„Kirche hat zur Liebe viel zu sagen“

Auch für Gemeinden ist der Valentinstag ein besonderer Anlass

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Den Valentinstag nehmen auch heimische Kirchengemeinden zum Anlass, um die Liebe zu feiern. Foto: M.I.S-Sportpressefoto

Hüsten/Neheim/Sundern – Oft wird behauptet, der Valentinstag sei eine Erfindung geschäftstüchtiger Blumenhändler. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwappte der Brauch aus den USA nach Deutschland über, der seitdem am 14. Februar Floristen, Schmuck- und Pralinenverkäufern oder Gastronomen klingelnde Kassen beschert. Tatsächlich hat der Valentinstag christliche Wurzeln. Bereits im vierten Jahrhundert nach Christus wurde ein Valentin verehrt (siehe Internetlink), bis der Gedenktag 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen wurde und bei vielen in Vergessenheit geriet. Dass der Gedenktag, der gemeinhin mit romantischer Liebe assoziiert wird, in der Kirche seinen Platz hat, zeigen aber auch die Neheimer, Hüstener und Sunderner seit Jahren.

Eine kleine Tradition ist es schon in Neheim, die Menschen zu einem ökumenischen Valentinsgottesdienst einzuladen. „Das Thema Liebe ist ein wichtiges Thema, zu dem auch die Kirche viel zu sagen hat“, erklärt Pfarrer Dr. Udo Arnoldi von der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim. „Ich bin durchaus erfreut, wenn sich Menschen von diesem Angebot ansprechen lassen“, sagt der Seelsorger, wenngleich er als Privatmann dem „weltlichen“ Valentinstag nicht aufgesessen ist und noch nie etwas an diesem Tag verschenkt hat. „Aber warum den Valentinstag nicht auch in der Kirche feiern?“, sagt Arnoldi.

Nicht nur romantische Liebe

„Liebe und Kirche – das ist in meinen Augen nicht abwegig“, sagt auch Stefanie Schumacher, die den ökumenischen Valentinsgottesdienst in der Christuskirche mitorganisiert. „Der Valentinstag hat das Thema als Aufhänger, was uns alle bewegt. Nämlich die Liebe. Wenn man sich die Bibel anschaut, da gibt es viele Geschichten über die Liebe und natürlich auch viele Liebespaare“, erklärt die Presbyterin. „Außerdem finde ich, Kirche sollte da sein, wo die Menschen sind. Mit Themen, die Menschen bewegen.“

Den Gedenktag auf die romantische Liebe zu reduzieren, hält Stefanie Schumacher für zu kurz gegriffen. „Ich lade ja nicht nur Liebespaare ein. Was ist mit denen, deren Liebe gescheitert ist oder deren Liebe beendet ist ? Nur weil ich nicht mehr liebe, kann mich mein Partner doch noch lieben. Nur weil ich meinen geliebten Partner durch den Tod verloren habe, liebe ich ihn ja nicht weniger? Es gibt so viele Situationen, wo die Liebe eben nicht mehr romantisch ist, sondern auch schmerzhaft. Manchmal überwindet ein Paar diesen Schmerz gemeinsam und manchmal leider nicht.“

Die Botschaft, die die Neheimer in diesem Jahr den Liebenden mit auf den Weg geben wollten: „Das Schönste aber hier auf Erden ist lieben und geliebt zu werden“ (Wilhelm Busch) – denn Liebe ist ein „Tu-Wort“. Jeder, der in einer Beziehung lebe, und davon gebe es viele verschiedene Arten, müsse etwas tun, damit Liebe, damit Beziehung gelingt, betont Schumacher. „Ein Rosenstrauß allein wird es nicht sein. Ein Besuch des Gottesdienstes am Valentinstag allein wird es wahrscheinlich auch nicht sein. Wichtig ist, sich gegenseitig was Gutes zu tun.“ Ganz wichtig ist der Presbyterin auch: „Wir sind nicht allein. Wir haben jemanden, der uns immer liebt. Auch wenn wir ihn manchmal nicht verstehen und an ihm zweifeln.“

"Menschen brauchen Zeichen"

Den Paaren Impulse zu geben, ist auch dem Vorbereitungsteam des Gottesdienst zum Valentinstag der Pfarrei St. Petri Hüsten ein Anliegen. Seit mehr als zehn Jahren lädt die Gemeinde alle Verliebten und Liebenden zu einem offenen Gottesdienst mit Rosen, Sektempfang, musikalischer Untermalung, gedämpftem Licht, Impulsen und Segnung ein. „Denn Kirche ist gerade ein Ort, an dem man die Liebe feiern kann“, sagt Maria Eggenhofer stellvertretend für das Vorbereitungsteam. „Die Gottes-Mensch-Beziehung wird durch Liebe gekennzeichnet. Dieser theologische Gedanke wird durch die Menschen in ihren Beziehungen konkret.“ Und in dem ganzen Jahrzehnt stand immer ein anderer Aspekt der Liebe im Fokus – so vielfältig ist das Thema. In diesem Jahr waren die Liebenden aufgefordert, gemeinsam eine Karte mit Gedanken und Zeichen über die Liebe im Alltag zu schreiben: Was tut uns gut? Was ist für uns wichtig? Das Pfarrbüro wird diese Karten dann zum jeweiligen Hochzeits- oder Jubiläumstag dem Paar nach Hause schicken.

„Menschen brauchen Zeichen“, sagt Maria Eggenhofer, die daher auch am „weltlichen“ Valentinstag kein Problem darin sieht, Zeichen für sich zu nutzen. „In welchem Ausmaß, das muss jeder selber entscheiden.“

Auch in Sundern hatte das Pastoralteam gestern anlässlich des Valentinstags zu einem Gottesdienst für Liebende eingeladen, in dem der Liebe mit allen Sinnen nachgespürt werden sollte. „Denn Liebe ist bedeutend mehr als ein romantisches Gefühl des Augenblicks; Liebe ist, sich in den Spuren des Lebens von Gott tragen zu lassen“, hieß es in der Einladung zu dem Gottesdienst in der Krypta der Christkönig-Kirche. „ Der Valentinstag wurde gewählt, da der Heilige Valentin seit vielen Jahrhunderten als Schutzpatron der Liebenden verehrt wird.“

Weitere Informationen zu den Ursprüngen und den Legenden über den heiligen Valentin gibt es zum Beispiel hier.

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