"Hauptsache Party"

Regenschirm-La-Olas und Schunkeln zum Warmwerden. Statt der Hände streckten sich gestern an der Mühlenkopfschanze beim Auftakt der Fis-Team-Tour in Willingen die Regenschirme zum Himmel. Moderator Jürgen Bangert zeigte sich kreativ, um den vor Wasser triefenden und dick eingepackten Fans einzuheizen. "Regen? Egal, Hauptsache Party", so Louisa Laszek aus dem Münsterland.

Wem sie die Daumen drückt? Das erklärt sich beim Blick auf die lila Milkaherzen auf ihrem Trikot, die das Konterfei von Martin Schmitt umrahmen, wohl von selbst.

Dass der Österreicher Markus Eggenhofer beim Qualifikationsspringen am Freitagabend statt ihres Idols mit 131,5 Metern die Bestmarke sprang, stört sie nicht. "Hauptsache er springt heute gut und das macht er." Die "Schmitt-Mania" hat nicht nur die Münsterländerin erwischt. Seitdem der Schwarzwald-Adler nach sieben mageren Jahren bei seinem Comeback wieder erste Erfolgte feierte, hielten auch die Milka-Hüte, Deutschlandfahnen und Gesichtsbemalungen wider vermehrt Einzug in der Upländer Skisprung-Hochburg.

Es stimmt wieder im Team

"Schön, dass man sich nicht mehr rechtfertigen muss, warum man immer Skispringen guckt", sagen Katharina Bayer und Christiane Senke, die als "Willinger Originale" verkleidet dem Willinger Skispringen seit Jahren die Treue halten. "Das ist das erste Jahr, dass es wieder stimmt im deutschen Team und man wieder richtig feiern kann."

Neben dem populärsten Winter-Ass des Landes treten beim heutigen Einzelspringen (Einlass ab 10 Uhr) auch die deutschen Stephan Hocke, Michael Neumayer, Christian Ulmer und Severin Freund, der für den kranken Michael Uhrmann eingesprungen war.

Insgesamt 68 Skispringer aus 26 Nationen tummeln sich im Weltcup-Ort am Rande des Sauerlandes. Sie werden die Probe aufs Exempel antreten, welche Skisprung-Nation auf den drei Schanzen (Willingen, Klingenthal, Oberstdorf) am besten als Mannschaft zurecht kommt. "Unser Uri fehlt uns, sonst hätten wir echte Chancen gehabt", sagen Andrea und Christian Knuth aus dem Skisprungzentrum Bad Freienwalde. "Die Österreicher sind im Moment nicht zu schlagen, aber wir werden zu 100 Prozent Zweite."

Auch die Knuths aus Brandenburg ließen sich vom Dauerregen die Stimmung nicht verderben. "Die Schanze ist super", schwärmen sie. "Es ist beachtlich, dass zur Qualifikation schon mehr als 7000 Fans da waren. Das schafft in Deutschland keine andere Schanze." Beim gestrigen Teamspringen (Ergebnis erst nach Redaktionsschluss) zog es rund 20.000 Fans an die Willinger Skisprung-Hochburg.

Wer noch keine Tickets hat, der kann an der Tageskasse an allen Einlassstellen noch Karten in alle Kategorien ergattern, damit er das heutige Einzelspringen (Start m 14.30 Uhr) nicht verpasst.

Die Zeit bis zum ersten Probedurchgang um 13 Uhr können sich die Skisprungfans auch im Festzelt vertreiben, in dem erstmals die Bergcasanovas aus dem Zillertal den Ton angeben. Wessen Herz nicht nur für die Adler, sondern außerdem auch Königsblau schlägt, der sollte sich heute den letzten Weltcup-Tag an der Mühlenkopfschanze nicht entgehen lassen. Denn der Traditionsverein aus Schalke schickt ein großes Aufgebot.

Schalke besucht Skispringer

Alle voran werden die Nationalspieler Heiko Westermann und Manuel Neuer dabei sein und für Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen. Darüber hinaus kommen mit dem Helikopter Trainer Fred Rutten, Manager Andreas Müller, Präsident Josef Schnusenberg und Geschäftsführer Peter Peters eingeflogen. An der Schanze wird es ein Rahmenprogramm mit den Fußballern geben, bei dem es für einige der auserwählten Gegner aus dem Publikum Preise zu gewinnen gibt. Allerdings gilt auch hier, ohne Schweiß kein Preis. Wolfgang Steiert will beweisen, dass auch Skispringer gute Fußballer sind. Er bekommt drei Versuche, die dann addiert werden. Wer ihn in der Summe schlägt, gewinnt eine Jacke des Sponsors. Auch der Ex-Profi Andreas Müller schießt drei Mal. Wer unter dem Strich besser ist als der Schalke-Manager, darf sich über VIP-Tickets für die Heimspiele des FC Schalke 04 freuen.

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