Mehrheitsgesellschafter der Bauernmolkerei

Sven Lorenz steht Milcherzeugern vor, Josef Jacobi stand nicht mehr zur Wahl

+
Verjüngter Vorstand und ausgeschiedene Mitglieder: (von links) Bernd Kramer, Heinfried Emden, Walter Lang, Karin Artzt-Steinbrink, Andreas Schmidt-Eisert, Renate Kaupenjohann, Josef Jacobi, Harald Göbel, Manuela Seibel-Lahnert und Sven Lorenz.

Willingen-Usseln. Nach 24 Jahren hat die Milcherzeugergesellschaft Hessen, Mehrheitsgesellschafter der Upländer Bauernmolkerei, einen neuen Vorstandsvorsitzenden.

Nach 24 Jahren als Vorstandsvorsitzender hat Josef Jacobi bei der Versammlung der Milcherzeugergemeinschaft Hessen (MEG) in Weimar/Lahn sein Amt zur Verfügung gestellt. Zu seinem Nachfolger ist der 43-jährige Sven Lorenz aus Vöhl gewählt worden.

Damit kommt es zu einem Generationenwechsel im Vorstand der MEG, der schon länger vorbereitet wurde. „Ich habe nun ein gewisses Alter erreicht, in dem man so einen verantwortungsvollen Posten an Jüngere weitergeben sollte“, so Josef Jacobi. Als Aufsichtsratsvorsitzender bleibt der 73-Jährige der Upländer Bauernmolkerei erhalten. „Josef Jacobi gilt großer Dank für seine Verdienste in seiner 24-jährigen, beispielhaften Tätigkeit“, erklärt der neue Vorsitzende Sven Lorenz – einer der Gründe, ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.

Die Gemeinschaft würdigt ihn „Mann der Tat“, der bestrebt sei, den Produkten der Landwirte Wertschätzung zukommen zu lassen. Er habe als einer der Ersten gefordert, dass Bauern faire Preise für ihre Produkte bekommen. Mit der Wiederinbetriebnahme der Molkerei in Usseln im Jahr 1996 sollte dieser Kerngedanke umgesetzt werden. Mit der Einführung der „Fairen Milch“ leistete Jacobi im Jahr 2005 laut MEG Pionierarbeit – entgegen aller Prognosen akzeptierten die Kunden die fünf Cent Preisaufschlag auf die Bio-Milch, die dann direkt beim Erzeuger landeten.

Vorstand der Milcherzeuger verjüngt

„Die Fußstapfen von Josef Jacobi sind extrem groß. Sie auszufüllen würde sicher schwierig, deswegen werde ich mit meinen Ideen neue Wege ansteuern“, so der neue MEG-Vorsitzende und Landwirt Sven Lorenz. Neuer zweiter Vorsitzender ist Heinfried Emden. Wiedergewählt wurden Bernd Kramer und Renate Kaupenjohann. Neu im Vorstand sind Robin Meyer, Harald Göbel und Manuela Seibel-Lahnert. Sie ersetzen Andreas Schmidt-Eisert, dem für sein 21-jähriges Engagement in der MEG gedankt wurde. Außerdem stellte Walter Lang nach einer Amtsperiode seine Position zur Verfügung. „Die Zepterübergabe an junge, frische und motivierte Leute hat perfekt funktioniert“, resümierte Bernd Kramer, der der MEG so lang angehört wie Jacobi.

„Im Jahr 2018 wurden 36,5 Millionen Kilo Rohmilch an die Upländer Bauernmolkerei vermarktet. Das sind knapp drei Millionen Kilogramm mehr als im Vorjahr“, berichtete Tobias Kleinsorge, Kaufmännischer Leiter der Molkerei. „Wir konnten den Bauern im Durchschnitt 47,3 Cent pro Kilogramm Milch auszahlen“, erklärte er.

Neubau der Molkerei bei Usseln als Zukunftsprojekt

Nun richtet der Vorstand mit der Geschäftsführerin der MEG und der Bauernmolkerei, Karin Artzt-Steinbrink, den Blick auf die Zukunft. „Die MEG als Mehrheitsgesellschafter der Bauernmolkerei hat mit dem Neubau der Molkerei ein riesiges Projekt vor der Brust. Mit einem Investitionsvolumen von 14 Millionen Euro haben wir demnächst am neuen Standort ganz andere Möglichkeiten als bisher“, erklärt sie. Die Bauarbeiten im neuen Usselner Gewerbegebiet sollen im Frühjahr 2020 beginnen. Ab Sommer 2021 sollen die ersten Produkte abgefüllt werden.  red

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare