"zusammenLeben"

Hoffen auf eine positive Resonanz einer außergewöhnlichen Ausstellung: Friedhelm Hoffmann (v.lks.), Bernd Kramer von der Volksbank, Petra und Thomas Heinemann, Beate Herrmann sowie Andreas Ermert, Vorstand Volksbank.

(dd) Unter dem Motto "zusammenLeben - vielfältig und verschieden" ist noch bis zum 8. Juni in den Räumen der Volksbank Bigge-Lenne in Altenhundem eine Ausstellung zum Thema Down-Syndrom zu sehen.

Die Ausstellung, die aus Anlass des Welt-Down-Syndrom-Tages, der am 21. März war, bereits in der Olper Buchhandlung Dreimann zu sehen war und dort eine positive Resonanz hervorgerufen hat, zeigt 21 vielseitige Bilder von Menschen mit Down-Syndrom aus der Region - vom Kleinkind bis hin zum Rentner.

Das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, ist eine genetische Besonderheit, bei der das Chromosom 21 dreifach vorhanden ist. In Deutschland leben schätzungsweise 50.000 Menschen mit Down-Syndrom.

Ihre Lebensumstände haben sich in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert. Das wichtigste Anliegen jedoch bleibt die Inklusion: Die Forderung, dass jeder Mensch mit einer Behinderung in seiner Individualität akzeptiert und sein Recht auf Teilhabe in allen Lebensbereichen anerkannt wird. Die Ausstellung verfolgt als wichtigstes Ziel, an die Gesellschaft zu appellieren, dies als selbstverständlich anzuerkennen. Inklusion bedeutet nämlich auch, Unterschiedlichkeiten als Normalität und Teil der menschlichen Vielfalt zu begreifen. Präsent sein, Teilhabe am Leben, mitbestimmen, das eigene Leben selbst gestalten ... das sind wichtige Ziele für die Zukunft. Um das zu erreichen, brauchen Menschen mit einer Behinderung eine gute Bildung, ein soziales Netzwerk und ein positives Umfeld, das sie ernst nimmt, an sie glaubt und Verständnis für ihre besondere Ausgangsposition hat. Sie brauchen ebenso wie nicht behinderte Menschen Herausforderungen, an denen sie wachsen können. Die positivsten Entwicklungsmöglichkeiten haben Menschen mit Down-Syndrom, wie alle Menschen mit Behinderung, wenn sie in der Mitte der Gesellschaft ein integriertes Leben führen können.

Offene Begegnung zwischen Menschen

Die Künstlerin Beate Herrmann sprach als Vertreterin des inklusiven kulturpädagogischen Projekts der Jugendkunstschule Köln. "Dieses ermöglicht die offene Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung über die Kunst und zeigt, dass das Konzept der Inklusion funktionieren kann." Im Rahmen dieser Projekte arbeiten Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammen, ohne dass die Behinderung im Vordergrund steht. Stattdessen begegnen sie sich über die Kunst und nehmen sich so in Stärken war. Der Behindertenbeauftragte des Kreises Olpe, Friedhelm Hoffmann, sagte: "Mir ist wichtig, dass eine Familie, die von der Diagnose hört, manchmal sogar bereits pränatal, sich für ihr Kind entscheidet, ihr Kind in erster Linie als ihr Kind betrachtet, und die Tatsache, dass es Down-Syndrom hat, erst in zweiter Linie wichtig ist. Die betroffenen Familien erleben zudem, dass ihre Kinder genauso ,Macken' und Eigenheiten haben wie die sogenannten normalen Kinder. Mir ist zudem wichtig festzuhalten, das es normale Kinder sind, nur eben anders. Sie gehören zu uns und das Grundgesetz sowie neuerdings auch die UN-Behindertenrechtskonvention verbieten eine Benachteiligung. Das allein hilft aber wenig, wenn sich in den Köpfen der Menschen nichts ändert." Die Ausstellung in der Altenhundemer Geschäftsstelle der Volksbank steht daher unter dem Motto "zusammenLeben - vielseitig & verschieden". "Menschen mit Down-Syndrom sind untereinander so verschieden, wie alle anderen Menschen auch. Sie haben ihre individuellen Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen", sagen Petra und Thomas Heinemann, Initiatoren der Ausstellung und Eltern des zweijährigen Fynn mit Down-Syndrom.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Lebenshilfe Kreis Olpe organisiert. Neben den 21 Bildern der Menschen mit Down-Syndrom und einigen Informationen über das Down-Syndrom, bietet die Ausstellung Literatur rund um das Thema, sowie Literarisches und Künstlerisches von Menschen mit Down Syndrom. Kurze Filme zum Thema Down-Syndrom und Behinderung laufen im Hintergrund und runden die Ausstellung ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare