Kreisjägerschaft gibt Antworten

Überdurchschnittlich viele Wildunfälle in einer Nacht: Das sind die Gründe

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Symbolfoto

Hochsauerland - Die Polizei verzeichnete in der Nacht zu Donnerstag gleich acht Wildunfälle im gesamten HSK - eine überdurchschnittlich hohe Zahl. Doch wie kommt so eine große Anzahl zustande? Die Kreisjägerschaft liefert mögliche Gründe.

Zwischen 20 Uhr am Mittwochabend und 6 Uhr am frühen Donnerstag wurden der Polizei acht Unfälle gemeldet - jeweils zwei in Schmallenberg und Meschede sowie jeweils einer in Brilon, Marsberg, Sundern und Olsberg. Da nicht immer alle Wildunfälle auch gemeldet werden, könnte die tatsächliche Zahl sogar noch höher liegen.

Wie Polizeisprecher Sebastian Held im Gespräch mit dem SauerlandKurier erklärte, sei es in allen Fällen glücklicherweise bei Blechschäden geblieben, Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Allerdings wurden in einigen Fällen Rehe durch den Aufprall getötet. Dass die acht Unfälle überproportional viele sind, zeigt ein Blick auf die Statistik aus dem vergangenen Jahr: 2018 hatte es im gesamten März 125 Wildunfälle im Kreis gegeben - also im Schnitt vier pro Tag.

Der beginnende Frühling sorgt für mehr Bewegung

Aber warum gab es in der vergangenen Nacht offenbar so viele Begegnungen zwischen Tieren und Autos? Nicole Heitzig, die Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hochsauerland, hat drei mögliche Antworten auf diese Frage. 

Die erste: Die Tiere werden nun wieder aktiver. "Im Winter fährt das Wild den Stoffwechsel runter. Nun werden die Temperaturen aber wieder milder und die Tiere fahren den Stoffwechsel wieder hoch. Daher haben sie einen höheren Energiebedarf und sind mehr unterwegs, um Nahrung zu suchen", erklärt Heitzig.

Desweiteren herrsche derzeit eine "große Unruhe" im Wald, wie die Brilonerin schildert. Zum einen gebe es unter den Rehböcken die ersten Revierkämpfe, zum anderen vertrieben die Ricken ihre Kitze aus dem vergangenen Jahr. Daher seien vor allem Jungtiere momentan vermehrt in Bewegung.

Wie verhält man sich richtig?

Der dritte Grund: "Das Wetter hat sich geändert. Bei Regen und Kälte ist das Wild kaum in Bewegung, aber sobald es wärmer wird, ist der Bewegungsradius größer", berichtet Heitzig. Und gerade in hellen Vollmondnächten wie der von Mittwoch auf Donnerstag würden mehr Tiere durch den Wald streifen und somit auch immer wieder Straßen kreuzen. Und dabei kommt es dann zu unfreiwilligen Begegnungen mit Autos.

Doch wie sollten Autofahrer sich verhalten, wenn ein Reh oder Wildschwein auf der Fahrbahn steht oder vor dem Auto herläuft? "Auf keinen Fall ausweichen", warnt Polizeisprecher Sebastian Held. Stattdessen sollten sie auf das Tier zuhalten und abblenden. "Wenn es gefahrlos möglich ist, sollten Verkehrsteilnehmer auch bremsen. Sie sollen aber niemals sich selbst oder andere in Gefahr bringen."

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