Öffnung der Freibäder ungewiss

Entscheidung in Arnsberg vertagt – Strandbad öffnet am 6. Juni

+
Ob das Freibad in Neheim öffnet, ist noch nicht gewiss. In wenigen Tagen soll aber die Entscheidung darüber gemeinsam mit der Stadt getroffen werden.

Arnsberg/Sundern – Eine Entscheidung über die Öffnung der beiden Arnsberger Freibäder ist noch nicht gefallen. Am Mittwoch fand ein Gespräch mit dem Förderverein Freibad Neheim und dem Kneipp-Verein Arnsberg im Beisein von Bürgermeister, Kämmerer und Sportbüro statt. Die Entscheidung wurde aber vertagt, um vor allem die zu erwartenden Kosten und ihre Finanzierung näher bestimmen zu können. Am kommenden Mittwoch soll aber definitiv entschieden werden. „Wir können auch nicht länger warten“, sagt Axel Blanke, Vorsitzender vom Förderverein Freibad Neheim. Klar ist auch: Für die Stadt Stadt soll es eine Lösung geben: beide Bäder – oder keines.

Wenn es Corona und die Schutzmaßnahmen nicht gegeben hätte, dann würden sich jetzt schon die Badegäste im Neheimer Bad tummeln. Zu Christi Himmelfahrt wäre eröffnet worden. Doch wegen Corona ist alles anders. „Wir haben die möglichen Besucherzahlen unter Beachtung der aktuell gültigen Kontaktregelungen kalkuliert“, sagt Blanke. Und statt der rund 2.000 Gäste, die an guten Tagen das Neheimer Bad besuchen, könnten nur rund 300 Besucher zugelassen werden. Der Förderverein hat aufgrund der Vorgaben mit einem Platz von zehn Quadratmetern pro Gast gerechnet, eine Zahl, die auch für das Wasser gilt. Trotz der Größe des Beckens in Neheim können damit nur 125 Badegäste gleichzeitig ins Wasser gelassen werden. Und wegen der anderen Bestimmungen sei auch mehr Personal nötig, so Blanke weiter. Sicherheitsdienst am Eingang und den Sanitäranlagen, verstärktes Kassenpersonal, das auch genaue Besucherlisten für die potentielle Rückverfolgung bei Infektionen führt,  und mehr Reinigungspersonal für den Sanitärbereich. „Die Mehrkosten dürften erheblich sein, und das bei weniger Besuchern“, so Blanke. 

Vorlaufzeit von rund vier Wochen in Neheim 

Trotzdem wird im Neheimer Bad in ganz kleinem Kreis schon etwas vorbereitet. Das Kinderbecken wird von einer Fachfirma gesandstrahlt, aber Wasser hat man noch nicht in die Becken gelassen. „Wir brauchen eine Vorlaufzeit von rund vier Wochen und würden nicht vor dem 1. Juli öffnen“, erklärt Blanke. Schon gepostet und von Tausenden gelesen wurde auch die Hygieneordnung, ein Blick hinter die Kulissen und auf die Herausforderungen für die Badbetreiber.

Ein großes Fragezeichen schwebt auch über dem Arnsberger Freibad „Storchennest“, das vom Kneipp-Verein Arnsberg betrieben wird. „Die Entscheidung fällt später und dann gemeinsam für alle Bäder in der Stadt“, sagt Kneipp-Schatzmeisterin Ursula Hansch. Schon seit Wochen ist die Sauna nicht in Betrieb. Der Badebetrieb in Arnsberg hätte in normalen Zeiten an diesem Wochenende starten sollen. Aber wegen der sich häufig ändernden Bestimmungen bleibt die Ungewissheit groß. „Wir können auch nicht innerhalb einer Woche öffnen“, so Hansch. Noch habe es wegen der unsicheren Situation keine Vorarbeiten geben können, das alte Wasser von 2019 sei noch im Becken, Arbeitseinsätze in großer Gruppe undenkbar und zudem verboten.

Neue Rutsche in Arnsberg installiert 

„Für städtische Bäder ist es einfacher“, sagt die Schatzmeisterin, Bäder, die wie in Arnsberg von Vereinen geführt werden, stünden unter anderen Bedingungen. Natürlich kämen auch in Arnsberg die Bestimmungen zum Kontaktverbot zum Tragen. Statt der rund 600 Gäste an guten Tagen dürften nur deutlich weniger das Bad besuchen, eine kleine Zahl von ihnen auch nur in das Hauptbecken. „Wir hatten uns auf eine schöne Saison gefreut“, bedauert Hansch. Am Kinderbecken oben sei noch eine neue Rutsche installiert worden – ob sie in diesem Jahr noch genutzt werden kann, steht noch in den Sternen.

Im Vorteil ist das Strandbad am Sorpesee. Auch wenn man hier den jährlichen Öffnungstermin Ende Mai nicht halten kann – ein Badevergnügen am Sorpesee soll es ab dem 6. Juni geben, in Abstimmung mit anderen Bädern im Hochsauerlandkreis. „Wir werden mit Einschränkungen öffnen können“, sagt Niklas Wortmann, stellvertretender Geschäftsführer der Sorpesee GmbH. Das sei den räumlichen Vorteilen des großen Naturbades zu verdanken. 1.250 Quadratmeter stehen für den Badbetrieb zur Verfügung und machen es nach den aktuellen Berechnungen möglich, 660 Gäste zeitgleich im Wasser schwimmen zu lassen. Auch das sei nur rund ein Viertel der Gäste, die das Strandbad in Spitzenzeiten besuchen, maximal 2.500 Besucher werden sonst in das Bad gelassen.

"Wir sind gut vorbereitet"

Das derzeit gültige Hygienekonzept für den Betrieb der Bäder könne man am Sorpesee eins zu eins umsetzten. Natürlich würden die Zahlen der Besucher dafür begrenzt, und einen Verleih von Spielgeräten werde es nicht geben. Besucher werden wie vorgeschrieben registriert. „Die Größe der Anlage ist unser Vorteil“, sagt Wortmann. Selbst vor dem Eingang könnte eine mögliche Warteschlange auf Abstand stehen. „Wir setzen aber auch auf die Eigenverantwortung der Gäste“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer. Piktogramme im Bad sollen helfen und auf Abstände und sonstige Hygieneregeln einfach, aber deutlich hinweisen.

Insgesamt stünden dem Naturbad rund 13.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung und Betriebskosten für eine Wasseraufbereitung fielen hier ja nicht an. „Wir sind gut vorbereitet, auch ein separater Ein- und Ausgang ist möglich“, beschreibt Niklas Wortmann. Zudem wolle man auch mit der gegebenen Situation lernen und Maßnahmen entsprechend anpassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare