Tausende pilgern am Sonntag zum Gipfelkreuz 

Lieder und mahnende Worte bei der Alphornmesse in Willingen

+
Die Klänger der Alphörner waren bis ins Tal zu hören. 

Willingen – Die Alphornmesse auf dem Ettelsberg ist inzwischen ein traditioneller Höhepunkt auf dem Willinger Hausberg. Mit Wanderstöcken, Bollerwagen und Rucksäcken pilgerten am Sonntag wieder tausende Besucher zum Gipfelkreuz.

Zahlreiche Wanderer schlossen sich einer vom Upländer Gebirgsverein geführten Acht-Kilometer-Tour an. Mit der Seilbahn und dem Skilift kamen weitere Gläubige, Naturliebhaber und Alphorn-Fans zum schön geschmückten Altar. Davor waren viele Klappbänke bereitgestellt, liegende Stämme boten sich zum Sitzen an und manche Besucher breiteten ihre Picknickdecken aus. Hüttenwirt Siegfried von der Heide gehört zu den Urhebern des musikalischen und ökumenischen Gottesdienstes. Er trägt selbst als Alphornbläser zur Alphornmesse bei.

Viel los: Zahlreiche Besucher pilgerten zum Ettelsberg. Die Klänge der Alphörner waren bis ins Tal zu hören.

Manche Gipfelstürmer begaben sich gleich ins Getümmel in und um „Siggis Hütte“. Die Allermeisten aber genossen zunächst die Alphornmesse. Über das Wiedersehen mit drei katholischen Ruheständlern freuten sich die katholischen Gläubigen: Die Ruhestandspfarrer Heinz Lenze und Johannes Klocke hatten ebenso neben dem Altar Platz genommen wie Domkapitular a.D. Gisbert Wisse, der gemeinsam mit der neuen Usselner Pfarrerin Stephanie Stracke ein Wechselgebet sprach. Wisses Nachfolger, Dechant Bernd Conze, führte gemeinsam mit dem evangelischen Kollegen, Christian Röhling, durch den Gottesdienst mit dem Motto „Hoch und Heilig“.

Dechant Conze stellte alle Mitwirkenden vor und freute sich über das erneut strahlende Wetter, das so gut zum Motto passte. Aus dem Matthäus-Evangelium wählte Christian Röhling Kapitel 14 mit dem über Wasser wandelnden Jesus und dem versinkenden Petrus, den das Wasser nicht trägt, weil er zweifelt. Auch erinnerte er an das traurige Fehlen eines Gottesdienstbesuchers des vergangenen Jahres erinnert. Der gewaltsame Tod von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke mahne uns alle, gegen den Hass zu sein. „Gott ist gegenwärtig“ war als Eröffnungslied auf den Textblättern notiert.

Begleitet vom Posaunenchor Usseln und Eimelrod hallten die gemeinsam gesungenen Loblieder sicher bis hinab nach Willingen. Applaus war nicht unüblich bei dieser besonderen Messe. Den bekamen auch die „12 Räuber“ für ihren hochklassigen Gesang, der Pfarrcäcilienchor Hünsborn, Paul van Gils aus den Niederlanden mit seinen Freunden sowie ein erstmals aus der Schweiz teilnehmender Gesangschor mit beeindruckenden Jodlerinnen und Jodlern. Auch Jagdhornbläser trugen zum musikalischen Erlebnis bei – und hinter alledem standen die mehreren hundert Alphornbläser, nach Tonlagen geordnet in langer Reihe.

VON UTE GERMANN-GYSEN

Alphornmesse auf dem Ettelsberg in Willingen

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare