Verhandlungen über Vorzeigeprojekte

Bike-Festival und Grenztrail: Willinger wollen Zukunft des Radtourismus sichern

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Von wachsender Bedeutung ist der Rad-Tourismus (im Bild: Besucher des Bikefestivals) nicht nur in Willingen. Angebote dazu sollen gesichert werden. 

Willingen (Upland). Das Bike-Festival ist eine etablierte Säule des Willinger Rad-Tourismus; der Grenztrail könnte eine für die ganze Region werden. Arbeit hinter den Kulissen steht an.

Die Frage, wie sich die Zukunft des Rad-Tourismus sichern ließe, trieb Dieter Schütz (FDP) bei der Sitzung des Upländer Haupt- und Finanzausschusses um. So erkundigte er sich einerseits, wie es mittel- bis langfristig um das als Werbefaktor wertvolle Bikefestival bestellt sei; andererseits ging es ihm um den Grenztrail: „Das scheint mir ein bisschen ins Stocken geraten zu sein.“

Seit mehreren Wochen stimmen Gemeindevertreter und Stadtverordnete im Kreis darüber ab, ob ihre Kommunen dem Zweckverband beitreten wollen, welcher zur Schaffung der rekordverdächtigen Mountainbikestrecke nötig ist. Zehn der 22 Städte und Gemeinde entschieden sich bislang dafür, fünf dagegen. „Schade, dass viele Kommunen die Chance nicht erkennen“, befand Schütz – schockierend finde er, wenn der Bikesport als „Trend“ abgetan werde. 

Das werfe zwei Fragen auf: Erstens, ob es eine nachträgliche Einstiegsmöglichkeit gebe, und zweitens, ob sich das Projekt in Richtung Westfalen ausdehnen ließe – vielleicht könne das gerade grenznahe Kommunen noch überzeugen.

Ersteres sei zwar theoretisch möglich, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte, doch wegen der Abrechnung der Investitionskosten sei es ein kompliziertes Unterfangen. „Die Ausdehnung auf NRW ist wegen der Fördermittel schwierig“, erläuterte der Rathauschef. Hessen und sein Nachbarland fördern nach unterschiedlichen Bedingungen, der Streckenbau auf beiden Seiten der Grenze müsse also strikt getrennt werden. Eine Ausweitung nach Westfalen sei also derzeit nicht vorgesehen.

Federführend für den Grenztrail ist der Landkreis, die Ausschreibung für das Projektbüro wird vorbereitet. Kürzlich förderte das Land die Projektplanung mit 1,3 Millionen Euro. Auch ein für das Marketing wichtiger Medienpartner stehe in Aussicht. Er schätze, dass am Ende 15 oder 16 Kommunen dabei seien, sagte Thomas Trachte.

In puncto Bikefestival solle der Vertrag mit dem Veranstalter, dem Delius Klasing Verlag, zu den bisherigen Konditionen verlängert für ein Jahr werden. Danach strebten beide Seiten längerfristige Übereinkünfte an. Beide wollten an bestimmten Bedingungen Änderungen: „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir vor unüberwindbaren Hindernissen stehen“, befand Trachte. Den Grenztrail bewerteten die Veranstalter derweil positiv.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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