Überschwemmungen

Unwetter im Hochsauerland: Insgesamt 763 Einsätze - Wege entlang der Ruhr gesperrt

Hachen Überflutung Luftbild
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Ein verheerendes Bild: Sundern-Hachen am Mittwoch aus der Luft. Die Hachener Straße wurde komplett überflutet.

Die starken Regenfälle in den vergangenen Tagen haben zu vielen Einsätzen für die Feuerwehr geführt. Vielerorts wurden Straßen überschwemmt, Keller stehen unter Wasser. Auch im Hochsauerland hatten die Einsatzkräfte einiges zu tun.

Update vom 16. Juli, 15.20 Uhr: Die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter dauern an. Auch die Rad- und Fußwege entlang der Ruhr sind durch das Hochwasser großflächig überschwemmt worden. Zurückgebliebener Unrat, Schotter und Schlamm machen die Wege zurzeit nicht befahr- oder begehbar. Deshalb müssen die Wege entlang der Ruhr gesperrt bleiben, bis die technischen Dienste Arnsberg alle Verschmutzungen beseitigen konnten.

Mehrere Teams sind zurzeit im Einsatz, um im Stadtgebiet Säuberungsarbeiten, Schadensbehebungen und Fahrbahnreinigungen vorzunehmen. Die Reinigungen sind laut Kreisverwaltung aufwendig, da es in vielen Fällen mehrerer Arbeitsgänge bedarf, bis die Verschmutzungen vollständig entfernt sind. Die jeweiligen Stellen werden nach Priorität abgearbeitet. Nach Möglichkeit sollen die Fuß- und Radwege an der Ruhr im Laufe der nächsten Woche wieder nutzbar sein.

Update vom 15. Juli, 16.12 Uhr: Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat veröffentlicht, welche Straßen in der Region nach dem Unwetter weiter gesperrt sind.

  • B511 zwischen Schmallenberg-Bad Fredeburg und -Heiminghausen
  • L519 (Abschnitt 1) Sundern-Hachen (Schäden an Gasleitung wegen Überflutung)
  • L541 (Abschnitt 1) zwischen Eslohe-Wenner Stieg und Eslohe-Wenholthausen (Überflutung)
  • L541 (Abschnitt 2) Ortsdurchfahrt Eslohe-Wenholthausen / Brücke über die Wenne (Überflutung)
  • L735 (Abschnitt 8.1) Arnsberg-Oeventrop / Dinscheder Brücke über die Ruhr (Überflutung)
  • L928 zwischen Schmallenberg-Bracht und Lennestadt-Gleierbrück (drohender Hangrutsch)
  • L687 zwischen Sundern-Wildewiese und Finnentrop-Rönkhausen gab es einen Hangrutsch, in diesem Bereich ist die Straße halbseitig gesperrt.

Update vom 15. Juli, 15.57 Uhr: Im Hochsauerlandkreis gab es aufgrund des Unwetters 763 Einsätze. Im gesamten Regierungsbezirk wurden 5632 Einsätze mit 6106 Einsatzkräften registriert.

Update vom 15. Juli, 15.06 Uhr: Nach dem ABC-Alarm in Sundern-Hachen wird das Gasleck aktuell repariert. Die Sperrung wurde aufgehoben, auch die Bewohner der Sauerlandklinik können wieder zurückkehren, die Klinik ist über eine Zweitleitung versorgt.

Der Krisenstab des Hochsauerlandkreises hat um die Großeinsatzlage „Unwettertief Bernd“ im HSK beendet. Inzwischen sind die Kreisstraßen wieder für den Verkehr freigegeben. Einige Straßen sind jedoch weiter gesperrt.

Update vom 15. Juli, 14.11 Uhr: In Sundern-Hachen wurde um 11 Uhr ein ABC-Alarm ausgelöst. Grund war ein Gasleck. Der Bereich in 200 Meter Umfeld wurde geräumt und der Strom abgestellt. Auch die Sauerlandklinik wurde evakuiert. Die Gaszufuhr wird aktuell von Westnetz abgeschaltet.

Der Krisenstab des Hochsauerlandkreises verzeichnet sinkende, unproblematische oder stabile Pegelstände an den Gewässern - ausgenommen ist die Wenne in Wenholthausen. Dort ist die Brücke an der L541 gesperrt. Das Wasser des Hennesees wird laut Kreisverwaltung über den Notablauf abgelassen, damit ist die Talsperre entlastet und droht nicht überzulaufen. Ein Überlaufen des Sorpesees ist ebenfalls nicht zu erwarten.

Bahnstrecken innerhalb des Kreisgebietes sind nicht direkt betroffen. Der Hochsauerlandkreis informiert außerdem, dass der gestrige Ruhralarm aufgehoben wurde.  

