"Gezittert wie Espenlaub"

Ein Traum ging für Katrin Vogel in Erfüllung: Sie traf ihr Idol Peter Maffay auf Mallorca. Der Sänger schaute sich sogar ihre Fotos an.

Seit vielen Jahren ist Katrin Vogel waschechter Peter-Maffay-Fan. Unzählige Konzerte besuchte die Erzieherin aus Usseln, hat alle Schallplatten, CDs und Videofilme des Sängers im Regal. Vor einigen Tagen hat Katrin Vogel ihrem großen Idol in die Augen geblickt — und einen Scheck für ein Kinderprojekt übergeben, das Maffay in seiner Heimat Siebenbürgen auf die Beine stellt.

Genau 496 Euro steuert Katrin Vogel zu einem Kinderheim bei, das der Musiker mit seiner Kinderstiftung errichten möchte. Einen entsprechenden Scheck überreichte Katrin Vogel dem Kultsänger persönlich — nicht bei einem Konzert oder einer Autogrammstunde in Deutschland, sondern in Maffays Finca C'an Llompart auf Mallorca — in diesem Kinderferienhaus dürfen traumatisierte Kinder zwei Wochen Ferien verbringen. Dorthin war die Usselnerin mit ihrem Ehemann Torsten Vogel gereist. Dafür hat sie sogar ihre Flugangst überwunden und ist das erste Mal in ihrem Leben in ein Flugzeug eingestiegen.

Per E-Mail hatte die Usselnerin zuvor Kontakt zu dem örtlichen Stiftungsbüro aufgenommen, um "anzuleiern", dass sie den Scheck beim Tag der offenen Tür in der Finca persönlich übergeben darf. "Ich war so unglaublich aufgeregt, Peter zu treffen und ihm die Spende zu überreichen", sagt die junge Frau und ist noch immer völlig durcheinander. "Ich habe gezittert wie Espenlaub", erinnert sie sich. Und das Treffen mit ihrem Idol wollte sie natürlich voll auskosten. Die Scheckübergabe hat bei ihr daher ein bisschen länger gedauert als bei anderen. "Ich hab mir gedacht, dafür bin ich aber nicht hier, um das kurz und knapp zu machen", sagt sie. Immerhin gab es auch viel, was sie Maffay erzählen wollte.

"Komm, lass dich mal küssen"

Etwa wie das Geld bei einem Fest zusammenkam, das Katrin Vogel für ihre Gitarrenschüler und deren Familien ausgerichtet hat. Im Garten von "Katrin's Gitarrenschule" in Usseln saßen die Nachwuchsmusiker gemütlich zusammen, griffen unter freiem Himmel in die Saiten und sprachen auch gemeinsam über Maffays Kinderprojekt. "Jeder Gast konnte etwas spenden, und so kamen die fast 500 Euro zusammen", erzählt Katrin Vogel.

Rund zehn Minuten, schätzt die Usselnerin, hat sie sich mit ihrem Idol unterhalten. Dabei schaute sich Peter Maffay sogar die Fotos vom Fest in Usseln an und war begeistert vom Engagement: Nicht die Summe sei entscheidend, sondern "die Haltung, wie sie zusammenkommt. Das ist das, was zählt". Katrin Vogel war zu Tränen gerührt und heimste sich dafür von Maffay die Aufforderung ein: "Komm, lass dich mal küssen."

Auf die Frage, ob der Musiker nicht einmal ins Upland kommen und mit den Nachwuchsgitarristen üben wolle, sagte Maffay überzeugt: "Stuhl freihalten — ich komme."

Jetzt will Katrin Vogel natürlich Nägel mit Köpfen machen. Am Freitag fuhr sie deshalb zu einer Signierstunde von Peter Maffay nach Hamburg, um zu fragen, ob er das ernst gemeint habe. "Fragen kostet ja nichts", dachte sie sich. Dabei hat sie dem Sänger einen Brief mit einer erneuten Einladung und ihren Kontaktdaten in die Hand gedrückt. Ob ihr Idol Peter Maffay nun wirklich nach Usseln kommt, wird sich in nächster Zeit zeigen.

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