"Leer gearbeitet"

Die Lokale Agenda 21 legt in Willingen eine "Verschnaufpause" ein. Wie dem Bericht der Lenkungsgruppe zu entnehmen ist, hatten sich im Laufe der letzten Jahre immer weniger Aktive in den verschiedenen Arbeitskreisen engagiert. Im Haupt- und Finanzausschuss sowie in der Sitzung der Gemeindevertretung wurde diese Nachricht mit Bedauern aufgenommen.

"Es macht keinen Sinn, hier etwas künstlich am Leben zu erhalten. Die Arbeitsgruppen haben sich sozusagen leer gearbeitet", urteilte Bürgermeister Thomas Trachte. Der Agendabeauftragte Dieter Pollack will noch einen letzten Versuch unternehmen, die übrig gebliebenen Aktiven eventuell in einer Gruppe zu bündeln.

"Nach der Euphorie beim Neubeginn", so Trachte, sei eine allmähliche Ermüdung nur natürlich. Er erinnerte aber daran, dass viele gute Ideen und Initiativen von den einzelnen Arbeitsgruppen gekommen seien. "Dass nicht alles umgesetzt werden konnte, mag manchen frustriert haben, aber die kommunalen Prozesse seien auch nicht leicht zu durchschauen", erklärte er weiter. Zuletzt waren vor allem die Arbeitskreise Arbeit Wirtschaft Tourismus und Energie Umwelt Landwirtschaft noch aktiv. Dieter Schütz bedauerte das erlahmende Interesse: "Es gab viele gute Ideen und es ist schade, dass in Zukunft wenig aus dem Bürgerbereich zu erwarten ist." Vor allem an das Jugendforum richtete er seinen Appell, "sich noch einmal Gedanken zu machen".

"Viel ehrenamtliches Engagement"

Friedrich Engelbracht befürchtete, dass die Lenkungsgruppe, die als Vermittler zwischen Bürgern und Verwaltung stand, eher "blockierend" gewirkt hätte. Der Bürgermeister sieht das Ganze allerdings nicht so negativ: "Es gibt viel ehrenamtliches Engagement, besonders in den Ortsteilen. Da werden sich auch weiterhin Leute einbringen. Und dann gibt es ja auch noch die Arbeit in den Fraktionen, wo man mitmachen kann."

Schutzschirm auf gutem Weg

Zum Thema "Kommunaler Schutzschirm" teilte der Bürgermeister mit, dass der von Verwaltung und Gemeindevorstand ausgearbeitete Antrag im Sommer eingereicht worden ist. Im August gab es Verhandlungen in Wiesbaden, die größtenteils erfolgreich verlaufen seien. Allerdings hätten noch einige Fragen geklärt werden müssen. Ein modifizierter Entwurf werde demnächst den Fraktionen zur Beratung vorgelegt und danach in der Gemeindevertretung diskutiert und abgestimmt. Der endgültige Antrag muss bis Jahresende eingereicht werden. "Wenn alles nach Plan läuft, haben wir gute Aussichten auf einen ausgeglichenen Haushalt ab 2014", sagte Trachte zuversichtlich.

Das vermehrte Auftreten von Graffiti-Sprühern in Willingen stieß bei den Gemeindevertretern auf wenig Verständnis. "Das ist für mich keine Kunst, sondern Schmiererei und die Reinigung ist sehr aufwändig", erklärte der Bürgermeister.

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