Update vom 15. Juli, 13.58 Uhr: Im Stadtgebiet Meschede waren die Ortsteile, Visbeck, Berge und Olpe Einsatzschwerpunkte. Rund 300 Einsatzkräfte waren an einer Vielzahl von Einsatzstellen über Stunden gebunden.

Um die Verkehrssituation im Raum Schmallenberg zu entspannen, wird die L776 (Bödefelder Straße) in Bad Fredeburg ab Samstagmittag (17. Juli) wieder für den Verkehr freigegeben. Die Straße war bislang wegen einer Baustelle voll gesperrt. Die B511 zwischen Bad Fredeburg und Heiminghausen ist nach dem Unwetter im Hochsauerland wegen eines Erdrutschs gesperrt.

Vielerorts konnte die Kanalisation die Regenmassen nicht mehr aufnehmen.

Update vom 15. Juli, 11.40 Uhr: Der Starkregen hat auch im Stadtgebiet Arnsberg für viele Hochwassereinsätze der Feuerwehr gesorgt. Die Flüsse Ruhr und Röhr sind über die Ufer getreten und haben für Einsatzschwerpunkte vor allem in den Ortsteilen Müschede und Hüsten gesorgt. Eine Flüchtlingsunterkunft und ein Ferienlager mussten evakuiert werden.

Unwetter im Hochsauerland: „Bedrohliche Lage“ in Marsberg-Udorf

In Eslohe wurden rund 1500 Sandsäcke gefüllt und zum Schutz gegen Hochwasser eingebaut. Die Gemeindefeuerwehr Eslohe verzeichnet über 90 Hochwassereinsätze. Unter anderem wurde eine Kuh aus der Wenne gerettet

Update vom 15. Juli, 10.45 Uhr: Zu einer „bedrohlichen Lage“ kam es in Marsberg-Udorf. Dort trat die Orpe über die Ufer und breitete sich in eine Wohnsiedlung aus. Die Feuerwehr Marsberg forderte den Wasserförderzug des HSK an.

Update vom 15. Juli, 10.33 Uhr: Der Hochsauerlandkreis hat eine erste Bilanz gezogen. Alle Feuerwehren im Hochsauerlandkreis waren am Mittwoch im Vollalarm. Insgesamt 287 Kräfte inklusive THW und Einheiten aus dem Regierungsbezirk Detmold waren im Einsatz.

In Marsberg-Udorf trat die Orpe über die Ufer.

Das Unwettertief „Bernd“ habe kreisweit ergiebige Starkregenfälle, Überschwemmungen, Gerölllawinen, Stromausfälle, überflutete Keller und Betriebe und Ölaustritte verursacht: „ Hunderte Kräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Hilfsorganisationen sind immer noch im Einsatz. Betroffen sind vor allem die Städte und Gemeinden Arnsberg, Eslohe, Marsberg, Schmallenberg und Sundern. Aufgrund von Überschwemmungen und Gerölllawinen mussten dort zahlreiche Straßen gesperrt werden.“ Verletzte oder Tote gab es im Kreis bislang nicht. Dennoch appelliert der Krisenstab, überflutete Kellerräume nicht zu betreten und in überfluteten Räumen keine elektrischen Gegenstände zu benutzen.

Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, in den Bereichen, wo Hilfskräfte im Einsatz sind, vorsichtig zu fahren. Der Zugverkehr ist nicht eingeschränkt. Allerdings kann es zu Störungen im Mobil- und Festnetz kommen. Die Telekom arbeitet aktuell an der Problembehebung.

Update vom 15. Juli, 10.25 Uhr: Nach den Unwettern im Hochsauerland wird am Donnerstagmorgen das ganze Ausmaß deutlich. Straßen sind gesperrt, Feuerwehr und THW haben stundenlang gegen die Wassermassen gekämpft.

Unwetter im Hochsauerland: Kritische Lage an den Talsperren

Kritisch war die Lage zeitweise auch an den Talsperren: Laut Polizei war der Hennesee bereits am Abend an einigen Stellen über die Ufer getreten. Der Ruhrverband bestätigte auf Kurier-Nachfrage, dass die Talsperre voll gefüllt und der Hochwasserüberlauf angesprungen sei. Pressesprecher Markus Rüdel berichtet: „Wir haben hier aktuell einen Zufluss von 23 Kubikmeter pro Sekunde und eine Abgabe von 24,8 Kubikmeter pro Sekunde. Die Zuflüsse sind leicht rückläufig.“

Der Sorpesee hingegen ist zu 95 Prozent gefüllt. Es gibt hier noch Reservekapazitäten von etwa fünf Prozent, sodass der See wahrscheinlich nicht in den Überlauf kommt“, so Rüdel. Die Zuläufe seien ebenfalls aktuell leicht rückläufig, da derzeit kein neuer Niederschlag hinzukommt.

Viele Straßen im HSK sind aktuell gesperrt.

