Wenn die Erde wackelt

Von diesem Schaltschrank aus werden die Messdaten an den Geologischen Dienst übermittelt.

Am Sorpesee ist eine neue Erdbebenstation in Betrieb genommen worden. Erdbeben, Sorpesee – Haben wir da etwas zu befürchten? Prof. Dr.-Ing. Volker Bettzieche, Leiter der Abteilung Talsperrenüberwachung und Geotechnik beim Ruhrverband in Essen gibt Entwarnung.

"Erdbeben sind am Sorpesee eigentlich kein Thema", kann er beruhigen. Dennoch mache eine Erdbebenstation in Langscheid in vielerlei Hinsicht Sinn. Denn die sensiblen Messsysteme registrieren auch Beben in sehr weit entfernten Regionen.

Erdbeben eigentlich kein Thema

Die Station, die im süd-östlichen Teil des Langscheider Damms installiert ist, wird in das im Aufbau befindliche nordrhein-westfälische Erdbebenalarmsystem (EAS NRW) eingebunden, das noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Es liefert im Falle eines Starkbebens innerhalb weniger Minuten Informationen an Katastrophenschutzbehörden, aber auch an Talsperrenbetreiber wie den Ruhrverband, damit dieser zeitnah Sicherheitskontrollen an seinen Talsperren veranlassen kann. Das ganze soll via SMS an die betreffenden Akteure übermittelt werden.

Denn auch wenn das Sauerland selbst keine unmittelbar erdbebengefährdete Zone darstellt, können größere Beben wie in Roermond (am 13. April 1992 mit der Stärke 5,9) und in Goch (am 8. September 2011 mit der Stärke 4,1) durchaus Auswirkungen auf die sauerländischen Talsperren haben. Diese Beben haben bis ins Sauerland "gestrahlt" und Erdbewegungen von bis zu 17 cm2 pro Sek2 verursacht. "Das ist für den Damm keine Bedrohung und er wird nicht brechen, aber es ist für ihn zu spüren", weiß Professor Bettzieche. "Der Sorpedamm ist so gut gebaut, dass er zwei bis drei Meter vertragen würde", rechnet der Geotechniker aus. Dieser Umstand und die zentrale Lage der Sorpe im Netz des Ruhrverbandes machen die neue Station in Langscheid so interessant.

Zehnjährige Zusammenarbeit

Der Ruhrverband und der Geologische Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen in Krefeld hatten nach über zehn Betriebsjahren ihre gemeinsam betriebenen Erdbebenstationen an der Ennepe- und der Sorpetalsperre erneuert und vor gut einem Monat offiziell in Betrieb genommen.

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