1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Sundern

Ungewöhnliches Erbe: Bürgerstiftung sucht Nachfolger für Apotheke im Sauerland

Erstellt:

Von: Rebecca Weber

Kommentare

Antonius Apotheke Allendorf Bürgerstiftung
Die Bürgerstiftung Sundern hat die Antonius-Apotheke in Allendorf geerbt und sucht jetzt einen neuen Apotheker. © privat

Ein ungewöhnliches Erbe stellt die Vorstandsmitglieder einer Bürgerstiftung im HSK derzeit vor besondere Herausforderungen.

Sundern – Der Bürgerstiftung Sundern ist im vergangenen Jahr ein ungewöhnliches Stiftungsvermögen zugeflossen, das die Vorstandsmitglieder derzeit vor eine besondere Herausforderung stellt:  Es gilt eine Nachfolge für die Antonius-Apotheke in Allendorf zu finden. Damit bestätigt die Bürgerstiftung auch die in den vergangenen Wochen aufgekommenen Gerüchte.

Wie kam es dazu? Die ehemalige Inhaberin und ihre Familie sind der Bürgerstiftung Sundern schon seit Jahren als Zustiftende verbunden und sie vererbte der Stiftung, in den Familien-Stiftungsfonds zufließend, nach ihrem Tod im August 2021 ihr gesamtes Vermögen, einschließlich des Apothekengeschäftes sowie der Immobilie an der Allendorfer Straße.

„Eine extreme Seltenheit“

Dass eine Bürgerstiftung eine Apotheke erbe, sei schon eine extreme Seltenheit, das hätte auch der Bundesverband bestätigt, machte Matthias Ostrop, Vorsitzender des Sunderner Stiftungsvorstandes, jetzt deutlich. Allerdings kann die Bürgerstiftung selbst die Apotheke nicht weiterführen,.

Denn: Der Betrieb von Apotheken ist in Deutschland nur ausgebildeten (zertifizierten, registrierten) Apothekern erlaubt. Ein gesetzlich vorgesehener Übergangs-Zeitraum von zwölf Monaten, in dem die langjährige Mitarbeiterin Dr. Ulrike Ruland als ausgebildete Apothekerin das Geschäft derzeit (kommissarisch) weiterführt, ermöglicht es der Bürgerstiftung nun, einen Nachfolger für den Weiterbetrieb der Apotheke zu finden. Das Haus könne die Stiftung hingegen auch weiterhin behalten.

Lebensqualität und Infrastruktur erhalten

Der Vorstand der Bürgerstiftung hatte noch vor den Entscheidungen zur Erbschaftsannahme fachkundige Beratung und Expertise seitens des Bundesverbandes für Stiftungen sowie von Erbrechtsspezialisten und Fachexperten für Steuerrecht eingeholt und wird seitdem bei der Suche der Nachfolge aktiv unterstützt.

„Es gibt inzwischen erste vielversprechende Kontakte, die wir in den nächsten Wochen intensivieren wollen“, so Matthias Ostrop. Ziel sei es, bis August 2022 die Nachfolge zu regeln und so auch den Arbeitsplatz der acht Mitarbeitenden in Allendorf zu sichern. Wenn die Apotheke – übrigens gegründet im Jahr 1846 – schließen müsste, würde für die Anwohner aus dem Einzugsgebiet Hagen, Wildewiese, Amecke und Allendorf ein großer Teil an Lebensqualität und Infrastruktur fehlen.

Auch interessant

Kommentare