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"Fliegendes Schwimmbad"

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Bei leichtem Schneefall wurde das Schwimmbecken in der Nacht zum Mittwoch mit einem Kran über das Viadukt in Brilon-Wald gehoben. Foto: Claudia Metten
Bei leichtem Schneefall wurde das Schwimmbecken in der Nacht zum Mittwoch mit einem Kran über das Viadukt in Brilon-Wald gehoben. Foto: Claudia Metten

Ein Schwimmbecken geht auf Reisen – hieß es in der Nacht von vergangenen Dienstag auf Mittwoch. Der nicht alltägliche Schwertransport mit rekordverdächtigen Ausmaßen startete um 22 Uhr auf dem Parkplatz in Höhe Arnsberg mit dem Ziel Willingen.

Begleitet von einem Technikfahrzeug, sieben Bullis der Polizei und jeder Menge Blaulicht begann die Fahrt auf der Autobahn A 46 in Richtung Abfahrt Velmede. Von dort ging es für den 6,60 Meter breiten und 4,45 Meter hohen Schwertransport, der bereits Montagnacht in Moers startete, die Bundesstraße B 7 weiter über Bestwig und Nuttlar zur Ortsumgehung Olsberg B 480n Richtung B 251 nach Willingen. Für das Transportfahrzeug, das die Straßen zwischen Arnsberg und Willingen "für sich beanspruchte", wurden eigens Straßensperrungen unter anderen in Olsberg, Elleringhausen und Bruchhausen errichtet. Um eine ungehinderte Fahrt zu ermöglichen, legten die Fahrer des Begleitfahrzeuges Schilder um und stellten sie nach Bewältigung der Hindernisse wieder auf.

Schwierigkeiten in Brilon-Wald

Die größten Schwierigkeiten galt es aber für das Schwerlastunternehmen aus Moers auf der fast 60 Kilometer langen Strecke in Elleringhausen und Brilon-Wald zu überwinden. Mithilfe eines mobilen Autokrans wurde das Schwimmbecken auf der Verkehrsinsel am Ortsausgang von Elleringhausen in Richtung Bruchhausen an den Haken genommen und vom Transportfahrzeug gehoben.

Mit Zeitdruck im Nacken, da die Schwertransporte nur in der Zeit von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens unterwegs sein dürfen, galt es schnellstmöglich das abenteuerliche Unterfangen umzusetzen. "Die Fahrt bis Elleringhausen hat super geklappt. An der Verkehrsinsel wartete schon bei Ankunft des Beckens der 130 Tonnen Kran. Der hat das Becken problemlos über die Bäume gehoben und wieder auf den Schwertransport aufgesetzt. Hier am Viadukt warten wir jetzt auf den 200 Tonnen Kran", so Polizeikommissar Ludger Rath. Doch der lies auf sich warten. Durch heftigen Schneefall in Willingen-Usseln klappte nicht alles nach Zeitplan. Um 2 Uhr in der Nacht erreichte der schwere Kran schließlich sein Ziel, das Viadukt in Brilon-Wald. Dort galt es für den Kranführer und sein Team, im Schneetreiben den 200 Tonnen Koloss aufzubauen und mit 10 Tonnen schweren Gewichten zu stabilisieren. Ein Unterfangen, das fast zwei Stunden dauerte. Nach erfolgreicher Bewältigung wurde der Kranarm auf zirka 50 Meter Länge ausgefahren, das Schwimmbad auf der anderen Seite vom Viadukt an den Haken genommen und über das Hindernis gehoben.

Von dort konnte die Fahrt dann ungehindert fortgesetzt werden. Das "fliegende Schwimmbecken" hat nun seine neue Heimat, das Brauhaushotel in Willingen, erreicht und wird in den erweiterten Wellnessbereich eingebaut.

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