Erster Deutscher Winterwandertag in Willingen eröffnet

Initialzündung für Schnee?

Die Revue des Eiskunstlaufvereins aus Kassel kam bei den Besuchern des ersten Deutschen Winterwandertags in Willingen gut an. Foto: Kristin Sens

Mit einer farbenfrohen Eislaufrevue, Musik und einem Theatersketch wurde am vergangenen Sonntag der erste Deutsche Winterwandertag in Willingen eröffnet.

„Der Winter hat uns bisher im Stich gelassen,“ bedauerte der Moderator des Eröffnungsabends Jens Kramer, „aber vielleicht ist der Winterwandertag ja die Initialzündung für den Winter und er kommt doch noch.“ Der Vizepräsident des Deutschen Wanderverbands Werner Mohr meinte zudem hoffnungsvoll: „Gerade das Wandern im Winter hat seinen besonderen Reiz und ich denke, dass es auch ohne Schnee ein schönes Erlebnis werden kann.“ In seiner Begründung, warum man einen Winterwandertag initiiert habe, erklärte Mohr: „Wir wollen zeigen, wie gut es ist, auch im Winter draußen zu sein. Besonders in der dunklen Jahreszeit ist es gut für die Seele, an der frischen Luft zu sein.“

Auch Bürgermeister Thomas Trachte räumte ein: „Es tut weh, wenn kein Schnee da ist.“ Aber auch er wollte die Flinte nicht ins Korn werfen: „Ich bin überzeugt, dass es eine ganz tolle Woche wird.“ Er appellierte an die Naturverbundenheit der Wanderfreunde, die „wissen, dass es Sommer mit und ohne Sonne gibt und eben Winter mit und ohne Schnee“. Kramer beeilte sich zu versichern, dass die schneeabhängigen Veranstaltungen nicht ins Wasser fallen würden, sondern dass sich die Organisatoren bemüht hätten, schöne Ersatzaktivitäten anzubieten. So kann man, anstelle des Rodelns im Schnee, die Sommerrodelbahn nutzen, anstelle einer Pferde-Schlittenfahrt eine Kutschfahrt unternehmen und anstelle des Skilanglaufkurses einen Technik-Kurs in Nordic Walking machen.

Gute Stimmung am Eröffnungsabend

Der Stimmung der Wanderfreunde, welche den Eröffnungsabend im Besucherzentrum besuchten, tat der fehlende Schnee offensichtlich keinen Abbruch: Als die Willinger Blaskapelle unter der Leitung von Michael Kahrig den Schneewalzer intonierte, wurde bald geschunkelt und das Tanzbein geschwungen. Die Versicherung auf dem gezeigten Imagefilm über Willingen, dass dank moderner Anlagentechnik, Schnee in Willingen über die ganze Saison nahezu garantiert sei, nahmen die Gäste mit gutem Humor auf.

Für „Urlaubsstimmung“ sorgte auch der gleichnamige Sketch der drei Akteure Katja Große-Gehling, Sebastian Scheja und Matthias Korte von der Theatergruppe Willingen, in der es just darum ging, wie man aus der Not eine Tugend macht: Ein Ehepaar inszenierte und simulierte darin seinen Urlaub auf dem heimischen Balkon, inklusive Kartenschreiben an die „lieben Bekannten und Verwandten“, während der Sohn den Kellner spielen musste.

Etwas winterliche Atmosphäre hatte zuvor die gut einstündige Eislaufrevue verbreitet, welche der Eiskunstlaufverein Kassel in der Eissporthalle darbot. Die Akteure, im Alter von sechs bis 67 Jahren, legten, phantasievoll und farbenprächtig kostümiert, eine schwungvolle Kufe auf das Eis. Für Lacher sorgte der Auftritt des ältesten Vereinsmitglieds Fritz Kutzer, der sich mit dem Fahrrad auf das Eis wagte.

Der Winterwandertag klingt am heutigen Mittwoch ab 20 Uhr mit einem “Bunten Abend“ im Willinger Brauhaus aus. Am Donnerstagvormittag stehen als letzte Veranstaltungen geführte Wanderungen, Wassergymnastik, eine Schanzenführung oder ein Saunabesuch im Programm. (Von Kristin Sens, willingen@sauerlandkurier.de)

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