Zwei Konzeptionen zum Tigges-Platz

Neue Formatierung der Fläche 

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L-förmig soll der Baukörper nach der Konzeption der Projektentwickler BAP/MDP sowie des Büros Zakowski auf dem Tigges-Platz angeordnet werden

Sundern. Nach vielen Debatten in Politik und Öffentlichkeit sowie drei interfraktionellen Treffen stehen nun zwei Konzeptionen zum Bau eines Wohn- und Geschäftshauses am Franz-Josef-Tigges-Platz im nächsten SUI-Ausschuss zur Diskussion. Die Investoren AP/MDP und das Architektur- und Planungsbüro Zakowski haben inzwischen einen gemeinsamen Entwurf erarbeitet. Einen weiteren Antrag hat Ratsmitglieds Bernd Schwens in den Ring geworfen.

Das Stadtplanungsbüro Zakowski war zu den jüngsten Treffen hinzugebeten worden, wie die WISU im September gefordert hatte. Hintergrund war, dass die Architekten bereits längere Zeit vor den ersten Entwürfen der Investoren im Auftrag der Stadt Sundern Ideen zur Tiggesplatz-Gestaltung entworfen hatten. Die nun vorgelegte gemeinsame Konzeption wurde seitens der Teilnehmer der interfraktionellen Treffen grundsätzlich begrüßt, heißt es in der Beschlussvorlage des Fachausschusses Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur.

Der neue Entwurf werde dem wesentlichen Wunsch, den Tigges-Platz weiterhin als Veranstaltungsraum nutzen zu können, gerecht, erklärte Fachbereichsleiter Lars Ohlig auf Nachfrage des SauerlandKurier. Dies geschehe durch eine andere Formatierung des Platzes. „Es gibt kein diagonales Abtrennen durch den Baukörper mehr“, legte Ohlig dar. Nach dem neuen Entwurf soll das Gebäude vielmehr L-förmig gebaut werden – im 90-Grad-Winkel in Richtung Johannesschule. Dadurch werde auch geringfügig weniger Platz weggenommen, so Ohlig.

Debatte über Größe des Durchgangs

Geplant ist, wie gehabt, ein Gebäude mit einem Drogeriemarkt im Erdgeschoss sowie möglicherweise einem Café oder einer Bäckerei. Im ersten Obergeschoss sollen Wohngruppen der Caritas zur Verfügung stehen – im rückwärtigen Bereich mit einer Dachterrasse zum Franz-Josef-Tigges-Platz. Das zweite Obergeschoss soll ebenfalls zum Wohnen durch die Caritas genutzt werden. Hier seien aber auch kleinere Mietwohnungen (unabhängig von der Caritas) denkbar.

Entscheidungen müssen die Fachausschussmitglieder auch zu folgenden Punkten fällen: Größe des Durchgangs zwischen der Fußgängerzone und dem Platz sowie in puncto Stellplätze.

So steht – nach Anregung aus den interfraktionellen Treffen – eine größere Öffnung des Durchgangs zur Wahl, um Sichtbeziehungen zu gewährleisten und den Platz zur Fußgängerzone hin zu öffnen. In dieser Variante wäre die Öffnung 9,23 Meter breit gegenüber 6 Metern der anderen Variante.

Bernd Schwens hat seine Entwürfe in Massenmodellen im M 1-500 umgesetzt: hier eine deutlich größzügigere Variante des Alternativvorschlags.


Die erforderlichen Stellplätze waren ebenfalls Bestandteil der interfraktionellen Diskussion. Sollte der Investor auf der Fläche nicht alle Stellplätze herrichten können, schlägt die Stadtverwaltung vor, dies Problem durch die bestehende Stellplatzsatzung im Innenstadtbereich zu lösen. Das heißt, der Investor würde der Stadt Sundern einmalig eine gewisse Summe pro Stellplatz zahlen, den er nicht am Tigges-Platz zur Verfügung stellen kann. Dafür werden dann andere Stellplätze in der Innenstadt dieser Nutzung zugeordnet. „Das ist nicht unüblich. Das ist bei anderen Kommunen im Innenstadtbereich gang und gäbe“, argumentiert Ohlig . „Wir haben eigentlich genügend Stellplätze, die nicht ständig ausgelastet sind.“

Abstimmen sollen die SUI-Ausschussmitglieder auch über die alternativen Planungen von Bernd Schwens, der den Fokus auf die (Gesamt-)Verkehrsplanung legt. Das Konzept sehe vor, die K5 (Schwester-Haberilla-Straße) zu schließen, um den Tigges-Platz zu vergrößern und eine Verbindung zum Bremkes-Center zu schaffen. Der Verkehr würde dann über die Grünewaldstraße und im Weiteren über die Hauptstraße (vom Kreisverkehr Richtung Papierfabrik und Zuleitung vom Selscheder Weg auf die L519) zu leiten sein.

Gestaltungsbeirat soll einberufen werden  

„Grundsätzlich wurden auch diese Überlegungen begrüßt, jedoch vor dem Hintergrund der zeitlichen Umsetzung, gerade im Hinblick auf Dringlichkeit der Innenstadtentwicklung, auch kritisch gesehen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Zu dem wurde darauf verwiesen, dass die Schließung der Kreisstraße bereits im Zuge der Erstellung des InSEK 2.025 mehrheitlich abgelehnt wurde. Auch die Verhandlungen zur Überlassung der Baulastträgerschaft mit dem HSK wurden als Herausforderung gesehen.“

Einig war man sich aber bereits bei den interfraktionellen Treffen, die weiteren Objektplanungen bis zur Umsetzung durch einen noch einzuberufenden Gestaltungsbeirat, bestehend aus Mitgliedern der Fraktionen beziehungsweise des Fachausschusses, begleiten zu lassen.

Der Fachausschuss beschäftigt sich mit diesem Thema am Donnerstag, 12. Dezember, um 17.30 Uhr im Ratssaal. Weitere Infos finden sich im Ratsinformationssystem – unter anderem das Protokoll des dritten interfraktionellen Treffens sowie die Ausführungen von Bernd Schwens.

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