Zum 100. Geburtstag kommen auch viele befreundete Vereine

Festzug und Tanzabend: Bömighäuser Schützen feiern Jubiläum - mit Bildergalerie

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Im Mittelpunkt stand auch noch einmal das scheidende Schützenkönigspaar Mario und Ines Koch (hier in der Mitte des Bildes).

Bömighausen - Festzug, Tanzabend und viel Tradition: Die Mitglieder des Schützenvereins 1919 Bömighausen haben das 100-jährige Bestehen ihres Vereins gefeiert.

Es ist erst einige Wochen her, als sich ehemalige Könige und der amtierende Schützenkönig an der Vogelstange trafen, um das besondere Amt auszuschießen. 13 Anwärter gaben den Schuss auf die Kaiserscheibe ab – und Detlef Ückert ist seither nicht nur Vorsitzender, sondern auch Kaiser des Vereins.

Imposantes Bild: Das Foto zeigt das Königspaar Mario und Ines Koch mit seinem Hofstaat. Fotos: Barbara Liese

Viel Zeit, sich auf den neuen Lorbeeren auszuruhen, blieb ihm aber nicht, denn für das Jubiläumsschützenfest am vergangenen Wochenende mussten noch viele Vorbereitungen getroffen werden. Wie sehr sich die Arbeit gelohnt hat, konnte man sehen. Auch wenn nicht alle aktiv sind, so fanden sich doch viele helfende und unterstützende Hände.

„Wir haben unser Schützenfest um einen Tag erweitert, um im feierlichen Rahmen Ehrungen vorzunehmen und an die Geschichte des Verein zu erinnern“, erklärte Detlef Ückert am Rande des Jubiläumsschützenfestes.

Wohl kein anderes Mitglied kennt sich mit Geschichte und Geschichten des Vereins so gut aus wie Ehrenvorsitzender Friedrich Behlen, der für seine Berichte aus alten Zeiten viel Applaus erhielt.

Schützen unter sich: Herrmann Schulze, Detlef Ücker und Erich Pöttner (von links).

Eines wurde am Wochenende ebenfalls deutlich: Tradition und Engagement sind auch nach 100 Jahren noch immer das Fundament des Vereins und beides zeigte sich auch bei der Eröffnung des Schützenfests am Samstagabend. Mit Böllerschüssen gab die Korbacher Geschützgruppe St. Barbara den Startschuss – und die Kompanie marschierte los, um das noch amtierende Königspaar Mario und Ines Koch abzuholen.

Die anschließende Ehrung der Toten am Ehrenmal wurde von Pfarrer Kai Uwe Schröter begleitet und die Kompanie legte wie gewohnt einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Bereiten den Kanonenschuss vor: Karl-Friedrich Kuhnhenn und Schießmeister Friedrich Wilhelm Frese.

Oberst Erich Pöttner führte Kompanie und Königspaar zurück zur Halle. Als Zugführer hat er in den drei Tagen des Schützenfestes viel zu tun. „Ich habe mir extra zehn Tage Urlaub genommen, damit ich bei den Vorbereitungen nicht fehle“, sagte er.

Mit dem ersten Königstanz von Mario und Ines Koch in der Schützenhalle war das Jubiläumsfest endgültig eröffnet. Zur Musik der Schützenkapelle Willingen drehte sich das Königspaar im Walzertakt auf der Tanzfläche, die sich schnell füllte.

Freundschaft zu den Nachbarorten hat nie nachgelassen

Für einen guten Start in den Sonntag mit großem Festzug sorgte das Königsfrühstück. Für das Königspaar war es eine der letzten Einladungen ihrer Regentschaft. „Der Königsschuss vor drei Jahren war für uns der Startschuss in drei wunderbare Jahre, die wir sehr genossen haben“, berichtete Mario Koch. Kaum war das Frühstück beendet, marschierten schon die ersten der 15 eingeladenen Schützenvereine des Umlands ein. Ludwig Behlen, der mit 87 Jahren bei keinem Fest fehlte, freute sich. 

„Die Kameradschaft, der Zusammenhalt und die Freundschaft zu den Nachbarorten haben in den 60 Jahren meiner Vereinszugehörigkeit nie nachgelassen.“ „Tradition ist bewahrter Fortschritt und Fortschritt ist weitergeführte Tradition.“ Mit diesem Motto und kontinuierlicher Jugendarbeit schafft es der Schützenverein 1919 Bömighausen nun schon über Jahrzehnte immer wieder, Kinder und Jugendliche für den Schützenverein und auch das Ehrenamt zu begeistern. „Natürlich gehören die Geselligkeit und das Feiern zu unserem Vereinsleben“, sagt Detlef Ückert, „aber wir wollen kein Kirmesverein sein und deshalb ist für uns der Erhalt der Traditionen wichtig. Kinder und Jugendliche für den Schießsport zu begeistern, ist nur möglich, wenn viele sich einbringen und engagieren.“ 

Nachwuchssorgen haben die Bömighäuser Schützen, wie man bei dem großen Umzug sehen konnte, nicht. Hermann Schulze, Zweiter Vorsitzender des Vereins, erinnerte sich: „Wir haben während unserer Regentschaft von 2013 bis 2016 selbst erfahren können, wie schön es ist, alt und jung zusammen zu führen. Neuem gegenüber offen zu sein und doch Bewährtes zu bewahren, muss kein Widerspruch sein. Uns ist vor der Zukunft nicht bange. Auf in ein neues Jahrhundert.“ Das Jubiläumsschützenfest geht heute mit dem Königsschießen und der Proklamation des neuen Königs weiter

VON BARBARA LIESE

Jubiläumsschützenfest in Bömighausen

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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