Arbeitskreis stellt Ergebnisse am 27. Juni vor 

Ausschuss möchte noch am Friedhofskonzept feilen

Alternative Bestattungsformen wie Baumgräber werden bisher in Enkhausen angeboten. Foto: Fotolia/Zauberkugel Studio

Sundern. Beratungsbedarf haben die Mitglieder des Ausschusses Arbeiten und Leben in Sundern noch zum sensiblen Thema des Friedhofswesens. Mehrheitlich stimmten sie in der Sitzung am Donnerstag dafür, das Friedhofskonzept für die Jahre 2019-2024 zur Beratung in die Fraktionen zu verweisen, um „eventuell noch Ergänzungen vorzunehmen oder an der einen oder anderen Stelle noch zu feilen“, wie Ausschussvorsitzender Jens Kunen (SPD) zusammenfasste.

In der Folge wurden auch die Neukalkulation der Friedhofs- und Bestattungsgebühren und Neufassung der Friedhofssatzung in die Fraktionen verwiesen. In der nächsten Sitzung am 27. Juni soll ein Arbeitskreis – bestehend aus je einem Vertreter der Fraktionen und Stefan Laufmöller, zuständiger Abteilungsleiter der Stadt, – weitere Ergebnisse für das Konzept präsentieren.

Vor allem die Frage, wie man sich künftig aufstellen, welche Bestattungsformen man noch ins Portfolio aufnehmen möchte sowie viele Fragen zu den Gebühren stehen hier etwa im Fokus.

Kontrovers waren die Ansichten über die Zukunft der 14 Friedhöfe. Werner Kaufmann (Bürger für Sundern) stellte infrage, ob man mit Blick auf die Kostenintensität der überdimensional hohen Anzahl an Friedhöfen alle weiter betreiben wolle. Ferner sprach er sich dafür aus, nicht auf allen Friedhöfen alles anzubieten.

Währenddessen sich Sibylle Rohe-Tekath, Ortsvorsteherin von Hellefeld, für den Erhalt der Friedhöfe in den Ortschaften stark machte und dringend davor warnte, nur auf einem Friedhof eine Bestattungsform vorzuenthalten. „Ich bin komplett dagegen.“

Die Verwaltung hatte in ihrer Vorlage geraten, die zurzeit nicht belegten Friedhofsflächen dauerhaft vorzuhalten. Aufgrund der demographischen Entwicklung rechne man mit einer Verdopplung der Sterbezahlen, so Laufmöller.

„Wir können die Kosten nicht weiter reduzieren

Andiskutiert wurde auch die Frage, ob man die Kosten für die Bürger senken könne. Laufmöller verwies dabei jedoch auf die gesetzliche Vorgabe einer 100-prozentigen Deckung. Daher könne man die Kosten nicht weiter reduzieren. „Städtische Defizite müssten aus allgemeinen Steuermitteln reingeschossen werden, was rechtlich nicht in Ordnung ist.“ Auch wenn andere Kommunen dies so handhaben würden, wolle sich die Verwaltung weiter rechtskonform verhalten. Stefan Lange (CDU) sprach sich dennoch dafür aus, in der weiteren Beratung zu prüfen, ob gewisse Subventionen an manchen Stellen möglich oder sinnvoll seien.

Noch nicht ad acta legen wollte man die Diskussion, einen Bestattungswald in Sundern einzurichten, auch wenn die Verwaltung in ihrem Konzept dargelegt hatte, dass „die Einrichtung eines Bestattungswaldes außerhalb der bestehenden Friedhöfe zu geringerer Kostendeckung und damit zu Gebührensteigerungen führen würde.“ Aber dies sei kein im Stein gemeißeltes Konzept, sondern nur ein Vorschlag der Verwaltung, betonte Laufmöller.

Ein Ergänzungsvorschlag war dann auch noch kurzfristig vor der Sitzung im Ratsinformationssystem eingestellt worden. Die CDU beantragt darin, auf dem neuen Friedhof in Sundern eine gärtnerbetreute Gemeinschaftsgrabanlage für Urnenbeisetzungen anzulegen. Durch den Abschluss eines Dauergrabpflegevertrages werde die Pflege und die Bepflanzung der Grabstätte über die gesamte Nutzungszeit im Vorfeld durch ein attraktives Komplettangebot zu einem günstigen Preis abgesichert.

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