Schützen spenden für Spezialfahrrad

IWB plant mit Leader weitere Fahrräder anzuschaffen 

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Aus den Einnahmen zweier Offiziersbälle wurde ein Rollstuhlfahrrad finanziert und an den IWB Sundern übergeben.

Sundern. Ein Fahrrad für Menschen mit Behinderung, darüber freuen sich die Mitglieder des IWB (Elterninitiative Integrativer Wohnverbund für Menschen mit Behinderung) in Sundern. Am Dienstag stellten Mitglieder das neu angeschaffte Spezialrad vor. Möglich gemacht hatten die Anschaffung des teuren Spezialfahrrads die Erlöse aus den Offiziersbällen aus den Jahren 2015 und 2018.

Immer im Drei-Jahresrhythmus feiern alle 16 Schützenvereine aus dem Stadtgebiet diesen Ball. Beim Offiziersball 2015 in Allendorf sei der Gedanke gefasst worden, die IWB bei der Anschaffung eines Fahrrads zu unterstützen, erklärte der Stockumer Brudermeister Manfred Dünnebacke. Die Einnahmen von etwa 3.000 Euro hätten aber nicht ausgereicht für dieses mindestens 10.000 Euro teure Spezial-E-Bike. Daher habe man weitere drei Jahre gewartet und nun die Einnahmen aus dem jüngsten Ball hinzugenommen. Außerdem suchte die St.-Hubertus -St. Johannes Nepomuk Bruderschaft von Stockum nach weiteren Geldern und fand bei den heimischen Firmen Tillmann-Profil, Tillmann-Wellpappe, Klute Garten und Landschaftsbau, der Bäckerei Vielhaber und der Filiale der Volksbank Sauerland Unterstützung. So überreichten die Schützen 8.500 Euro für das Rollstuhlfahrrad.

Bei der offiziellen Vorstellung des neuen Rads fuhr Veronika Eickelmann von der IWB mit der neuen Errungenschaft vor. Auf dem vorgelagerten Rollstuhl saß Natascha Möller, die schon mal das kleine Stück mitfahren durfte. „An diesem Modell kann der vorne angebrachte Rollstuhl heruntergenommen werden. So kann man bei einem Ausflug zum Beispiel auch mal absteigen und irgendwo einen Kaffee trinken“, erklärte die Mutter von Natascha, Silvia Möller. Auch der Erste Vorsitzende des IWB, Norbert Otto, war mit seiner Tochter Barbara auf dem Rad vorgefahren. Ein dreirädriges Tandem, das sich die Familie privat angeschafft hat. Vater und Tochter waren bereits viele Kilometer damit unterwegs: „Solche wichtigen Erlebnisse, diesen Perspektivwechsel und das Gefühl von Freiheit möchten wir vielen Menschen mit Behinderung ermöglichen“, so Otto. 

Fahrrad kann bei Interesse ausgeliehen werden

Aufgrund der hohen Kosten ist es nicht möglich ein solches Spezialfahrrrad selber anzuschaffen. Daher könne man bei Interesse das Fahrrad der IWB ausleihen. „Auch unser eigenes werden wir dafür zur Verfügung stellen“ so Otto. Bei diesen beiden Rädern soll es nicht bleiben. „Gerade sind wir damit beschäftigt uns mit „Fahrtwind inklusiv – Sundern am Sorpesee“ als Leader-Projekt anzumelden“, sagte Veronika Eickelmann. Acht Spezialräder in verschiedenen Versionen wolle man anschaffen. Dann könne die IWB für jeden Bedarf das richtige Fahrrad verleihen. So soll zum Beispiel eines mit einer Art Rampe versehen sein, auf der eine Person im eigenen Rollstuhl befestigt werden kann, oder ein Fahrrad mit zwei Sitzen nebeneinander. 

65 Prozent der Kosten (gesamt 77.700 Euro) würde die Leaderförderung übernehmen. Für die IWB bliebe ein Eigenanteil von 27.195 Euro. „Die Spende der Schützenvorstände kann schon jetzt in den Eigenanteil eingerechnet werden“, freute sich Eickelmann. Als Standorte für die viel Stellplatz benötigenden per Elektromotor angetriebenen Fahrräder sollen das künftige Wohnheim an der kurzen Straße und eine weitere Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung im Zentrum von Sundern dienen. Zudem sei man im Gespräch für einen zusätzlichen Standort in Amecke“, verriet Otto.

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