Gute Nachricht für Erweiterung

Kurzzeitpflege stärken: Landtagsabgeordnete informieren sich im Willinger Pflegehotel

Menschen wieder auf die Beine bringen soll Kurzzeitpflege – davon müsse es mehr geben, so die Erkenntnis des politischen Besuchs im Pflegehotel.
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Menschen wieder auf die Beine bringen soll Kurzzeitpflege – davon müsse es mehr geben, so die Erkenntnis des politischen Besuchs im Pflegehotel.

Im Willinger Pflegehotel informierten sich Landespolitiker über Kurzzeitpflege und nahmen Ideen mit. Der Landkreis überbrachte derweil etwas erfreuliches für die Einrichtung.

Willingen – Es braucht mehr spezielle Einrichtungen und Plätze für Kurzzeitpflege: Mit dieser Erkenntnis beendeten Mitglieder des sozialpolitischen Ausschusses des Landtags einen Besuch im Willinger Pflegehotel. Solitäre Kurzzeitpflege bedeutet, dass Plätze nicht durch stationäre Einweisungen blockiert werden und mit ihren Angeboten speziell darauf ausgerichtet sind, Nutzer bei kurzen Aufenthalten schnell wieder auf die Füße zu kriegen, erläuterte Geschäftsführerin Waltraud Rebbe-Meyer.

„Wir wollen daran arbeiten, dass wir in Hessen mehr solcher Einrichtungen bekommen“, befand Unions-Abgeordnete Claudia Ravensburg, die das Pflegehotel zusammen mit den Ausschuss-Kollegen Sabine Bächle-Scholz und Dr. Ralf-Norbert Bartelt (ebenfalls CDU) sowie weiteren Parteifreunden aus der Region besuchte. Die Volkswirtschaft spare, wenn mehr Kurzzeitpflegeplätze entstünden und pflegebedürftige Personen nicht gleich ihr Zuhause aufgeben und stationär behandelt werden müssen.

Waltraud Rebbe-Meyer schilderte das Problem, dass sich in den kommenden Jahren zuspitzen werde: Es gibt immer weniger Mitarbeiter in der Pflege und Angehörige, die sie privat schultern könnten. „Wir können nur versuchen, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern“, folgerte sie. Nötig sei auch, bei pflegebedürftigen und chronisch erkrankten Menschen alle Chancen zur Rehabilitation zu nutzen. Die Evaluierung von mehr als 3000 Gästen zeige, dass rehabilitative Kurzzeitpflege in knapp 50 Prozent der Fälle den Pflegebedarf vermindere, bei 30 Prozent sogar ganz vermeidet oder um mindestens einen Pflegegrad senkt.

Das Pflegehotel setzt seit 2008 auf rehabilitative Kurzzeitpflege und Tagespflege. Auch pflegende Angehörige stehen im Fokus und können selbst präventive und rehabilitative Angebote in Anspruch nehmen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese (CDU) überbrachte bei der Gelegenheit den Darlehensvertrag für einen Kredit aus dem Hessischen Investitionsfonds: Wie berichtet, waren die Kosten bei der Erweiterung aufgrund der Entwicklung am Baumarkt um 3,75 Millionen Euro gestiegen. Teil der Finanzierung ist dieses Darlehen über 1,775 Millionen Euro, dass der Kreis bei der WI-Bank beantragt und an die Gesellschaft hinter dem Pflegehotel weiterleitet. „Das haben wir so noch nie gemacht, aber das ist eine besondere Einrichtung hier, das gibt es nirgendwo anders“, erläuterte Frese. Das Darlehen wird über 20 Jahre abbezahlt. „Dadurch können wir das Angebot so vorhalten, wie es geplant war“, bedankte sich Waltraud Rebbe-Meyer – andernfalls hätte die Effektivität gelitten. (wf/red)

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