Fiese Masche

Angebliche Telekom-Mitarbeiter wollen Messungen machen - danach ist der Schmuck weg

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Trickbetrüger im Sauerland: Angebliche Telekom-Mitarbeiter haben in Moosfelde und Meschede in den Wohnungen von Senioren Schmuck gestohlen. (Symbolfoto)

Arnsberg/Meschede - Angebliche Mitarbeiter der Telekom haben am Mittwoch in Moosfelde und Meschede zwei Rentner-Ehepaare um ihren Schmuck gebracht. Unter einem Vorwand gelangten sie in deren Wohnungen und machten Beute. Die Polizei warnt vor Betrügern wie diesen.

Der erste Fall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 11 Uhr in Moosfelde: Vor einem Mehrfamilienhaus auf dem Moosfelder Ring sprach ein bislang unbekannter Mann einen 84-jährigen Anwohner an und stellte sich als Mitarbeiter der Telekom vor. 

In eben dieser Funktion wollte er Messungen vornehmen, für die in das Haus müsse. Der Rentner kaufte dem Mann seine Geschichte ab und ließ ihn in den Anschlussraum im Keller. Kurz darauf stand der angebliche Telekom-Mitarbeiter mit einem weiteren Mann an der Wohnungstür des 84-Jährigen. "Er erklärte, dass in der Wohnung weitere Messungen durchgeführt werden müssen", berichtet die Polizei. 

Die 79-jährige Ehefrau des Mannes ließ den vermeintlichen Techniker in die Wohnung und führte ihn zum Fernseher. Sein "Kollege" schickte ihren Ehemann währenddessen in den Keller, wo er am Sicherungskasten auf Geräusche achten sollte. 

Trickbetrüger im Sauerland: Täter lenken Opfer geschickt ab

In der Wohnung lenkten die angeblichen Telekom-Mitarbeiter die Frau geschickt ab, indem sie die 79-Jährige beispielsweise nach einem Zettel und einen Stift fragten. Und genau die Zeit, in der die beiden Senioren abgelenkt waren, nutzten die Männer, um Schmuck aus dem Schlafzimmer des Paares zu stehlen. "Den Diebstahl bemerkte das Ehepaar erst, nachdem die beiden Männer bereits die Wohnung verlassen hatten", teilt die Polizei mit. 

Nur etwa zwei Stunden später schlugen Betrüger mit der gleichen Masche in Meschede zu - laut Polizei waren es vermutlich dieselben Männer wie in Moosfelde. Um 13.15 Uhr klingelten sie demnach an einem Einfamilienhaus am Holbeinweg, wo sie sich ebenfalls als Mitarbeiter der Telekom ausgaben. 

Erneut wurden sie unter dem Vorwand, Messungen durchzuführen, in das Haus eines 87-jährigen Mannes und seiner 86-jährigen Frau gelassen, die dann "geschickt voneinander getrennt und abgelenkt" wurden, wie die Polizei berichtet. 

Trickbetrüger im Sauerland: So werden die Täter beschrieben

Diesmal wurden sie aber erwischt: "Als die Frau bemerkte, dass ein Täter den Schmuckkasten in der Hand hielt, flüchteten die beiden Männer mit der Beute in Richtung Schederweg", heißt es im Polizeibericht. Trotz eingeleiteter Fahndung entkamen die beiden Männer unerkannt. 

Die Täterbeschreibung ist in beiden Fällen ähnlich: Der erste Mann war nach Zeugenangaben etwa 30 bis 40 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß, hatte eine schlanke Statur sowie längere, krause und braune Haare. Er war dunkel gekleidet, trug eine Umhängetasche und sprach einwandfrei deutsch. Sein Komplize war demnach ebenfalls etwa 30 bis 40 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß und schlank. Er hatte kurze braune Haare, war ebenso dunkel gekleidet und sprach auch einwandfrei deutsch. 

Die Polizei bittet in beiden Fällen um Zeugenhinweise. Wer Angaben zu den Betrügereien in Moosfelde und Meschede machen kann, wird gebeten, sich mit einer Polizeiwache in der Nähe in Verbindung zu setzen. 

Trickbetrüger im Sauerland: So können Sie sich schützen

"Trickdiebe sind erfinderisch und schauspielerisch begabt: Sie täuschen eine Notlage vor oder geben sich beispielsweise als Handwerker oder Amtsperson aus, um in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen", warnt die Polizei. Getäuscht und anschließend bestohlen würden häufig ältere Menschen. Mit diesen Tipps der Polizei können sich die Bürger vor den Betrügern schützen:

  • Seien Sie aufmerksam und vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand. 
  • Lassen Sie sich nicht durch vertrauenswürdiges Aussehen, sicheres Auftreten, Höflichkeit oder freundliches Wesen blenden. 
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. 
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe. 
  • Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich bei unbekannten Besuchern an der Wohnungstür gegenseitig Beistand zu leisten. 
  • Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind. Das gleiche gilt für vermeintliche Vertreter der Versorgungsunternehmen. 
  • Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, rufen Sie sofort den Polizeiruf 110 
  • Bitte bedenken Sie: Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue "Schachzüge" aus, die an dieser Stelle nie vollständig aufzuzählen sind.

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