"Lübke" zieht in Stadtgalerie um

Ausstellung wegen Wasserschadens verlegt 

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Arrangieren unter Hochdruck die Heinrich-Lübke-Ausstellung in der Stadtgalerie neu: Kulturbeauftragte Uta Koch und die Auszubildende Laura Döring. Foto: Sudhoff

Sundern. Eine ungewollt neue Herausforderung hat die Kulturbeauftragte der Stadt Sundern, Uta Koch, ereilt. Ein Rohrbruch im Heinrich-Lübke-Haus in Enkhausen hat die Ausstellungsräume unter Wasser gesetzt. Jetzt mussten nicht nur Exponate vorübergehend eine neue Bleibe finden, sondern die Zeit drängt: Die Ausstellung, die zum 125. Geburtstag des ehemaligen Bundespräsidenten im Oktober eröffnet wird, muss in der Stadtgalerie neu kuratiert werden.

„Das muss alles ad hoc gehen. Perfektionismus kann man nicht erwarten, aber ich glaube, es wird gut“, sagt Uta Koch, die in der ganzen Misere auch die Chance sieht, die Ausstellung anders als im Heinrich-Lübke-Haus zusammenzustellen. „Dann sieht man die Exponate mal anders.“

Ergänzt werden sollen diese,  um Gegenstände der Sunderner Bürger. Dinge, die sie mit den 60er Jahren verbinden, also aus der Zeit, als Heinrich Lübke Bundespräsident war. Denn nicht nur sein Geburtstag feiert Jubiläum. 60 Jahre ist außerdem sein Amtsantritt her, „Zapfenstreich“ – das Ende seiner Zeit in der Villa Hammerschmidt in Bonn – war vor 50 Jahren. „Ich bin gespannt, was die Leute noch bringen werden“, sagt Uta Koch. Zur Verfügung gestellt bekommen hat sie von einem Sammler aus Arnsberg beispielsweise schon einen Fernseher mit der ersten Fernbedienung, die noch verkabelt war, sowie ein Kofferradio mit Schlangenleder und passender Handtasche. Auch das damalige Radio, das Heinrich Lübke damals der Grundschule in Enkhausen für den Schulfunk schenkte, wurde repariert und ist erstmals, seit es zu der Ausstellung gehört, funktionsfähig.

Auf ein besonderes Highlight freut sich Uta Koch am Tag der Eröffnungsfeier: Wenn alles klappt, wie geplant, wird der „Buckelmercedes“ vor der Stadtgalerietür stehen – der Dienstwagen, mit dem Lübke durch Sundern fuhr. Drei Wochen lang wird der alte Mercedes 300D aus der Steim-Sammlung aus Baden-Württemberg danach im Autohaus Hengesbach stehen. „Es sieht sehr gut aus, dass wir das Auto bekommen“, ist Koch optimistisch. Die Ausstellungseröffnung „125 Jahre Heinrich Lübke“ am Sonntag, 6. Oktober (und nicht wie ursprünglich geplant am 3. Oktober) um 14 Uhr in der Stadtgalerie steht unter dem Motto „Geburtstagsfeier“ – mit Getränken und Kuchen aus der damaligen Zeit wie kaltem Hund, Windbeutel und Frankfurter Kranz. Auch die Antrittsrede Heinrich Lübkes wird eine Rolle spielen. „Die Kernthemen, über die er sprach, sind heute ganz aktuell“, sagt die Kulturbeauftragte, die beeindruckt ist vom Bemühen Lübkes um Integration und die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, den Umweltschutz und den gemeinschaftlichen europäischen Gedanken.

Viele Menschen in der Region haben ganz eigene persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse mit Heinrich Lübke. Diese möchten die Organisatoren gerne zum Jahrestag sammeln und veröffentlichen. „Man muss keine Romane schreiben. Es reichen kleine Geschichten, die man mit Heinrich Lübke verbindet oder mit ihm erlebt hat“, erklärt Uta Koch, die sich über diese Beiträge bis Ende September freut – per Mail oder per Brief an das Kulturbüro.

Ein klassischer Rohrbruch in der Wohnung über dem Museum war der Übeltäter des Wasserschadens. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und aus Schutz vor Schimmelbefall ist das ganze Museum aus Enkhausen ausgelagert worden. Schwer beschädigt ist beispielsweise das Abibild Lübkes, das zur Restauration geschickt wird. Wann die Trocknungsarbeiten abschlossen sein werden, könne momentan noch nicht abgeschätzt werden so Koch.

ÖFFNUNGSZEITEN 

Die Ausstellung in der Stadtgalerie ist vom 6. bis 27. Oktober geöffnet, mittwochs bis freitags 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Wer eine Führung wünscht, meldet sich bei Uta Koch unter ☎ 0 29 33/8 12 09 oder u.koch@stadt-sundern.de Ein Diaabend mit Manfred Minner zum Thema „Sundern – gestern und heute“ am Freitag, 25. Oktober, um 18 Uhr gehört unter anderem zum Rahmenprogramm, das noch öffentlich gemacht werden wird.

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