Mit Mut und Schwung anpacken

Verdiente Bürger beim Neujahrsempfang der Stadt Sundern geehrt

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Bürgermeister Ralph Brodel (links) ehrte beim Neujahrsempfang, zu dem auch Stemels Ortsvorsteher Patric Cremer (rechts) begrüßte, wieder Sunderner, die sich in karitativer, kultureller, sportlicher und gesellschaftlicher Hinsicht für das Gemeinwohl der Stadt Sundern verdient gemacht haben.

Sundern/Stemel – „Der Neujahrsempfang der Stadt Sundern ist ein willkommener Anlass, den ehrenamtlich Tätigen zu zeigen, dass sie wichtig sind und um Danke zu sagen“, betonte Claudia Hachenei, Vorsitzende des Ausschusses Bildung und Familie, in ihrer Begrüßungsrede in der Schützenhalle Stemel. Die Ehrung verdienter Bürger war einer der Höhepunkte des Empfangs, bei dem auch Bürgermeister Ralph Brodel Rückschau und Ausblick auf die Kommunalpolitik hielt, einen Festredner begrüßte, der den Blick auf die revolutionierte Welt von übermorgen warf, und die Ehrungen von sieben Bürgern sowie eines Vereins vornahm.

„Ihnen ist es nicht gleichgültig, was um Sie herum geschieht. Sie wenden sich Problemen zu, suchen gemeinsam mit anderen nach Lösungen und packen mit an“, lobte Claudia Hachenei die Ehrenamtler, die beim Neujahrsempfang geehrt wurden – auch „stellvertretend für alle Menschen, die in Sundern mit ihrem Mut und Schwung zum menschlichen Zusammenhalt beitragen“. Sieben Ehrenamtler wurden auf Vorschlag der Ortsvorsteher sowie die Arnsberger Tafel mit ihrer Ausgabestelle in Sundern auf Initiative von Bürgermeister Brodel geehrt (siehe unten).

Dr. Michael Schult, stellvertretender Landrat, wünschte sich für den HSK, „dass Bürger weiter dieses Interesse für ihren unmittelbaren Heimatort aufzeigen und sich engagieren“. Vielerorts gebe es Hoffnung für weitere Perspektiven. Im Bereich der Digitalisierung sei der HSK insgesamt gut aufgestellt, sie bleibe aber mit der Nachhaltigkeit weiter das Zukunftsthema. „Für 2020 sollte das gemeinsame Bestreben sein, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Lösungen für den ländlichen Raum suchen.“

Stemels Ortsvorsteher machte in seiner Begrüßungsrede Werbung für den gastgebenden Ort: „Stemel ist kein reiner Durchfahrtsort, wie alle meinen. Wer hier nur durchfährt, verpasst eine Menge. Stemel ist ein starkes Stück Sauerland.“ Eine Kostprobe aus dem Stemeler Vereinsleben gab es vom MGV Sangesfreunde Stemel, der neben Dieter Bielz den Empfang musikalisch begleitete.

Bürgermeister Ralph Brodel hatte Jörg Heynkes (links) als Gastredner eingeladen.

Dank sprach Bürgermeister Brodel an die Schützenbruderschaft, die freiwillige Feuerwehr und die Stemeler aus, die beim Neujahrsempfang mit ins Rad griffen. Das Stichwort Digitalisierung fehlte auch nicht in seiner Neujahrsrede, in der er einige der herausragendsten aktuellen Entwicklungen und Projekte der Stadt skizzierte. „Zusammen genommen sind wir in allen Bereichen aktiv, die unsere Stadt liebens- und lebenswert machen. Von der Kinderbetreuung zur Jugendarbeit bis hin zu wichtigen Angeboten für alle Generationen. Von Tourismus bis Schuldenabbau, von Mobilität, Bildung, Sicherheit und Umwelt.“ Er warb, weiter gemeinsam an Sunderns Zukunftsfestigkeit zu bauen. „Sundern ist nicht nur unsere Zukunft, sondern kann auch Zukunft, wenn wir alle dafür, gemeinsam und vorurteilsfrei, einstehen“, warnte Brodel vor zunehmenden Anfeindungen in der Gesellschaft. „Achtung, kritischer Respekt und Gemeinsinn führen zu einem Mehrwert, der unsere Stadt weiterbringt.“

Dass die Zukunft völlig anders aussehen werde, „als wir uns heute die Welt häufig vorstellen“, so Brodel, führe Gastredner Jörg Heynkes aus Wuppertal aus. „Niemand wird unverändert hinausgehen, ob Sie sich nun kritisch oder positiv dazu äußern“, kündigte der Bürgermeister den Redebeitrag über die Zukunft der Transformation an. Der Unternehmer, Redner und Autor widmete sich in seinem einstündigen Vortrag „Klimawandel: Warum wir die Welt nur digital retten – oder gar nicht“ der vierten Industriellen Revolution, der er attestierte: „Die Digitalisierung ist ein Tsunami.“ In seiner Rede führte er die „beiden globalen Megatrends, die unser Leben verändern“, Klimaschutz und Digitalisierung, zusammen und warnte, dass sich die Welt in einer dramatischen Geschwindigkeit verändern werde, wobei er von einem Zeitfenster von bis zu 20 Jahren sprach. „Wir sollten vorbereitet sein, damit wir die Welle reiten können und nicht erschlagen werden.“ Viele hätten noch nicht im Ansatz verstanden, was gerade passiere: „Es geht nur noch um Daten, Daten sind das Öl von heute.“ Mit aktuell nur drei Prozent Anteil an dieser Ökonomie der Zukunft laufe Europa Gefahr, ökonomisch und politisch künftig keine Rolle mehr zu spielen.

