„Stormchaser“ bestätigen Verdachtsfall

Tornado fegt in Unwetter-Nacht über das Sauerland - und richtet große Schäden an

Durch Bilder wie dieses sind die „Stormchaser Sauerland“ sich sicher, dass in der Nacht zu Sonntag ein Tornado über Sundern zog.
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Durch Bilder wie dieses sind die „Stormchaser Sauerland“ sich sicher, dass in der Nacht zu Sonntag ein Tornado über Sundern zog.

Ein heftiges Unwetter zog in der Nacht zu Sonntag über das Sauerland. Einen Ort traf es besonders schlimm. Die „Stormchaser Sauerland“ sind sich sicher: Es war ein Tornado.

Sundern - Gegen 2 Uhr wurde es mitten in der Nacht taghell: In der Nacht zu Sonntag zuckten unzählige Blitze im Sekundentakt am Sauerländer Himmel und sorgten für ein ungewöhnliches Naturschauspiel.

Doch das Unwetter, das in dieser Nacht über dem Sauerland tobte, brachte nicht nur schön anzuschauendes Himmelsleuchten mit sich, sondern auch starke Sturmböen und teils heftigen Starkregen. Einen Ort traf es besonders schlimm: In Sundern bescherte die Gewitterzelle, die zwischen 2 und 3 Uhr über die Stadt zog, der Feuerwehr eine einsatzreiche Nacht.

Tornado in Sundern: Windhose richtet in Unwetter-Nacht Schäden an

Bis Sonntagvormittag zählten die Brandschützer 34 Einsatzstellen, an denen vor allem umgestürzte Bäume beseitigt oder überflutete Straßen gesperrt werden mussten. Erst zwei Wochen zuvor hatte ein weiteres Unwetter in Sundern heftig zugeschlagen, sodass Bäche über die Ufer traten und Straßen und Keller unter Wasser setzten.

Weil es im Gewerbegebiet „Dümpel“ besonders große Schäden gab, vermutete die Feuerwehr bereits am Sonntag, dass eine Windhose durch das Areal gezogen sein könnte. „Hier gibt es größere Schäden an Gebäuden und abgestellten Fahrzeugen. Bauzäune und Bäume sind umgestürzt“, berichtete die Feuerwehr Sundern auf ihrer Facebook-Seite. Zum Teil wurden ganze Hallendächer abgedeckt.

Tornado in Sundern: Stormchaser Sauerland bestätigen Verdachtsfall

Die „Stormchaser Sauerland“, ein Verein von Hobbymeteorologen aus der Region, stuften das Ganze am Montag als Tornado-Verdachtsfall ein. Am Dienstag bestätigten sie den Verdacht auf ihrer Facebook-Seite: Über Sundern sei tatsächlich ein Tornado gezogen. Von Amecke aus sei der Wirbelsturm über die Settmecke bis nach Stemel gezogen - und habe dabei stellenweise „ordentlich Schaden“ angerichtet. Dennoch hätten die Menschen in Sundern im Großen und Ganzen „sehr viel Glück gehabt“, erklären die Stormchaser, die den Tornado auf der Stufe F1 der Fujita-Skala einstufen.

Besonders im Gewerbegebiet „Dümpel“ zwischen Sundern und Stemel richtete der Tornado große Schäden an.

Auf der „Tornadoliste Deutschland“, die der Meteorologe Thomas Sävert betreibt, wird der Tornado in Sundern als „plausibel“ eingestuft. Anwohner hätten in der Röhrstadt und am Sorpesee eine Trichterwolke gesehen, heißt es dort. Fotos, die die Stormchaser Sauerland auf Facebook veröffentlichten, bestätigen das.

Erst vor wenigen Wochen war ein Tornado bei Blüggelscheidt, einem kleinen Örtchen bei Meschede, gesichtet worden. Die Windhose zog an dem 50-Einwohner-Dorf vorbei, eine Anwohnerin hielt das im Foto fest.

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