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Eine "Tipp-Topp-Veranstaltung"

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Noch hat der vierjährige Matthis aus Köln keinen Blick übrig für die Profis. Selber fahren ist das Größte. Das geht auch mit einem Laufrad.
Noch hat der vierjährige Matthis aus Köln keinen Blick übrig für die Profis. Selber fahren ist das Größte. Das geht auch mit einem Laufrad.

Er ist erst vier und stiehlt den Profis beim Bike-Festival in Willingen die Show: Der kleine Matthis aus Köln hat an keinem der Wettbewerbe teilgenommen, aber er ist der absolute Publikumsliebling. Er nimmt mit seinem Laufrad den Parcours wie ein Großer. Wo ihm der Schwung fehlt für Sprünge, da stößt er sich eben mal mit den Füßen ab und hüpft mit seinem Rädchen in die Luft.

Hügel hinauf strampeln die kleinen Beinchen, was das Zeug hält, die Backen rot, die Haare unter dem wuchtigen Helm verschwitzt - aber die Augen strahlen.

"Er ist gar nicht runter zu kriegen von seinem Rädchen", erzählte sein Papa lachend. Das ist das Sympathische am Bike-Festival am Fuße des Ettelsberges: Es bietet für jeden etwas, ob Klein ob Groß, ob Alt oder Jung, Amateur oder Profi. Drei Tage lang drehte sich in Willingen alles ums Rad.

Auf den Rides, Parcours und Trails lieferten sich die Mountainbiker spannende Rennen; die Teilnehmer kamen aus den USA, den Niederlanden, aus Dänemark oder Südafrika. Auf dem Messegelände wurde über High-Tech-Federgabeln, Felgen oder Schaltungen gefachsimpelt, Kleinkinder testeten Laufräder - modische Accessoires müssen möglichst bunt sein.

Action-Highlight des Festivals ist das Milka Wheels of Speed - ein Downhill Rennen, bei dem Profis auf Amateure treffen. Bei den Frauen setzte sich Antje Kramer durch, bei den Herren war es spannend bis zum Schluss. Am Ende war Andreas Sieber noch um Hundertstel Sekunden schneller als Maximilian Bender (2.) und Nino Antic (3.). Sieber lobte das Festival: "Es ist eine Tipp-Topp-Veranstaltung. Die Strecken, die Atmosphäre, die Umgebung und auch das Wetter, alles hat gestimmt."

Das Herzstück des Festivals ist der Rocky-Mountain-Marathon, der über drei verschiedene Distanzen gefahren wird. Mit von der Partie auf der 53 Kilometer langen kleinen Runde war Erik Zabel, der einmal das Rennrad gegen ein Mountainbike eingetauscht hat. "Ich kenne das Sauerland gut vom Training her, jetzt wollte ich mal sehen, wie es abseits der Straßen aussieht", erklärte er. Am Ende erreichte er einen beachtlichen sechsten Platz in der Master Kategorie. Gewinner in dieser Gruppe war Norbert Kulla vom Neumann-Team aus Brilon. Über die 123 Kilometerdistanz gewann bei den Damen Katrin Schwing vor Natascha Binder und Barbara Kaltenhauser. Bei den Herren fuhr der Südafrikaner David George die schnellste Zeit heraus (Zweiter Markus Kaufmann, Dritter Kevin Evans).

Rund drei Stunden später ist "Matze" immer noch im Sattel: Sein großes Idol ist eindeutig sein Vater, der aber liebt eher die entspannten Touren quer durch den Wald. Der Vierjährige ist mit Sicherheit nicht das Opfer ehrgeiziger Eltern: Der Kleine war zwar angemeldet für einen Wettbewerb - stolz trug er seine Nummer - aber dann wollte er auf einmal nicht mehr. Für den Papa kein Problem: "So lange er seinen Spaß hat, ist doch alles okay - vielleicht hat er ja nächstes Jahr mehr Lust." Die weiten Sprünge der Profis nebenan, schaut sich der Junge nur kurz an - dann schnappt er sich sein Bike und fährt neben der Rennstrecke her - rauf, runter, hin, her, unermüdlich.

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