„Kümmern als täglich Brot“

Landesküsterbeirat in der Schwalefelder Pilgerkirche verabschiedet

Der Landesküsterbeirat der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck wurde in der Pilgerkirche Schwalefeld verabschiedet (von links): Astrid Köhler, Rösel Edelmann (als Werner Müllers Verlobte tatkräftig mit dabei), Werner Müller, Margarethe König, Claudia Meyer, Peter Jansen und Sabine Schneider-Wagner mit Fachreferentin Nina Wetekam und Pfarrerin Katrin Schröter.
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Pflegen, hegen, kümmern war ihr täglich Brot (von links): Astrid Köhler, Rösel Edelmann (Als Werner Müllers Verlobte tatkräftig mit dabei), Werner Müller, Margarethe König, Claudia Meyer, Peter Jansen und Sabine Schneider-Wagner wurden von Nina Wetekam und Katrin Schröter verabschiedet.

Kirche ohne Küster: Für viele kaum vorstellbar. Bei der Verabschiedung des Landesküsterbeirats in Schwalefeld wurde klar, warum sie so wichtig sind.

„Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist“: Mit den Worten aus dem 1. Korintherbrief begann die Amtszeit des Landesküsterausschusses vor sechs Jahren, mit ihnen wurden die Mitglieder gestern bei einem Gottesdienst in der Schwalefelder Pilgerkirche verabschiedet. Jedem seien seine Gaben gegeben, erläuterte Pfarrerin Katrin Schröter. Und sie haben sie für andere eingesetzt: „Pflegen, hegen, kümmern war ihr täglich Brot.“

Und das in schwierigen Zeiten: „Die finanziellen Mittel werden in allen Bereichen des kirchlichen Lebens knapper“, sagte die Pfarrerin. Die Küsterarbeit spüre das besonders: „Die verlässliche Hand, der Ansprechpartner, das Gesicht der Kirche fehlt vielerorts.“ Die Arbeit von Ehrenamtlichen könne das allein nicht auffangen.

Nina Wetekam, Fachreferentin für die Küsterarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, blickte auf sechs Jahre zurück, in denen sie viel von den Beiratsmitgliedern gelernt habe. Und nicht nur das: „Wir haben unheimlich viel auf die Beine gestellt.“ Dabei habe der Beirat darauf aufmerksam gemacht, wie die Kirche ohne Küster aussehen würde: „Keine schöne Vorstellung, aber sie wird immer mehr real.“ Mit den Aktionen „Ohne Küster wird es düster“ und „Ich brauche meine Küsterin“ setzten sie sich für den Erhalt der bestehenden Stellen, die Qualifizierung von Ehrenamtlichen und regional Zuständige ein, die Kollegen und Strukturen stärken.

Manche der Mitglieder waren schon länger dabei, die Hälfte nahm ihren Abschied. Darunter war auch Vorsitzender Werner Müller (Kirchenkreis Gelnhausen), der bei der Abschlussfeier am Vorabend die Dankesmedaille der Landeskirche erhielt. Auch Astrid Köhler, die bis Januar Küsterin der Korbacher Kilianskirche war, schied aus, ebenso Margarethe König, ehemalige Küsterin in Bebra-Weiterode. Als neue Vorsitzende weiter macht Sabine Schneider-Wagner (Hephata, Schwalmstadt-Treysa), auch Peter Jansen (Christuskirche Fulda), Claudia Meyer (Matthäuskirche Kassel-Niederzwehren) und Stefan Heinisch (Universitätskirche Marburg) bleiben.

„Ein Küster macht viele Dinge, die man sieht, und viele Dinge, die man nicht sieht“, berichtete der scheidende Vorsitzende Werner Müller, der viele Jahre als Küster an der Marienkirche in Gelnhausen tätig war. Oft werde diese nicht-sichtbare Seite der Gemeindearbeit vergessen. „Damit alles im Fluss bleibt, der Gottesdienst ohne Störungen abläuft und das Leben im Gemeindehaus funktioniert, braucht es aber diesen unterstützenden Dienst für das Evangelium“, befand Müller.

Was tut der Landesküsterbeirat?

Der Landesküsterbeirat vertritt die Anliegen der Küster und Hausmeister in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Er bietet ihnen fachliche Beratung, ist mitverantwortlich für die Themenfindung bei Tagungen und Konferenzen und berät die Dezernentin, den Leiter des Referats „Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste“ sowie die Fachreferentin für Küsterarbeit in Fragen, die den Dienst sowie die Aus- und Fortbildung betreffen. Der Beirat soll einen Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen zwischen Küstern und Hausmeistern fördern. Ihm gehören zwei Mitglieder je Sprengel an, neben der Dezernentin, dem Referatsleiter und der Fachreferentin. Die Amtszeit der gewählten Mitglieder beträgt sechs Jahre und beginnt jeweils nach den Kirchenvorstandswahlen. Verabschiedung und Neueinführungen hatten sich wegen der Pandemie verschoben.

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