Feuerwehr im Dauereinsatz - Sorpesee ist randvoll

Überflutungen treffen Stadtgebiet Sundern schwer - Feuerwehr zieht Bilanz

Überschwemmungen in Sundern
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Insgesamt war die Feuerwehr der Stadt Sundern rund 42 Stunden im Einsatz.

Die Überflutungen durch den Starkregen haben die Stadt Sundern sehr schwer erwischt. Wie stark das Ausmaß ist, wurde spätestens klar, als die Polizei am Abend twitterte „Hachen ist nicht mehr befahrbar“. 

Update, 16. Juli, 15.02 Uhr: Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke zeigte sich schockiert und betroffen über das Starkregeneregnis und dessen Folgen.

Update, 16. Juli, 14.43 Uhr: Die Feuerwehr der Stadt Sundern hat am späten Donnerstagabend den Einsatztag resümiert. Über den gesamten Donnerstag wurden wieder etliche Keller von Wohn- und Geschäftsgebäuden sowie Firmen- und Gewerbehallen ausgepumpt.

„Einsatzschwerpunkt war die Innenstadt (Fußgängerzone). Hier war ein großer Teil unsrer Einheiten vor Ort, um die Keller von Wohn- und Geschäftsräumen auszupumpen. Unterstützt wurden wir auch hier wieder vom THW. Zwei größere Gewerbeobjekte in der Röhre und am Selscheder Weg wurden ebenfalls durch das Technische Hilfswerk ausgepumpt. Insgesamt wurden am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 296 Notrufe (Einsatzstellen) von der Kreisleitstelle an die Einsatzzentrale in Sundern übermittelt. Diese wurden in Spitzenzeiten von mehr als 450 Einsatzkräften abgearbeitet“, schildert die Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite.

Am Donnerstag gegen 20:45 Uhr waren alle Einheiten wieder an ihrem Standort. Die Einsatzbereitschaft für den Grundschutz an der Feuerwache in Sundern wurde ebenfalls aufgehoben. Der Einsatz im Rahmen der Unwetterlage dauerte somit rund 42 Stunden. Die Feuerwehr bedankte sich für die Unterstützung und Zusammenarbeit bei den Feuerwehren aus Olsberg und Medebach, dem Technischen Hilfswerk aus Arnsberg, Gütersloh und Paderborn, dem DRK Neheim-Hüsten und Sundern, sowie den Technischen Diensten (Baubetriebsamt) der Stadt Sundern und die Firma Hilgenroth für die technische Unterstützung. Persönliche Dankesworte gingen auch an die Bevölkerung: „Den netten Menschen in unserer Stadt, die sich bei uns persönlich an der Feuerwache und auch direkt an den Einsatzstellen bedankt haben, für die tolle Verpflegung in der Fußgängerzone mit Eis, Getränken und Backwaren - dass war TOP! Die netten Worte und das Lob haben uns immer sehr motiviert.“

Update, 16.05 Uhr: Wie die Volksbank Sauerland informiert, wird die Filiale in der Sunderner Fußgängerzone auf Monate nicht nutzbar sein. Pressesprecher Jörg Werdite: „Auch am Standort in Hachen gibt es, bedingt durch die starken Regenfälle und daraus resultierende Stromabschaltung, große Einschränkungen.“ Ab Montag, 19. Juli, wird daher die Filiale Stockum ganztägig geöffnet. Die Mitarbeiter aus Sundern werden für ihre Kunden in anderen Geschäftsstellen zur Verfügung stehen. Auch der Standort Hachen soll während der Zeit der Sanierung in Sundern ganztägig zur Verfügung stehen und ist ab Montag geöffnet. Bis auf Weiteres bestehe für die Volksbank-Kunden außerdem die Möglichkeit an den Geldausgabeautomaten der Sparkasse in Sundern kostenfrei Geld abzuheben.

Die Fußgängerzone in Sundern stand gestern am späten Mittwochnachmittag vollständig unter Wasser.

Update, 12.19 Uhr: Wie die Polizei soeben twittert, laufen die Reparaturarbeiten an der Gasleitung, die Straßensperrung wurde inzwischen wieder aufgehoben.

Update, 11.25 Uhr: Aktuell ist die Hachener Straße erneut gesperrt. Hintergrund ist ein Feuerwehreinsatz wegen Gasaustrittes. Wie lange die Sperrung andauert ist laut Polizei noch offen. Umliegende Gebäude würden evakuiert.

Erstmeldung - Im Laufe des Nachmittags bis zum späten Abend erreichten die Feuerwehr mehr als 250 Notrufe über die Kreisleitstelle erreicht. Die Hauptstraße in der Kernstadt und die Ortsdurchfahrt von Hachen standen um Mitternacht immer noch komplett unter Wasser. Sperrungen wegen überfluteter Straßen und voll gelaufene Keller gab es aber auch in zahlreichen anderen Orten des Sunderner Stadtgebietes.

Wie die Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite berichtet hätten zwei fast zeitgleiche Kellerbrände in Hachen und der Kernstadt die Kameraden zusätzlich gefordert. „Im Gewerbegebiet „Schweinsohl“ konnten wir einen Gewerbebetrieb mit einer Galvanik in einem Kraftakt vor den Wassermassen schützen. Nicht auszumahlen, was passiert wäre, wenn auch hier die Wassermassen uns in die Knie gezwungen hätten“, so die Feuerwehr.

Mit allen Mitteln versuchten die Menschen die Wassermassen von ihren Häusern fern zu halten.

„Großartige Unterstützung erhalten wir von Einsatzkräften aus Olsberg und Medebach. Auch Einsatzkräfte des THW aus Arnsberg und Paderborn sowie des DRK Neheim-Hüsten unterstützen uns bei diesem Großeinsatz.“ Der Landrat hatte am Abend für Teile des Hochsauerlandkreises den Katastrophenalarm ausgelöst. Die Feuerwehr warnte Bürger davor, das Haus zu verlassen und betroffene Bereiche zu betreten.

Der Einsatz werde wohl auch noch am Donnerstag weiterlaufen. „Bitte habt Verständnis dafür, dass wir noch immer nicht überall sofort helfen können. Wir arbeiten am Limit.“ Über Facebook kommentierten zahlreiche Bürger und dankten den Kameraden für ihren unermüdlichen Einsatz.

Unwetter im HSK: Überschwemmungen in Sundern

Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Unwetter im HSK: Überschwemmungen in Sundern

Am Donnerstagmorgen ist laut Polizei im Stadtgebiet Sundern die L 687 (zwischen Wildewiese und Finnentrop Rönkhausen) halbseitig gesperrt. Auch die K24 zwischen der L839 bei Hellefeld und Linnepe ist wegen Überflutung nicht befahrbar.

Sorpesee zu 95 Prozent gefüllt

Während der Hennesee gestern „übergelaufen“ ist, bestätigte der Ruhrverband dies auf Kurier-Nachfrage für den Sorpesee nicht: „Es gibt hier noch Reservekapazitäten von etwa fünf Prozent, so dass der See wahrscheinlich nicht in den Überlauf kommt“, so Pressesprecher Markus Rüdel. Die Zuläufe seien zudem aktuell leicht rückläufig, da derzeit kein neuer Niederschlag hinzukommt. 

So wird erst im Laufe des Tages zu sehen sein, welche Schäden die Wassermengen hinterlassen haben. Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke hat für den Mittag zu einer Pressekonferenz geladen.

Wir berichten weiter.

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