Alter Kirchsaal füllt sich mit neuem Leben

Harte Arbeit, frohe Feste

Von der Tür bis zur alten Schreibmaschine: Die Amtsstube ist ein nostalgisches Schmuckstück geworden. Foto: Sens

„Viel besser kann es in meinen Augen nicht gehen“, freute sich Bürgermeister Thomas Trachte über die Renovierung und Wiederbelebung der alten Kirche in Schwalefeld.

Jetzt weihte das Dorf mit seinem zweiten Heimatfest die schmucken Räumlichkeiten ein.

Viel Arbeitszeit haben Helmut Kesper und Reinhold Feld mit einigen Helfern in den Umbau der Kirche gesteckt, die nun wieder historischen Charme ausstrahlt: Neue Fußböden wurden verlegt, die Wände gestrichen und Trennwände im Fachwerkstil gezogen. Ein Schmuckstück allein sind schon die Türen. Auch die Möbel sind prachtvolle Antiquitäten und Accessoires wie das Radiogerät oder die Schreibmaschine, Spinnräder und alte Haushaltsutensilien wecken nostalgische Gefühle. Absoluter Blickfang ist der alte Webstuhl, den die „Wollläuse“ mit Hilfe von Ulrike Schüttler aus Berndorf restauriert und aufgebaut haben (SauerlandKurier berichtete).

Die „Amtsstube“ dient als Bürgerbüro und Touristeninformation. Seit März steht dort Helmut Kesper Gästen und Einheimischen als Ansprechpartner zur Verfügung, die auch gerne einfach mal auf eine Tasse Kaffee vorbeischauen können. Außerhalb der Öffnungszeiten liegen Prospekte und Broschüren in einem frei zugänglichen Vorraum aus. Besonders freut sich die Spinn- und Handarbeitsgruppe die „Wollläuse“, dass sie nun in der Heimatstube wieder einen großen, hellen Raum zur Verfügung hat, in der sie in historischem Ambiente ihren traditionsreichen Hobbies frönen können. Zwölf Frauen haben sich zusammengefunden, die dafür sorgen, dass alte Fertigkeiten und Kenntnisse rund um Haspel, Spinnrad und Nadel nicht in Vergessenheit geraten.

Neben dem Verkehrs- und dem Geschichtsverein profitiert der Upländer Gebirgsverein von den neuen Räumlichkeiten. Der Sitzungsraum steht zudem allen Schwalefeldern Vereinen offen. Die Gemeinde Willingen hatte für den Umbau 10.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Einweihung wurde mit einer Messe, Musik und Sketchen gefeiert. Als lebendiges „Wahrzeichen“ des Uplands und Inbegriff der regionalen Handwerkskunst durfte der Linnenkerl nicht fehlen. Harald Brüne versetzte in einem Kurzvortrag die Gäste in die Entstehungszeit der Schwaleburg zurück. Er vertrat darin die Auffassung, dass sich die Lebensweise zu dieser Zeit nicht so grundlegend von der Lebensweise der Menschen unterschieden habe, vor allem verstünden es die Menschen damals wie heute hart zu arbeiten und zu feiern.

Die Wollläuse freuen sich über neue Gesichter. Treffen ist jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr. Die Öffnungszeiten der Amtsstube: Montag, Mittwoch, Freitag von 10 bis 12 Uhr. (Von Kristin Sens, willingen@sauerlandkurier.de)

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