Zum Jubiläumstag schaut der Nikolaus auch im Sommer einmal vorbei

Zehn Jahre „Saubermänner“

Zum zehnjährigen Jubiläum und zur Übergabe der Urkunde an Siegfried Löppenberg kam der Nikolaus auch im Sommer nach Amecke. Foto: Ute Bosen

Für die „Saubermänner“ in Amecke lässt sich der Nikolaus auch schon mal im Sommer blicken. Zehn Jahre sind 22 Rentner in Amecke unterwegs um in ihrem Dorf für Ordnung zu sorgen.

Zur Jubiläumsfeier unter freiem Himmel war fast jeder Saubermann zusammen mit seiner Ehefrau an ihr „Rasthaus“ am Amecker Vorbecken gekommen. Auch Ortsvorsteherin Monika Krick und Ratsmitglied Friedrich Becker nahmen an der Jubiläumsfeier teil. Gemütlich saß die recht große Runde beisammen als unter Sirenengeheul ein Polizeiauto vorgefahren kam. Kein Strafdelikt war aufzuklären, sondern zusammen mit dem Hüter des Gesetzes stieg der Nikolaus samt Knecht Ruprecht aus dem Wagen.

Seit es die Saubermänner gibt, stattet ihnen der Nikolaus, alias Dieter Schumacher, zusammen mit seinem Bruder Udo als Knecht Ruprecht zur Adventszeit einen Besuch ab. Zum Jubiläum ließ er es sich nicht nehmen mitten im Sommer vorbeizuschauen. Und da, wie er erklärte, bei dem Wetter seine Rentiere streiken, brachte der Leiter von Sunderns Polizeiwache, Christoph Bankstahl den Nikolaus persönlich im Polizeiwagen vorbei.

Ganz wie zum Nikolaustag hatte der gute Mann auch sein dickes Buch mitgebracht und wusste einiges zu berichten. Siegfried Löppenberg war es, der vor zehn Jahren die Gruppe der rüstigen Rentner um sich scharte, um in Amecke für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Ideengeber war sein Schwager, der in seinem Heimatort einer ähnlichen Truppe angehörte. „Eine ganze Nacht grübelte Siegfried über einen passenden Namen, bis er ihm einfiel“, berichtete der Nikolaus. Am nächsten Morgen stand der Name fest. „Saubermänner“ hießen sie fortan. Seitdem haben sich die anfangs 14 und bald 22 Männer um Amecke enorm verdient gemacht.

Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sie sich zum Aufräumen, Saubermachen und Reparieren. Neben dem Entfernen des Unrats, der immer wieder rund ums Vorbecken und in Amecke zu finden ist, geht auch Etliches an Reparaturen auf das Konto der Saubermänner, regelmäßige Pflege der vielen Parkbänke mit eingeschlossen.

Mit offenen Augen unterwegs

Und weil die Saubermänner immer mit offenen Augen unterwegs sind, fiel Siegfried Löppenberg an der neuen Uferpromenade auf, dass viele Radfahrer nicht den offiziellen Radweg an der Straße benutzen, sondern verbotenerweise auf der Promenade am Seeufer entlang fahren. Erst kürzlich sei er Zeuge gewesen, wie eine Frau von einem Radfahrer angefahren wurde. Polizeiwachleiter Christoph Bankstahl versprach daraufhin, sich um die Sicherheit der Fußgänger kümmern zu wollen. Die Achtung ihrer Arbeit seitens des Dorfes Amecke und der Stadt Sundern ist den Sauermännern sicher. Offizielle Anerkennung erhielten die Ehrenamtler mit der Verleihung des Martinspreises der Bürgerstiftung Sundern und dem RWE Klimaschutzpreis.

Am Jubiläumstag hatte der Niklaus eine Ehrung für den Erfinder der Truppe mitgebracht. Gleich zwei Urkunden holte der Nikolaus für Siegfried Löppenberg aus seinem Sack. Eine kleine und eine große, für Zuhause und für das „Rasthaus“. Die Saubermänner-Kollegen ehren mit den Urkunden Siegfried Löppenberg für seinen Einsatz und die Erfindung ihrer Truppe. „Jeder von uns hätte so eine Urkunde verdient“, bedankte der sich bei seinen Mitstreitern. (Von Ute Bosen., neheim@sauerlandkurier.de)

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