"Wir haben ein politisches Problem"

„Wir können das schaffen, wir haben alle Technologien und das Wissen. Wir haben auch kein finanzielles Problem, wir haben ein politisches Problem.“ Gefordert sei Mut, die Risiken beherrschen zu lernen. „Dann können wir auch die Chancen nutzen.“ Chancen der Digitalisierung sieht Heynkes auch für die Komplexe Ernährung, Energie und Mobilität, „ohne den Planeten restlos zu plündern“. So sprach der Wuppertaler beispielsweise über In-Vitro-Fleisch, Stadtfarmen, intelligente Energiewende, autonomes Fahren, „sprechende“ T-Shirts. Mit „Schwarmmobilität“ könne man nicht nur circa 80 Prozent primärer Energie auf den Straßen einsparen, so der Redner. Auch unzählige überflüssig werdende Pkw-Stellplätze würden neuen Raum bieten, um die Städte neu zu gestalten. „Auch Lufttaxis wird es in Sundern geben“, skizzierte der Gastredner seine Ansicht zur Welt von übermorgen. „Sie müssen es ja nicht machen, aber Sie können es“, sagte Heynkes zu den Dingen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Mit Blick auf neue und wegfallende Berufe attestierte er auch: „Es gibt immer Gewinner und Verlierer.“

Das Publikum dankte mit langem Applaus. „Man kann heiß diskutieren, aber man kann nicht sagen, dass es langweilig war“, so Brodel.

Die geehrten Bürger 

  • Allendorf: Franz Clute liegt seit mehr als 50 Jahren die Musik im Dorf am Herzen, zudem hat er viele Stationen bei der Feuerwehr durchlaufen. Einsatz zeigt er auch für die Kolpingsfamilie, den Fußball, die Kommunalpolitik und den Heimatverein. 
  • Endorf: Wilfried Sieland begann sein Engagement für den SV Endorf, später gründete er den SPD-Ortsverein. Auch die Feuerwehr, der SGV Endorf, die Schützen und der Seniorenbeirat profitieren von seinem Einsatz. Ohne seinen Arbeitseinsatz gebe es das Tretbecken in Endorf nicht mehr. 
  •  Enkhausen: Irmhild Schmidt ist seit mehr als 30 Jahren die gute Fee der Dorfgemeinschaft. Nicht nur bei der kfd übernimmt sie Verantwortung, auch bei Veranstaltungen im Dorf ist auf ihr Ideenreichtum und Organisationstalent Verlass. Bekannt ist sie unter anderem auch für das „Runkelschnitzen“.
  •  Linnepe: Franz-Georg Siethoff hat sich bei den Schützen, der Löschgruppe Linnepe und im Pfarrgemeinderat Hellefeld verdient gemacht. Er pflegt unter anderem auch die Ruhebänke an der Linneperhütte. 
  • Stemel: Jürgen Hecking (krankheitsbedingt abwesend) ist als ehemaliger Ortsvorsteher bekannt, auch als Schützenkönig führte er Stemel an. Seine Aktivitäten kamen auch dem Schützenverein, dem CDU-Ortsverband, dem Jubiläumsverein und dem Förderverein Friedhofskapelle zugute. Auch heute noch ist die Freizeitanlage ein Herzensanliegen, jüngst kümmerte er sich etwa um den Bau des Beachvolleyballplatzes. 
  • Sundern: Norbert Otto hat viel für die Inklusion auf den Weg gebracht: 2010 gestartet mit einem Elterninteressenkreis, 2012 folgte die IWB Sundern. Unter seinem Vorsitz setzt sich die IWB in allen Lebenslagen für Behinderte ein. Hilfestellungen gibt er auch als Senioren- und als Behindertenlotse. 
  • Westenfeld: Elisabeth Hablik hat sich seit vielen Jahrzehnten an der kirchlichen Gestaltung des Ortes beteiligt, sie engagierte sich in der Frauengemeinschaft und der Caritas, übernahm die Hausaufgabenbetreuung für überwiegend ausländische Kinder und war eine der Aktiven der ersten Stunde bei der Flüchtlingshilfe Westenfeld. 
  •  Arnsberger Tafel, Ausgabestelle Sundern 2008 eröffnete die Ausgabestelle in Sundern, bei der heute 34 Mitarbeiter zurzeit für 278 Empfangsberechtigte zuständig sind. Leitung in Arnsberg: Peter Hoscheidt, stellvertretend Ewald Hille und Stephan Blefgen, in Sundern: Thea Vielhaber und stellvertretend Karl-Heinz Runte.

Neujahrsempfang Sundern 

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