"Ganz großes Kino"

Veranstalter von "Kultur Rockt" in Dörnholthausen ziehen sehr positives Fazit

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Schauspielerin Natalia Wörner präsentierte sich bei „Kultur Rockt“ sehr publikumsnah.

Dörnholthausen. Wieder einmal ist es „Kultur Rockt“ gelungen, Maßstäbe im kleinen Dörnholthausen zu setzten. Rock/Pop und klassische Musik, Literatur, Bildende Kunst und Theater für Kinder – das „Sommerfestival im Pferdestall“ begeisterte einmal mehr Publikum wie Künstler.

Dem Auftakt mit Max Giesinger, einem der zurzeit gefragtesten deutschen Musiker am Donnerstagabend folgte am Freitag die Lesung mit Natlia Wörner. Der Funke der Sympathie sprang sofort über, als die bekannte Schauspielerin im blumenbedruckten Overall und – weil die sommerlichen Temperaturen an diesem Abend eine Pause einlegten – mit wärmender Strickjacke die Bühne betrat. 

Das Publikum, im wieder voll besetzten Pferdestall begrüßte Natalia Wörner mit begeistertem Applaus. „Ich habe noch nie in einem Pferdestall mit so vielen Menschen ein Buch gelesen. Das glaubt mir zu Hause keiner“, lachte die Schauspielerin. Dann las sie über eine Stunde aus dem Buch „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante vor und zog das Publikum mit hinein in die Geschichte zweier Freundinnen, von denen die eine spurlos verschwindet. Nach der Lesung blieb Natalia Wörner dem Publikum noch lange zum Künstlergespräch und für Autogramme erhalten. 

"Unser gemeinsames Baby"

Echo-Preisträger Alexander Krichel begeisterte das Publikum in Dörnholthausen mit einem Solo-Auftritt und einem gemeinsamen Konzert mit Timothée Botbol.

Die verbleibenden beiden Abende gehörten der klassischen Musik. Alexander Krichel, der Starpianist, der in den großen Konzerthallen die Musikwelt begeistert, gehört von der ersten Stunde an zu „Kultur Rockt“. Am Samstagabend stand sein Solo-Auftritt auf dem Programm, am Sonntag wurde das Kulturfestival mit der Premiere des gemeinsamen Auftritts von dem Cellisten Timothée Botbol und Krichel beendet. „Es ist unglaublich“ oder „Er wird immer noch besser“ waren Kommentare der Konzertbesucher, nachdem sie dem virtuosen Spiel von Krichel gelauscht hatten. „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski war im ersten Teil des Klavierkonzerts zu hören. Zehn Bilder, von Mussorgski vertont, machte Krichel regelrecht spürbar. Zuvor hatte er dem Publikum – eher unüblich für klassische Konzert – jedes der Bilder eingehend erklärt. „Das hat uns gut gefallen“, war von den Gästen zu hören. 

Mit Maurice Ravels „Miroirs“ (Spielgelbilder) durften die Zuhörer den Werken lauschen, die Alexander Krichel gerade erst auf einer CD veröffentlicht hat und die von Kritikern hoch gelobt wird. Standing Ovations gab es vom Publikum an diesem Abend und Alexander Krichel hängte zwei Zugaben an sein Konzertprogramm . 

Matthias Berghoff knüpfte den Kontakt zu Alexander Krichel während der Entstehung seines Buches „Genuss“. Wie die beiden im Gespräch mit dem SauerlandKurier verrieten, war es Krichel, der die Idee zu dem Konzert im Pferdestall hatte. „Es ist unser gemeinsames Baby“, lacht der Starpianist. „Wir empfanden es damals fast schon unverschämt, einen 100.000 Euro teuren Flügel hierhin zu holen“. Heute freuen sich die beiden über so viel positives Feedback. „So lange ich hergebeten werde, komme ich immer wieder“, versichert Krichel, der sich bei Familie Berghoff in Dörnholthausen fast schon zu Hause fühlt und begeistert ist von den vielen Menschen, die bei „Kultur Rockt“ freiwillig helfen – „nicht weil sie müssen, sondern weil sie Teil der Sache sind“. Der vielbeschäftigte Starpianist lebt in Hamburg und London. Nächste Woche spielt er schon wieder in der Essener Philharmonie vor einem viel größeren Publikum. 

Frank Förster erster Preisträger

Am Sonntag wurde auch das Geheimnis um den ersten Träger des „Kultur Rockt“-Preises für bildende Kunst gelüftet. Frank Förster hatte nach der Jury-Abstimmung denkbar knapp mit nur einem Punkt die Nase vorn. „Die Entscheidung ist der Jury wirklich schwer gefallen“, berichtet Matthias Berghoff, der gemeinsam mit den anderen Organisatoren des Festivals auch eine Stimme abgegeben durfte. 

Nach der fünften Auflage von „Kultur Rockt“ zieht Berghoff eine sehr positive Bilanz: „Das Festival war richtig toll. Es herrschte eine tolle Stimmung und wir hatten wieder tolle Künstler hier. Gerade die beiden klassischen Konzerte zum Abschluss waren ganz großes Kino.“

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