Auch die Ruhr im Stadtgebiet Arnsberg führt starkes Hochwasser. „Am Pegel in Oeventrop haben wir einen Durchfluss von 215 Kubikmetern Wasser, sonst liegt dieser bei 15 Kubikmetern, das mittlere Hochwasser liegt bei 133 Kubikmetern.“ Für die Ruhr im Bereich Hattingen sagte Rüdel, dass es so ein Hochwasser seit den 60er Jahren nicht gegeben habe.

Update vom 14. Juli, 20.32 Uhr: Das Unwetter hat das Hochsauerland weiter im Griff. Vor allem Sundern trifft es hart. Der Ortsteil Hachen ist laut Polizei nicht mehr befahrbar.

Unwetter im HSK: Überschwemmungen in Sundern

Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Überschwemmungen in Sundern
Unwetter im HSK: Überschwemmungen in Sundern

Update vom 14. Juli, 18.48 Uhr: Die Polizei hat eine Liste mit Straßensperrungen veröffentlicht:

Update vom 14. Juli, 16.57 Uhr: Die Lage im Hochsauerland spitzt sich weiter zu. Wie die Polizei auf Twitter mitteilt, sind die ersten Brücken aufgrund übertretender Flüsse gesperrt. Zudem ist die B511 bei Dorlar nach einem Erdrutsch komplett gesperrt worden. „Es ist sau gefährlich, bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr“, verstärkt die Polizei ihren Appell an die Bürger, zuhause zu bleiben.

Unwetter im Hochsauerland: Situation spitzt sich zu - „stehen kurz vor der Katastrophenschwelle“

Update vom 14, Juli, 14.55 Uhr: In Schmallenberg wurde Stadtalarm ausgelöst. „Wir stehen kurz vor der Katastrophenschwelle“, erklärt Ralf Fischer, Pressesprecher der Feuerwehr der Stadt Schmallenberg aus SauerlandKurier-Nachfrage. Der Grund: „Wir können nicht mehr alle Einsätze bedienen und arbeiten sie jetzt nach Prioritäten ab.“

Hochwasser in Schmallenberg

Hochwasser in Schmallenberg
Hochwasser in Schmallenberg
Hochwasser in Schmallenberg
Hochwasser in Schmallenberg
Hochwasser in Schmallenberg

Unwetter im Hochsauerland: Unsere ursprüngliche Berichterstattung

Erstmeldung von Mittwoch, 14. Juli, 9.19 Uhr: Seit dem frühen Morgen ist die Feuerwehr in Sundern im Einsatz. Auf ihrer Facebookseite berichtet die Wehr aus der Röhrstadt von zehn Einsatzstellen mit insgesamt 110 Einsatzkräften. Schwerpunkt waren die Hellefelder Straße und die Eichendorffstraße.

So sind etwa 30 Feuerwehrleute aus Sundern bereits in der Nacht in die Eichendorffstraße ausgerückt. Dort waren aufgrund der Unwetter im Sauerland mehrere Keller vollgelaufen. Die Feuerwehr pumpte die Keller aus und schützten die Gebäude vor nachlaufenden Wassermassen. Außerdem wurde im Bereich Seidfeld der Damm eines Regenrückhaltebeckens beschädigt. Ein Fachberater des THW war vor Ort, um die Standfestigkeit des Damms zu prüfen.

An der Hellefelder Straße in Sundern ist aufgrund des Dauerregens im Sauerland ein Industriegebäude von den Wassermassen betroffen. Hier sind die Einheiten Hellefeld und Feuerwehrleute aus Sundern vor Ort. Am Baubetriebshof wurden Sandsäcke befüllt, um den Überschwemmungen Herr zu werden.

In der Eichendorffstraße in Sundern musste die Feuerwehr mehrere Keller auspumpen.

Das THW Arnsberg ist an den Einsatzstellen vor Ort und unterstützt die Rettungskräfte. Auch die Feuerwehren Stockum, Amecke, Endorf und Langscheid mussten Keller leer pumpen. In Eslohe-Nichtinghausen stand ebenfalls eine Straße unter Wasser.

Unwetter im Hochsauerland: Warnung bis Donnerstagmorgen

Auch in den Nachbarkreisen ist die Lage ernst: Im Kreis Olpe kämpfen die Einsatzkräfte im Frettertal gegen die Wassermassen. Im Märkischen Kreis sind derzeit einige Verbindungsstraßen aufgrund der Wassermassen gesperrt. Im Kreis Soest sind ebenfalls viele Straßen und Keller überflutet. In vielen Regionen Nordrhein-Westfalens sind die Folgen des Unwetters und Dauerregens zu spüren. Ein Ende der Warnlage ist aktuell nicht in Sicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet erst am Donnerstagmorgen ein Ende des Dauerregens. Aktuell gilt für den Hochsauerlandkreis eine Unwetterwarnung des DWD: Bis Donnerstag sollen zwischen 60 und 90 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, teilweise sogar zwischen 90 und 120 Liter.

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