420.000 Euro Fördermittel übergeben

Begegnungs- und Gesundheitszentrum in Willingen geplant

Übergabe Förderbescheid Gesundheits- und Begegnungszentrum in Willingen mit Minsterin Priska Hinz an der Evangelischen Kirche
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Menschen zusammenbringen soll das Projekt im Willinger Gemeindezentrum, für das Priska Hinz Fördermittel übergeben hat.

Weniger Platz, aber mehr Leben im Haus: Auf diesen Tausch lässt sich die Evangelische Kirchengemeinde Willingen ein – und erhält Förderung.

Willingen - In Kooperation mit dem Pflegehotel soll das Gemeindezentrum unter der Kirche zu einem Begegnungs- und Gesundheitszentrum umgebaut werden. Als für die ländlichen Räume zuständige Ministerin übergab Priska Hinz (Grüne) einen Förderbescheid über knapp 420 .000 Euro – gut die Hälfte der veranschlagten Kosten.

Brandschutz, Notausgänge, barrierefreier Zugang zu den Toiletten: In vielerlei Hinsicht bedarf das Geschoss unter der Kirche einer Erneuerung. „Für uns alleine sind die Kosten schwer zu stemmen“, erläuterte Frank Wilke vom Kirchenvorstand in Vertretung für Pfarrer Christian Röhling. Das gegenüber gelegene Pflegehotel zeigte sich derweil daran interessiert, Räume zu mieten – eine Idee, welche Pfarrer und Kirchenvorstand zusammen mit diesem weiterentwickelten.

Geplant ist nun ein vom Pflegehotel betriebenes Begegnungscafé für alle Generationen. Dort soll auch ein kostengünstiger Mittagstisch angeboten werden. Präventionsvorträge können im Zentrum stattfinden, mit einem Raum für Reha-Sport wird auch aktiv die Gesundheit gestärkt. Das Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen-Diemelsee soll zwei Büroräume erhalten, um die Öffentlichkeit zu beraten. An der Seite der Sakristei im Geschoss der Kirche soll ein zweiter Eingang entstehen und ein Aufzug angebaut werden, um den barrierefreien Zugang zu den Toiletten herzustellen.

Für die Aktivitäten der Kirchengemeinde bleibt ein Saal übrig. Konfirmandenunterricht, Seniorennachmittage und Chorproben müssten dann abgesprochen werden – aber hoffentlich fühlen sich alle heimisch, so Christian Röhling: „Wir freuen uns auf die Belebung unseres Gebäudes.“

Die Kirche habe eine kleine Not, ihre Gebäude zu bewirtschaften, bestätigte Dekanin Eva Brinke-Kriebel – doch dieser Plan sei ganz im Sinne der sozialdiakonischen Arbeit, wie die Kirche sie sich wünsche: „Hier wird nicht nur etwas erhalten, sondern ein großer Gewinn geschaffen.“

Das Zentrum bildet den Mittelpunkt eines Sozial- und Gesundheitscampus zwischen Kurpark und Ärztehaus, Pflegehotel und Schulen. Für das Netzwerk PORT sei das eine Gelegenheit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die noch keine Hilfe benötigen, aber von Prävention profitieren würden, freute sich Versorgungslotsin Ingrid Potthoff.

Das Projekt bringe Kultur, sozialen Zusammenhalt und medizinische Versorgung zusammen, lobte Priska Hinz, die den Bescheid übergab – die Mittel stammen aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz“, der Landkreis war die Bewilligungsstelle. Es folge ganz den Grundsätzen der Leader-Förderung: „Kleine Orte sind prädestiniert dafür, dass Menschen zusammenkommen und gemeinsam Ziele verwirklichen.“

Auch Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis, lobte die „gerade beispielhafte“ Erfüllung der Ziele ländlicher Entwicklung und die Zusammenarbeit von kirchlicher und politischer Gemeinde: „Die gelingt nicht immer so gut wie hier.“

Wann genau mit dem Bau begonnen wird, steht noch nicht fest, erklärte Architekt Dominic Stremme: Die Restfinanzierung muss geklärt werden, Genehmigung und Ausschreibung brauchen ihre Zeit.

Von Wilhelm Figge

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