Ein Ort für Kunst und Kultur

Umgebautes "Berghaus" in Stockum feiert festliche Einweihung

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Staatssekretär Klaus Kaiser (l.) hielt die Festrede vor zahlreichen Gästen in der neuen Galerie der „Akademie für Kunst und Kultur“.

Stockum. Das „Berghaus – Akademie für Kunst und Kultur“ in Stockum feierte am Sonntag seine festliche Einweihung. Eine ganz besondere Atmosphäre versprühte das alte, frisch renovierte Haus. Beeindruckend war, was das Auge zu sehen und das Ohr zu hören bekamem.

Mit dem Kauf der ehemaligen Wirtschaft „Altes Berghaus“ wollte Ferdi Tillmann einen Platz für die Kunstwerke seines Freundes Johannes Dröge, Bildhauer, NRW-Staatspreisträger und Ehrenbürger von Sundern, schaffen. Im Dachgeschoss hat das „Erbe“ des Künstlers nun eine dauerhafte Bleibe gefunden. 

Aber nicht nur das ist Ferdi Tillmann im Berghaus gelungen: Fünf Künstler haben in der mittleren Etage bereits seit mehr als einen Jahr Werkstätten für sich gefunden und sich zur „Künstlergemeinschaft Berghaus“ zusammengeschlossen. Mit dem letzten Renovierungsabschnitt, dem Umbau der Kegelbahn zum Ausstellungsraum, wurde das alte Gebäude nun ganz der Kunst und Kultur gewidmet. 

Zur Einweihung war das Berghaus sprichwörtlich voll bis unter das Dach. Besonders viele Gäste waren gekommen, um die Räumlichkeiten der Künstler und die Ausstellung zu Ehren von Johannes Dröge mit Werken des Malers Uwe Will und der Bildhauerin Gabriele Schulz zu sehen. Natürlich zog es die Besucher auch auf den Dachboden, um einen Blick auf die Werke von Johannes Dröge zu werfen. 

"Wir haben hier noch Einiges vor"

Zwei Ehrenbürger und Freunde: Ferdi Tillmann (l.) und Johannes Dröge.

Nicht alle Ehrengäste wie Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel oder den Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg wollte Ferdi Tillmann zur Begrüßung besonders erwähnen. Diese Ehre wurde nur Johannes Dröge zuteil: „Wenn es Johannes nicht mit seinen Wünschen und Vorstellungen gegeben hätte, ständen wir heute nicht hier.“ Dröge sei beunruhigt gewesen, was mit seinem Fundus geschehen solle, wenn er einmal keine Verantwortung mehr dafür tragen könne. Damit habe er auch ihn beunruhigt, erklärte Ferdi Tillmann. 

Stockums Ortsvorsteher Reimund Klute habe ihm schließlich den Tipp gegeben: „Das Alte Berghaus steht doch zum Verkauf.“ Zufälle und Glück hätten sie beim Um- und Weiterbau des Hauses vorzüglich begleitet, freute sich Tillmann. Die ziemlich heruntergekommene mittlere Etage sei renoviert worden und werde nun gut von der Künstlergemeinschaft belebt. Durch die Idee eines Schülers von Dröge sei aus der dunklen Kegelbahn ein wunderschöner Ausstellungsraum geworden, in dem in Zukunft Kunstaustellungen ebenso wie Konzerte stattfinden sollen. 

„Wir haben hier noch Einiges vor“, versprach Ferdi Tillmann, der das Gebäude ebenso wie die Akademie für Kunst und Kultur als kulturellen Mehrwert für Sundern sieht. Den Beweis für die gute Akustik der ehemaligen Kegelbahn lieferte der Stockumer Meisterchor „ConVoice“, der die Einweihung musikalisch untermalte. Die Festansprache hielt der Landtagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Klaus Kaiser. Den Künstler Johannes Dröge zum Ehrenbürger gemacht zu haben, dazu könne man Sundern nur gratulieren. Das Berghaus betitelte Kaiser als eines der besten Beispiele bürgerschaftlichen Engagements, ohne das die Kulturszene in NRW nicht bestehen könne. „Ein idealer Standort, um Kunst und Kultur zu entdecken“, meinte der CDU-Politiker. 

Kunstwerke in der ganzen Welt

„Es ist ein Privileg, an diesem hier Anteil zu haben“, erklärte Elke Frommhold, die für die Künstlergemeinschaft im „Berghaus“ sprach. „Für das, was Sie hier möglich gemacht haben, reicht ein großes ‘Danke’ gar nicht aus“, sagte sie zu Ferdi Tillmann. Mit Johannes Dröges Kunst unter einem Dach vereint zu sein und ihn immer wieder persönlich vor Ort zu haben, sei etwas Besonderes, versicherte sie. 

Dröge selbst richtete seinen Dank an Ferdi Tillmann und an alle, die ihm geholfen haben. Seine Kunstwerke stehen in der ganzen Welt – in Jekaterinburg, 2500 Kilometer hinter Moskau das am weitesten entfernte, wie er berichtete. Nie habe er viel von sich erzählt, habe seine Arbeit für sich gemacht. „Ich darf machen, was ich kann. Und das steht oben“, erklärte Dröge und wies damit auf die Ausstellung seiner Werke im Dachgeschoss hin. Gottes Segen bekam das „Berghaus“ durch den katholischen Pfarrer Josef Pohlmeyer und den evangelischen Pfarrer Martin Vogt. 

Jeden letzten Freitag im Monat hat das Berghaus für alle Interessierten geöffnet. Dann können die Ausstellungen angesehen und Gespräche geführt werden. Wer möchte, darf gegen einen kleinen Obolus bei den Künstlern im Atelier auch mal selber etwas ausprobieren.

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