marcus Schauerte (CDU) nicht weit genug. Von der Immobilie her sei es auch möglich, eine 17 Meter große Öffnung zu schaffen. Während Roland Tappe (BAP) dafür plädiert hatte, das Straßenbild der Fußgängerzone nicht zu sehr aufzureißen, legt die CDU ihre Priorität darauf, die alte Johannesschule in ihrem ganzen Ausmaß sehen zu können und den Franz-Josef-Tigges-Platz als zentralen Platz im Zentrum ganzheitlich zu entwickeln. „Das ist der Start. Es ist möglich über Varianten zu sprechen“, entgegnete Tappe. Wichtig sei nur: Man brauche 1.000 Quadratmeter als Grundfläche – 360 Quadratmeter werden dafür von der Stadt benötigt.

Warten wollte man auch – bis die Planung konkreter ist – mit der Diskussion über das Stellplatzproblem. Der Ausschuss folgte, mit einer Enthaltung, dem Antrag der CDU, diesen „Punkt heute zu streichen.“ Gleiches galt für die Frage über die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. 

Klinikerweiterung nicht diskutiert

Auch über die Einleitung eines Planverfahrens zur Erweiterung der Neurologischen Klinik Sorpesee in Langscheid wurde derweil nicht diskutiert.Die CDU hatte beantragt, den Tagesordnungspunkt abzusetzen, weil sie die Kompromissbereitschaft des Betreibers vermisste. Bereits in den vorangegangenen SUI-Sitzungen hatte, wie berichtet, die Fraktionen die Sorge umtrieben, ob der geplante Baukörper städtebaulich verträglich sei. Ortsvorsteher Michael Pellmann hatte in der Pressemitteilung der CDU argumentiert: „Sowohl die Höhe als auch die Position des geplanten Baukörpers bedeuten einen massiven Einschnitt für das Ortsbild und die Anwohnerinnen und Anwohner. Die Klinik muss sich auch künftig in das Ortsbild von Langscheid einpassen, deshalb möchte auch ich unter diesen Voraussetzungen nicht in eine frühzeitige Beteiligung einsteigen.“ Mit neun Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde das Thema abgesetzt.

Eine Resolution Richtung Haupt- und Finanzausschuss sowie Rat setzten die SUI-Mitglieder ab, um der Personalnot in der Abteilung Stadtentwicklung und Umwelt ein Ende zu setzen. „Dieser Appell muss am Montag mit beraten werden“, betonte Tim Hoffmann (CDU) mit Blick auf die Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss (17.30 Uhr, Ratssaal). „Es wird zu gravierenden Einschnitten kommen, was die Bearbeitung von Verfahren und die Erledigung anstehender Arbeiten/Aufgaben betrifft“, hatte Fachbereichsleiter Lars Ohlig zum wiederholten Mal angemahnt.

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