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Wegemarkierung im Sauerland wird erneuert

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Von: Andre Geißler

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Den Startschuss für das Setzen der neuen Markierungspfosten gaben Vertreter von SGV, LWV, Wald und Holz, Sauerland Tourismus und Naturpark Sauerland Rothaargebirge gemeinsam in Hachen.
Den Startschuss für das Setzen der neuen Markierungspfosten gaben Vertreter von SGV, LWV, Wald und Holz, Sauerland Tourismus und Naturpark Sauerland Rothaargebirge gemeinsam in Hachen. © André Geißler

Die Sturm- und Borkenkäferereignisse der vergangenen Jahre haben die Wanderwege im gesamten Sauerland in erheblichem Maße geschädigt. Durch die großflächigen Abholzungen fehlen nun vielerorts die Bäume als Markierungsträger, sodass zur Qualitätssicherung neue Markierungspfosten gesetzt werden müssen.

Sundern – Um diese umfangreiche Maßnahme umsetzen zu können, ist im Sunderner Ortsteil Hachen am vergangenen Mittwoch eine Aktion des Sauerländer Gebirgsvereins (SGV) gestartet, die vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 50.000 Euro unterstützt wird.

„80 Prozent der Waldflächen befinden sich im SGV-Bereich. Also mussten wir uns die wichtige Frage stellen, wie wir die Markierungssicherheit für Wanderer wieder herstellen können. Dank der mustergültigen Zusammenarbeit mit unseren Partnern hier im Sauerland und der Unterstützung des Landes NRW können wir nun mit dem Setzen der Markierungspfosten beginnen“, betonte der Geschäftsführer des Landeswanderverbandes (LWV) und des SGV, Christian Schmidt, den guten Zusammenhalt mit „Sauerland Tourismus“ und „Naturpark Sauerland Rothaargebirge“ beim Einschlag des ersten Pfostens auf einer Kahlfläche oberhalb von Hachen.

„In NRW sind auf rund 130.000 Hektar Freiflächen entstanden, wo vorher Fichten standen“

Rund 1000 dieser Pfosten, die aus besonders witterungsbeständiger, heimischer Lärche bestehen, sollen an bereits im Vorfeld von den Kooperationspartnern sowie zahlreichen ehrenamtlichen Wegemarkierern ermittelten Orten in den nächsten Wochen durch die Sauerländer Ranger gesetzt und von SGV-Mitgliedern mit Wanderweg-Markierungen versehen werden. Weitere rund 2000 sollen nach und nach folgen, sobald die Abholzungsarbeiten abgeschlossen sind. Diese und die Neuaufforstung seien die größte Aufgaben seit dem Zweiten Weltkrieg, so Dr. Gero Hütte-von Essen vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW: „In NRW sind auf rund 130.000 Hektar Freiflächen entstanden, wo vorher Fichten standen. Nicht nur aufgrund der Corona-Auswirkungen der vergangenen Jahre ist es inzwischen noch mehr deutlich geworden, wie wahnsinnig der Wald als Naherholungsgebiet gebraucht wird. Vor allem auch für Wanderer und Natursportler wie etwa Radfahrer.“

Der Wanderer und Tourist sei im Sauerland ein hervorragendes Wegemarkierungnetz auf teils zertifizierten Qualitätswanderwegen wie dem Rothaarsteig, der Sauerland-Waldroute oder dem Sauerland-Höhenflug gewohnt. Daher könne man nicht mit tollem Marketing ins Sauerland locken, wenn dies dann doch nicht der Fall sei, betonte der Geschäftsführer vom Naturpark Sauerland Rothaargebirge, Detlef Lins: „Sie darf man nicht enttäuschen. Die besondere Qualität muss dringend aufrecht erhalten werden. Das gilt sowohl für die Wege und Beschilderungen als auch für vorzeigbares Mobiliar wie Rastplätze und Ruhebänke.“

„Die Pflege und Entwicklung der lokalen und regionalen Wanderwege ist für den Bereich Tourismus besonders wichtig“

Doch im Sauerland seien Kommunikation und Zusammenarbeit der Verantwortlichen erfreulich gut. Auch Netzwerke und Gremien arbeiteten Hand in Hand, sodass die verschiedenen Interessen der Eigentümer und Nutzer sehr gut gebündelt werden könnten: „Ein schönes Beispiel für gelungene Organisation ist, dass, schon als das Dilemma begann, sämtliche Forstunternehmen dazu bewegt werden konnten, Bäume mit Markierung oberhalb dieser zu sägen. Das erspart uns jetzt viel Arbeit“, erklärte Hütte-von Essen. Wichtig sei nun, die Markierungspfosten-Maßnahme in enger Abstimmung mit den Waldgrundbesitzern vorzunehmen. Auch Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, freute sich über den Start der Maßnahmen. Die Investition sei ein wichtiger Schritt, damit eine problemlose Orientierung unterwegs auf der Wanderwege-Infrastruktur des Sauerlands auch zukünftig gewährleistet ist: „Die Pflege und Entwicklung der lokalen und regionalen Wanderwege ist für den Bereich Tourismus besonders wichtig und auch für unsere Bürgerinnen und Bürger, unter dem Aspekt der Naherholung, von zentraler Bedeutung.“

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