"Ohne die Plätze geht es nicht"

WISU fordert Erhalt der Parkflächen in der Sunderner Innenstadt

+
Die Parkplätze an der Röhr (hier beim Autofrühling) würden der Umgestaltung der City zum Opfer fallen.

Sundern. Die Innenstadtentwicklung ist weiter in aller Munde: Nachdem der zuständige Fachausschuss im Juli einstimmig ein Konzept beschlossen hat (Kurier berichtete), arbeitet die Sunderner Stadtverwaltung nun an den Plänen zur Umgestaltung der City. Diese stoßen nach wie vor allerdings nicht nur auf Begeisterung.

„Es geht voran“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel in der monatlichen Pressekonferenz im Rathaus zum Thema Innenstadtentwicklung. „Wir haben bereits Vorgespräche mit fünf bis sechs Büros geführt, die sollen jetzt Projektskizzen vorlegen.“

Doch trotz des Beschlusses im Stadtentwicklungsausschuss herrscht innerhalb der Sunderner Lokalpolitik noch lange keine Einigkeit bezüglich der Pläne zur Umgestaltung der Innenstadt. Gerade die Renaturierung der Röhr und der damit verbundene Wegfall von 175 citynahen kostenlosen Parkplätzen bietet nach wie vor jede Menge Diskussionsstoff. Während die CDU, die die Pläne zunächst ablehnte, nach der Findung eines Kompromisses (50 Parklplätze sollen in dem Bereich erhalten bleiben) dem Konzept doch zustimmte, gibt es jetzt Widerstand aus den Reihen der Fraktion „Wir sind Sundern“ (WISU).

Mitglieder der Partei haben jetzt in der Fußgängerzone Flyer verteilt und das Gespräch mit Passanten gesucht. „Wir fordern den Erhalt der innerstädtischen Parkplätze entlang der Röhr“, steht auf den Flugblättern. Laut WISU seien die meisten Menschen über die Pläne „entsetzt“ gewesen. „98 Prozent der Leute haben gesagt: ‘Die sind doch verrückt’“, berichtet WISU-Mitglied Herbert Bartetzko. „Eine Urlauberin aus Schwerin meinte, dass es sensationell sei, wie nah an der Innenstadt es hier kostenlose Parkplätze gebe.“ Nach Ansicht der WISU könne deren Wegfall dazu führen, dass die Menschen nicht mehr nach Sundern kämen, sondern in andere Städte ausweichen würden.

"Stadt informiert die Leute schlecht"

Die Stadtverwaltung hingegen sieht darin kein allzu großes Problem. Auf einer Skizze, die an die Geschäftsleute in der Innenstadt verteilt wurde, weist sie zahlreiche alternative Flächen in Citynähe aus, auf denen Autofahrer ihre Fahrzeuge parken können. Daran gibt es aber Kritik der WISU. „Die Zahlen darauf passen nicht. 96 der 242 Parkplätze sind privat und stehen der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung“, erklärt Bartetzko. Die Besitzer dieser Flächen hätten im Gespräch mit den Parteimitgliedern angegeben, dass sie diese auch weiterhin privat nutzen wollten.

Aber nicht nur die Zahl der Parkplätze, auch die angegebene Entfernung zur Fußgängerzone sei teilweise nicht richtig. „Das haben wir mit der Stoppuhr überprüft“, berichtet Bartetzko. So brauche man vom Rathaus bis in die Innenstadt mehr als doppelt so lange wie angegeben. „Wir finden, dass die Verwaltung die Leute schlecht informiert“, meint Bartetzko stellvertretend für seine Parteikollegen.

Um alle Bürger am Prozess rund um die Umgestaltung der Innenstadt teilhaben zu lassen, fordert die WISU eine öffentliche Diskussion sowie eine Bürgerversammlung. „Ohne diese Parkplätze geht es nicht“, so die Meinung der Partei-Verantwortlichen. Man merkt also: Trotz des beschlossenen Konzeptes ist beim Thema Innenstadtentwicklung das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare