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Wer führt das Rudel an?

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Es geht bergauf. Zum Glück gewähren Peter Hagenackers (Hundetrainer und Jäger) Erklärungen immer wieder Gelegenheit zum Verschnaufen.  Foto: Kristin Sens
Es geht bergauf. Zum Glück gewähren Peter Hagenackers (Hundetrainer und Jäger) Erklärungen immer wieder Gelegenheit zum Verschnaufen. Foto: Kristin Sens

An der Talstation der Ettelsbergbahn in Willingen: Ein knappes Dutzend Leute und ebenso viele Hunde stehen im Kreis und werfen sich neugierige Blicke zu, gespannt auf das, was auf sie zukommt. Mit dem Hund spazieren gehen, das macht jeder täglich mehrmals. Aber in einer großen Gruppe, mit einem erfahrenen Hundetrainer und Jäger an der Seite, die Erfahrung ist neu.

Es geht zur Kabinenbahn, denn oben auf dem Ettelsberg soll die Hundetour losgehen. Die ersten Hunde tapsen locker in die Bahn - weniger locker einige Frauchen: "Ich habe Höhenangst", bekennt Steffi Büth. Dann kommt Paula. Paula hat zwar keine Höhenangst, doch das sich langsam bewegende und schaukelnde Ungetüm ist ihr nicht geheuer. Manches Frauchen nimmt ihren Hund auf den Arm - Pech für Paulas Frauchen Elke Bockwinkel: Ihr Hund ist ein Labrador. Oben angekommen entschädigt ein Blick ins Waldecker Land und auf die Briloner Hochebene für den ersten Stress.

Noch ein paar Verhaltensregeln vom Hundetrainer und Jäger Peter Hagenacker: Hunde anleinen, wenn er es ansagt, auf Biker und andere Wanderer Rücksicht nehmen, den eigenen Hund im Auge behalten, wenn er frei läuft. Nach einem Blick auf die Startrampe der Biker und auf das Rückhaltebecken hinter dem Turm geht es los. Nur nach wenigen hundert Metern gibt es schon wieder etwas zu gucken: Hier stehen die Reste des Rommelturms -dem einzigen Punkt in Deutschland, von dem aus im Zweiten Weltkrieg Funkverbindung mit Afrika aufgenommen werden konnte.

Alle hundert Meter was Interessantes

Weiter geht es zum Kyrillpfad. Schon wieder nichts für die Vierbeiner, denn obwohl es einige probieren, Leiter hoch klettern kann keiner und unten am Boden ist bald kein Durchkommen mehr. So kehren die meisten Frauchen bald zu ihren Hunden zurück und es geht weiter, an der Großen Grube vorbei zum Lütteke Feld. Über Stock und Stein geht es, um Interessantes in der Natur zu entdecken: Tierlosung, Verbissspuren, ein Meiler und der Höhepunkt: ein riesiger Fuchsbau. Dafür klettern alle auch gerne mal durchs Unterholz. Eigentlich ist es eher ein Dachsbau, den der Fuchs sich angeeignet hat, der Dachs ist nun nur noch Untermieter. Peter Hagenacker erzählt von Begegnungen mit dem Dachs und rät, dem selbstbewussten Waldbewohner Respekt zu zollen. Auch die Hunde sind einem Dachs nicht gewachsen, mahnt er zur Vorsicht.

So langsam werden die Knochen müde, es ist warm, die Hunde dagegen frisch wie am Anfang. Jeder Tümpel und Bach wird von ihnen ausgiebig erkundet - Dass auch Briard Elias den Tümpel nicht verschmäht, sehen seine Besitzerinnen mit gemischten Gefühlen. Sein Fell ist lang und zottig. Elias ist mit seinen elf Monaten das Nesthäkchen der Truppe - aber dennoch wortwörtlich der Größte.

Schließlich kommt die Mühlenkopfschanze in Sicht, zur Abwechslung wieder eine Attraktion für Frauchen. Auch hier wagen sich einige mit dem Aufzug ins "Krähennest" und werfen einen respektvollen Blick in die Tiefe. Oberhalb des Wildparks kommen die Wanderer wieder in Willingen an. Während sich manches Frauchen die letzten Meter quält, schießen die Hunde immer noch voller Übermut über die Wiesen. Dennoch: Es hat riesig Spaß gemacht und alle sind sich sicher, es wird ein Wiedersehen geben.

Für Besonderheiten sensibilisieren

Das "frühlingshafte Hundewandern mit Jägerlatein" von Annette Feldmann ist besonders: Man geht nicht nur gemeinsam spazieren, sondern der Hundehalter wird für seine Umgebung, seien es die Flora und Fauna des Waldes, oder kulturelle Besonderheiten, sensibilisiert. Der Hund genießt die Gesellschaft seiner Artgenossen, kann seine sozialen Kompetenzen ausbauen und sich richtig austoben. Die Halter profitieren vom intensiven Zusammensein mit ihrem Tier, können sich mit anderen Hundehaltern austauschen und einiges über Geschichte und Kultur der Region erfahren. Info: www.hundewandertouren.de

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