Überschüssiger Schnee von der Schanze macht's möglich

Trotz milden Winters: Uplandschüler lernen in Willingen das Skifahren

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Langlauftraining im milden Winter ermöglicht überschüssiger Schnee vom Weltcup – die zweite Klasse der Uplandschule freut es.

Dass die Schüler Skifahren lernen, ist in Willingen klar - aber der Winter machte es bislang nicht einfach. Im Nachgang des Weltcups ist es möglich geworden.

Überschüssiger Schnee von der Mühlenkopfschanze wurde in die nahe EWF-Biathlon-Arena gebracht. In Absprache mit Gemeinde und Ski-Club Willingen darf auch die Uplandschule ihn nutzen und ihre jährlichen Langlauftage abhalten. 

Mit weniger als 250 Meter Länge nutzt der Kurs das Areal nicht aus – dafür ist die Schneedecke 80 Zentimeter dick und sollte er länger Training ermöglichen, erklärt Lehrertrainer Michael Schulenberg

Wer läuft, stürzt früher oder später: Eine der ersten Übungen, die für die Willinger Zweitklässler beim Langlauftag ansteht, ist also das Hinfallen – und das Wiederausstehen. Nach vorne auf die Knie gehen und langsam aufrichten, erklärt Lehrertrainerin Monica Gerstengarbe: Wer am Hang einfach aus dem Sitzen aufsteht, fährt schnell ungewollt bergab.

Jeden Tag ist bei den Langlauftagen eine Klasse dran - auch weitere Interessenten können sich melden.

Wer am Ende sicher und selbstständig auf Skiern stehen soll, muss viele Kniffe lernen. Wenigstens die Grundausbildung wolle die Uplandschule auch in diesem wechselhaften Winter bieten, erklärt Lehrertrainer Michael Schulenberg: „Wir können nur von Tag zu Tag planen.“ Die Loipe in der EWF-Biathlon-Arena sollte zumindest zwei Wochen halten, jeden Morgen muss sie gepflegt werden, um etwa nach Eisregen nicht zu hart zu werden.

Stöcke sicher halten, Ski anschnallen, in Diagonalschritt oder Doppelstocktechnik laufen – zum Programm gehört viel. Später werden die Schüler an die Mühlenkopfschanze wechseln: Am Hang werden etwa Treppenschritt und Abfahrt geübt.

Die Schüler drehen mit den Lehrern und Langlauf-Trainer Konstantin Zakhvatkin viele Runden: Manche langsamer, manche schneller – einige Mädchen und Jungen sind schon im Ski-Club. Neben einer Aufwertung des Sportunterrichts sei aber auch die Suche nach neuen Talenten ein Ziel, erklärt Schulenberg.

Bei 0 Grad und einsetzendem Griesel zeige sich, für wen der Wintersport etwas sei. „Kinder in die Halle stecken und hoffen, dass sie schon fit werden: Das funktioniert nicht“, findet Monica Gerstengarbe – am besten gehe das an der frischen Luft.

Schnelle Läufer und Neulinge laufen gemeinsam.

Die Klassen eins bis fünf sollen im Lauf der Woche üben können; auch die Mittelpunktschulen Adorf und Goddelsheim haben sich angemeldet. Andere Schulen können sich ebenfalls bei der Uplandschule melden, um Trainingsmöglichkeiten zu besprechen. 

Und abseits davon sind Kinder beim Vereins-Training auch zum zwanglosen Schnuppern willkommen, ergänzt Sportlehrerin Inga Schneider – das findet montags, mittwochs, donnerstags und freitags um 15.30 Uhr statt.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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