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Visionen eines neuen innerstädtischen Rad- und Fußweges vorgestellt

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Von: Andre Geißler

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Visionen eines neuen innerstädtischen Rad- und Fußweges in Sundern vorgestellt
Wenig frequentierte Sunderner Innenstadt und leerstehende Geschäftslokale: Die neuen Pläne – inklusive Umwidmung der Fußgängerzone zur Fahrradstraße – könnten zur Belebung beitragen. © André Geißler

Die Realisierung von Plänen, das innerstädtische Sunderner Verkehrswegesystem zugunsten des Rad- und Fußgängerverkehrs neu zu gestalten, soll in naher Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Fußgängerzone leisten. 

Sundern – Mehr noch: Mit dem neuen Konzept im Zeichen der Mobilität der Zukunft als Grundlage möchte die Stadtverwaltung neuen Schwung in den eingeschlafenen Prozess zur dringend notwendigen Weiterentwicklung der Innenstadt bringen.

Von den Industrie- und Geschäftsstandorten im Bereich von Röhre und Ewiger Weg, über die Röhrwiesen und durch die Fußgängerzone bis hin zum Schwemker Ring: Die grundlegende Idee, den gesamten Stadtkernbereich mit einem durchgängigen und hindernisfreien Rad- und Fußwegsystem zu versehen, stammt von den Brüdern Rudolf und Wolfgang Hilgenroth. Gemeinsam mit dem Ingenieur für Verkehrsplanung, Jonas Rademacher, und dem Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke sowie Fachbereichsleiter Lars Ohlig als Vertreter der Verwaltung stellten die beiden altansässigen Sunderner Unternehmer die Visionen nun der Presse vor.

Sehr gute Grundvoraussetzungen in Sundern

„Als Tiefbauunternehmen haben wir tagtäglich damit zu tun, neue Wege zu errichten oder vorhandene aufzuwerten. Wir halten den Ausbau des Radwegenetzes für einen wichtigen Beitrag, sich der großen Aufgabe zur Zukunftsneuorientierung erfolgreich stellen zu können“, betonte Rudolf Hilgenroth. Die Grundvoraussetzungen dafür seien in Sundern sehr gut, da die vorhandenen Wege aufgrund ihres Querschnitts relativ leicht umzugestalten seien.

Im gesamten Innenstadtbereich solle eine blockadefreie Anbindung an die aus der Stadt herausführenden Radwege entstehen. Während bestehende Verkehrsachsen genutzt werden könnten, müsse in den Röhrwiesen eine neue Trasse als Lückenschluss entstehen: „Da wir in diesem Bereich auch Grundstückseigentümer sind, stellen wir die benötigten Flächen gerne der Stadt zur Verfügung“, so der Unternehmer weiter.

„Herzstück mit sicherer und nahtloser Verbindung in alle Richtungen“

Auch Rademacher, der sich intensiv mit dieser Idee auseinandergesetzt hat, hält die Verwirklichung eines neuen Radwegenetzes als innerstädtisches „Herzstück mit sicherer und nahtloser Verbindung in alle Richtungen“ für einen äußerst sinnvollen Beitrag, nicht nur den Anforderungen des immer größer werdenden Anteil des Radverkehrs gerecht zu werden, sondern dem Radfahrer oder Fußgänger gleichzeitig auch den Weg zu den Geschäften, Gastronomielokalen und Institutionen zu erleichtern: „Sicher und bequem per Rad in nur zehn Minuten von Marktkauf bis McDonald´s. Die sogenannten schwachen Verkehrsteilnehmer müssen Vorrang haben. Dafür muss man ihnen mehr Raum geben.“

Auch Sunderns Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke äußerte sich positiv zu den Ideen der Hilgenroth-Brüder: „Ich bin seit nunmehr elf Monaten im Amt. Es wird Zeit, dass wir den Faden zu dem Prozess der Innenstadtentwicklung wieder neu aufnehmen und dabei die bereits in 2018 eingebrachten Ideen und Vorschläge miteinbeziehen. Wir gehen davon aus, dass die politische Richtung bereits klar definiert ist. Diese Vision kann erheblich dazu beitragen, dass das derzeit völlig zerschnittene Sundern zusammengeführt wird.“

Sundern zukunftsorientierter gestalten

Bei den Überlegungen sei in der Verwaltung zudem die Erkenntnis gereift, den Innenstadtbereich insgesamt größer sehen und neu definieren zu müssen. Beispielsweise mit dem Erlangen des Vorverkaufsrecht in großen Teilen des Zentrums sowie dem Entschluss, die neue Kita im Röhrbogen bauen zu wollen, sei man zwischenzeitlich tätig geworden. Jetzt müsse in die Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Eigentümern sowie potentiellen Investoren neuer Schwung kommen, um Sundern zukunftsorientierter zu gestalten und für Einheimische und Gäste attraktiver zu machen.

Ziel ist die Planung eines neuen integrierten Stadtentwicklungskonzept bis 2023 und erste Umsetzungen in 2024. Förderprogramm „Stadt-mit-Wirkung“: Rechtzeitig zum Fristende seien dafür Gelder beantragt worden, die diese Beschleunigung des Prozesses finanziell unterstützen sollen. Fachbereichsleiter Lars Ohlig gestand ein, dass bei diesem eine lange Zeit lang „so gut wie nichts passiert“ sei: „Wir möchten mit Hilfe der Fördermittel eineinhalb neue Stellen für drei Jahre in die Verwaltung installieren. Zudem werden wir vorübergehend leerstehende Ladenlokale für Zwischenlösungen im Bereich Einzelhandel und Gastronomie anmieten. Unabhängig davon kommen sicher auch noch andere Förderprogramme in Betracht.“

Zumindest beim Ausbau der ortsverbindenden Radwege außerhalb der Stadt sei man schon ein paar Schritte weiter: Nach derzeitigem Stand soll beispielsweise noch in diesem Jahr der bestehende, von Radfahrern und Spaziergängern viel frequentierte Schotterweg entlang der Röhr in Richtung Gut Selmke eine Asphaltdecke erhalten. Die weitere Anbindung bis zu den Röhr-/Sorpeauen „Langen Erlen“ und Hachen soll zeitnah im Anschluss ausgebaut werden.

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