Heißer Marsch

Zeitweiligen 'Zuwachs' bekam die Wimpelgruppe aus Willingen überraschend von Mitgliedern des Odenwaldklubs Groß-Gerau. Foto: Odenwaldklub

"Eine reine Hitzeschlacht", "Da bleibt von Kopf bis Fuß kein Faden trocken" ? so lautet das Zwischenfazit von Ernst Gerbracht, Vorsitzender des Upländer Gebirgsvereins und Dokumentator der Willinger Wimpelwandergruppe, die sich am 7.

Juli auf den rund 620 Kilometer langen Weg aus dem Upland zum Deutschen Wandertag in Freiburg im Breisgau machte (SauerlandKurier berichtete), um dort den Wanderwimpel zu überreichen. 14 Etappen ? rund die Hälfte ? haben die neun Willinger schon hinter sich gebracht.

Ganz überwältigt waren die Wanderer vom Abschied aus Willingen. Man habe das Gefühl, dass das ganze Upland hinter den Wanderern stehe, schwärmte Hansi Figge, Vorsitzender des UGV. Die ersten Tage legten die drei Ehepaare und zwei Einzelwanderer ?Gerbracht begleitet die Truppe mit dem Tourenbus ? ohne besondere Vorkommnisse zurück. Die Rekordhitze machte den Willingern aber spätestens seit dem dritten Tag zu schaffen. Die zwischenzeitlich bis zu 39 Grad Hitze verlangte den acht Wanderern ordentlich was ab. "Trinken, trinken, trinken", lautete daher die Devise. Bis zu drei Liter Flüssigkeit schütten die Wanderer am Tag in sich hinein, das meiste schwitzen sie ohnehin wieder aus. Essen sei zweitrangig, unterwegs stärken sich die Willinger oft lediglich mit Obst und ein paar Müsliriegeln. Lang ersehnt sind da die abendliche Dusche und ein kühles Bier. Mit dem Tragen des Wanderwimpels wechseln sich die Willinger ab. Schwer ist er allerdings nicht. Etwa drei Kilogramm bringt er auf die Waage.

Am achten Tag blieb sogar die angekündigte Wanderbegleitung aus. Immer wieder schließen sich Wanderer von Wanderfreunden der durchwanderten Regionen für eine Etappe an. "Diesmal war es wohl zu warm", mutmaßte Hansi Figge. Am Tag neun machten sich die ersten Blasen breit. Allerdings kein großes Problem für die routinierten Willinger.

Belohnt wird die Upländer Wandertruppe immer wieder mit den Sehenswürdigkeiten auf der Strecke, etwa einer wunderbaren Fernsicht vom großen Turm auf dem Feldberg, einer guten Sicht auf die Skyline von Frankfurt von Marxheim aus, einem idyllischen Fachwerkstädtchen, das Jagdschloss Kranichstein im Norden von Darmstadt ? einer der wenigen erhaltenen barocken Jägerhöfe Deutschlands. Abwechslung in den Wanderalltag bringen auch die Stadtempfänge wie beispielsweise in Küstelberg, Hallenberg, Dillenburg, Hesborn, Weiburg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare